ULTIMEA Poseidon E40 im Test: Hell und gut ausgestattet, aber kein Mini-Beamer
Symbolbild Auf Amazon heißt er „ULTIMEA 2025 Upgrade Beamer 4K“, im Datenblatt Poseidon E40. Hinter dem sperrigen Namen steckt ein Full-HD-Beamer mit Android TV 11, offiziellem Netflix und 1000 ANSI-Lumen. Damit ist er mehr als doppelt so hell wie die meisten Geräte in unserem Vergleich. Der Preis dafür: Mit gut drei Kilogramm gehört er eher in die Kategorie tragbarer Heimkino-Beamer als in die Jackentasche.
Wir haben acht Testberichte aus Deutschland, Frankreich, Italien und den USA ausgewertet. Smartzone hat als einzige Redaktion die Helligkeit nachgemessen. Bei Lüfter, Klang und Anschlüssen widersprechen sich die Tests teils deutlich.
Kurz gesagt
Der Poseidon E40 hält sein Helligkeitsversprechen, richtet sich automatisch ein und bietet mit Android TV fast alle Streaming-Apps. Er ist aber groß, schwer und braucht immer eine Steckdose. Die Bedienung ist etwas träge, und beim Lüfter reichen die Urteile von lautlos bis störend. „4K“ bedeutet nur, dass er 4K-Signale annimmt, dargestellt wird in Full HD.

Helligkeit: Die Herstellerangabe stimmt
ULTIMEA gibt 1000 ANSI-Lumen an. Smartzone maß 1013 Lumen in der Bildmitte und 816 am Rand. Das reicht laut Smartzone für 120 Zoll im abgedunkelten Raum, 150 Zoll bei völliger Dunkelheit und etwa 65 Zoll bei Tageslicht ohne direkte Sonne. Videoprojecteur Center fand das Bild auch in einem mäßig beleuchteten Raum noch klar, The Gadgeteer sogar bei eingeschaltetem Küchenlicht.
Nicht alle teilen diesen Eindruck. Testberichte.de nennt die Helligkeit begrenzt, MDS Cinéson berichtet von Nutzern, denen das Bild dunkler vorkam als erwartet. Verwirrend sind auch die Angaben im Handel: Testberichte.de fand Händlerangaben von 1300 ANSI-Lumen bis hin zu völlig unrealistischen 30.000 Lumen. Verlassen würden wir uns auf die Messung von Smartzone.
Bild: Natürlich und scharf, kein echtes 4K
Das Bild loben die Tests überwiegend. Smartzone beschreibt es als natürlich, hell, scharf und farbenfroh, Gizchina als ausgewogen mit wenigen Schwächen an den Rändern. TechSteveHD hebt kräftige Grüntöne und natürliche Hauttöne hervor, sah aber im 24p-Test Ruckler.
Das „4K“ im Amazon-Titel nennt Smartzone eine Schönfärberei. Das Panel hat 1920 × 1080 Pixel, 4K-Material wird heruntergerechnet. Der Kontrast wird mit 2000:1 angegeben. Videoprojecteur Center sieht hier die größte Schwäche in dunklen Szenen. Der französische Test enthält allerdings Fehler: Er erwähnt einen Regenbogeneffekt, der bei der hier verbauten LCD-Technik nicht auftreten kann, und eine Akkulaufzeit, obwohl der Beamer keinen Akku hat. Wir gewichten ihn deshalb geringer.
Einrichtung und Software
Autofokus, Trapezkorrektur und Hinderniserkennung funktionieren laut allen Tests sehr gut. Smartzone maß rund sieben Sekunden bis zum scharfen Bild, The Gadgeteer nennt die automatische Einrichtung beeindruckend. Der Beamer erkannte dort ein Bücherregal vor der Wand und passte das Bild automatisch an. MDS Cinéson berichtet dagegen, dass der Autofokus bei manchen Abständen nicht zuverlässig arbeitet.
Android TV 11 bringt Netflix, Prime Video, Disney+ und den Google Play Store mit. Dank Widevine L1 läuft alles in Full HD. Bei der Geschwindigkeit sind sich die Tests uneinig. Smartzone fand die Bedienung insgesamt flüssig, aber etwas träge, TechSteveHD stellte gelegentliche Ruckler fest, MDS Cinéson nennt die Oberfläche langsam. Gizchina sieht in nur 1 GB Arbeitsspeicher die Ursache. Updates müssen laut TechSteveHD manuell per USB eingespielt werden.
Klang: Gut, aber ohne Tiefgang
Zwei 10-Watt-Lautsprecher mit Dolby Audio und ein passiver Bassstrahler sind verbaut. Gizchina zählt den Klang zu den besten in dieser Preisklasse, The Gadgeteer findet ihn mehr als ausreichend. Smartzone hört klare Höhen und hörbaren Bass, hätte sich aber mehr Tiefe gewünscht. Auch MDS Cinéson und Videoprojecteur Center vermissen Bass bei Actionszenen.
Bei den Anschlüssen für externe Lautsprecher widersprechen sich die Tests. The Gadgeteer nennt einen optischen Audioausgang, Gizchina schreibt ausdrücklich, dass es keinen gibt. TechSteveHD erwähnt HDMI ARC, aber kein eARC. Bluetooth und Klinke sind in jedem Fall vorhanden.
Lüfter: Die größte Uneinigkeit
Kaum ein Punkt wird so unterschiedlich bewertet. The Gadgeteer beschreibt den Betrieb als vollkommen lautlos, Gizchina als leise. Smartzone maß 38 dB(A), also wahrnehmbar, bei leisen Filmszenen aber nicht störend. Leser von Smartzone und MDS Cinéson empfinden den Lüfter dagegen als störend. MDS Cinéson berichtet außerdem, dass das Gerät stark warm wird. Die Leistungsaufnahme liegt laut Smartzone bei bis zu 160 Watt.
Mobilität
Mit 3,15 Kilogramm und den Maßen eines kleinen Schuhkartons ist der Poseidon E40 kein Mini-Beamer. Der Aluminiumgriff dient gleichzeitig als Standfuß und lässt sich bis 40 Grad neigen. Einen Akku gibt es nicht, das externe Netzteil ist groß, und das Kabel ist laut Gizchina kurz. Ein Objektivschutz fehlt. Wer einen Beamer für Rucksack oder Reise sucht, ist hier falsch.
Preis
Die UVP lag zum Start bei knapp 500 Euro. Smartzone fand Angebote zwischen 340 und 470 Euro, testberichte.de nennt knapp über 400 Euro (Stand: Oktober 2026). Ein Smartzone-Leser berichtet von Aktionspreisen unter 300 Euro.
Das Fazit
Die Urteile sind überwiegend gut. Smartzone nennt den Poseidon E40 einen Alleskönner ohne große Schwächen und unter 400 Euro einen Geheimtipp. MDS Cinéson vergibt 16 von 20 Punkten, testberichte.de die Note 2,3. Auf Amazon.de fallen die Kundenbewertungen mit 3,7 Sternen deutlich verhaltener aus.
Die Widersprüche betreffen vor allem den Lüfter und die Anschlüsse. Einige Tester hören gar nichts, andere empfinden ihn als störend. Bei der Helligkeit ist dagegen die einzige Messung eindeutig: Die versprochenen 1000 Lumen werden erreicht.
Wer einen hellen Beamer für Wohnzimmer, Terrasse oder wechselnde Räume sucht und eine Steckdose in der Nähe hat, bekommt hier mehr Licht als bei jedem anderen Gerät in unserem Vergleich unter 500 Euro. Wer einen echten Mini-Beamer für unterwegs sucht, sollte zum XGIMI MoGo 3 Pro oder Samsung Freestyle 2 greifen.
Was meint ihr?
Ist euch ein helles Bild wichtiger als ein kompaktes Gehäuse? Und falls ihr den Poseidon E40 besitzt: Wie laut empfindet ihr den Lüfter?
