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Balkonkraftwerk & Solar

Solarstrom bis tief in die Nacht? Was die Anker Solix Solarbank 4 Pro wirklich leistet

netzfazit.de Redaktion/ / 7 Min. Lesezeit / 10 Quellen
Anker Solix Solarbank 4 Pro Titelbild Symbolbild
Symbolbild KI generiert

Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Kaufst du darüber ein, kostet dich das keinen Cent extra – hilft uns aber enorm, weiterhin unabhängige Tests wie diesen zu recherchieren. Danke dafür!

Wer sich ein Balkonkraftwerk mit Speicher anschafft, hat meist eine Hoffnung: den Strom vom Mittag abends noch nutzen zu können, wenn der Fernseher läuft und die Waschmaschine dreht. Die Anker Solix Solarbank 4 Pro will dafür sorgen, und zwar in einer Größenordnung, die mit dem klassischen Balkonkraftwerk wenig zu tun hat. Fünf Kilowattstunden passen in die Basiseinheit, bis zu zwölf Solarmodule lassen sich anschließen, und das Gerät wiegt rund 50 Kilogramm. Wir haben zehn Tests ausgewertet, aus Deutschland und Frankreich, mit teils eigenen Messreihen. Das sind etwas weniger als bei unseren Einzeltests üblich, weil das Gerät erst im Sommer 2026 auf den Markt kam. Dafür haben fast alle Redaktionen wochenlang getestet, mehrere mit eigenen Wirkungsgrad-Messungen. Die Tests sind sich in einem Punkt erstaunlich einig: Für kleine Anlagen ist die Solarbank 4 Pro zu groß.

Kurz gesagt

Die Solarbank 4 Pro ist der leistungsstärkste Steckerspeicher, den die meisten Tester bisher in der Hand hatten. Die Nulleinspeisung arbeitet sehr präzise, die Notstromfunktion überzeugt, und der Preis pro Kilowattstunde ist fair. Der Wirkungsgrad liegt dagegen nur im Mittelfeld, die volle Leistung gibt es nur mit Elektriker, und für zwei Module auf dem Balkon ist das System schlicht überdimensioniert. Interessant ist es für Hausbesitzer mit vier oder mehr Modulen und Ausbauplänen.

Ausstattung: Doppelt so viel wie beim Vorgänger

Der Sprung von der Solarbank 3 Pro ist größer als bei den bisherigen Generationswechseln. Notebookcheck hat die Daten gegenübergestellt. Die Kapazität wächst von 2.688 auf 5.024 Wattstunden, der Solareingang von 3.600 auf 5.000 Watt, verteilt auf vier MPP-Tracker mit je 1.250 Watt. Mit bis zu fünf Erweiterungsakkus BP5000 sind rund 30 Kilowattstunden möglich. Laut Macwelt passen auch die älteren Zusatzakkus BP1600 und BP2700. Das Gehäuse ist jetzt nach IP66 geschützt, und vorn sitzt endlich ein Display, das home&smart als großen Fortschritt gegenüber dem bisherigen Leuchtbalken lobt.

Beim Thema Ausgangsleistung muss man genau hinschauen. Ab Werk speist die Solarbank wie jedes Balkonkraftwerk maximal 800 Voltampere über eine normale Schuko-Steckdose ein. Die beworbenen 2.500 Watt gibt es laut PC-WELT und Notebookcheck nur mit „PluginPower 2.0“. Dafür braucht es einen Elektriker, eine Wieland-Steckdose auf einem eigenen Stromkreis und die Anmeldung als reguläre PV-Anlage. Basic Tutorials nennt die Zusatzkosten: rund 40 Euro für das Kabel und 499 Euro für Ankers Installationsservice. Kritisch sieht die Redaktion, dass die App die 2.500 Watt nach einem bloßen Warnhinweis freischaltet, ohne technische Hürde. Aus Verbraucherschutzsicht ist das ein Risiko, denn ohne passende Installation ist der Betrieb so nicht zulässig.

Aufbau: Zwei Personen, mindestens

Beim Gewicht gibt es keinen Widerspruch zwischen den Tests. Die Basiseinheit wiegt rund 50 Kilogramm, der Zusatzakku etwa 42 Kilogramm. Alle Tester raten dazu, das Gerät zu zweit aufzustellen. Energiemagazin weist darauf hin, dass man den Standort vorher gut überlegen sollte, weil man die Solarbank danach nicht mehr eben umstellt. Basic Tutorials beobachtete außerdem, dass das Gerät bei 35 Grad in praller Sonne die Leistung drosselte. Ein schattiger Platz ist also besser.

Bei der Einrichtung gehen die Erfahrungen auseinander. Macwelt fand das Gerät in der App sofort, der Assistent führte problemlos durch die Einrichtung. Bei PC-WELT klappte die Kopplung dagegen erst nach mehreren Versuchen, und die Redaktion fand die Beschriftung für die Ausrichtung der Messzangen am Smart Meter unklar. Bei home&smart dauerte es fast einen ganzen Tag, bis die Verbindung etwa beim achten Versuch stand. Die Solarbank 3 hatte dort nur fünf Sekunden gebraucht. Nach einer kompletten Neuinstallation trat das Problem dort aber nicht mehr auf.

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Wirkungsgrad: Die eine echte Schwäche

Bei diesem Thema haben gleich mehrere Redaktionen nachgemessen, und die Ergebnisse passen gut zusammen. Energienerds kam bei 800 Watt Lade- und Entladeleistung auf einen durchschnittlichen Rundlauf-Wirkungsgrad von 81,5 Prozent, bei 2.500 Watt auf 81 Prozent. Smartzone maß 81 Prozent: Für eine Vollladung gingen rund 5.725 Wattstunden aus dem Netz hinein, nutzbar waren am Ende etwa 4.610. PC-WELT ermittelte Verluste von 15 bis 20 Prozent über einen kompletten Zyklus, Basic Tutorials ebenso.

Notebookcheck kommt auf etwas freundlichere Werte. Bei gleichmäßigen 400 Watt Einspeisung ließen sich rund 89 Prozent der gespeicherten Energie nutzen. Beim Laden aus dem Netz mit bis zu 2.500 Watt landeten aber etwa 13 Prozent der Energie nicht im Akku. Smartzone ordnet ein: Einige Konkurrenten kommen auf rund 87 Prozent. Im direkten Vergleich verschenkt die Solarbank also pro Zyklus spürbar Strom. Für ein Gerät dieser Preisklasse ist das der klarste Kritikpunkt. Notebookcheck stellte außerdem fest, dass die Solarbank bei schwachem Licht weniger effektiv arbeitet als manche Konkurrenten.

Beim Standby fand Smartzone im Normalbetrieb rund 3,5 Watt, was niedrig ist. An der oberen oder unteren Ladegrenze zog das Gerät allerdings rund 36 Watt aus dem Netz.

Regelung und Notstrom: Hier spielt die Solarbank ihre Stärken aus

Die Nulleinspeisung, also das genaue Ausgleichen des aktuellen Haushaltsverbrauchs, gehört zu den Stärken. Smartzone nennt sie nahezu perfekt. Die Solarbank reagiert nach gut einer Sekunde und pendelt sich innerhalb von zwei bis drei Sekunden auf etwa null Watt ein, mit zehn Watt Abweichung. Sehr schnelle Lastwechsel, etwa von Induktionsherd oder Waschmaschine, kann sie trotzdem nicht vollständig auffangen. Energienerds und PC-WELT bestätigen die präzise Regelung.

Beim Notstrom liefert die Off-Grid-Steckdose bis zu 2.500 Watt, mehr als doppelt so viel wie bei der Solarbank 3. PC-WELT trennte im Test die Netzverbindung, während Verbraucher mit 900 und 1.800 Watt liefen, und diese arbeiteten ohne erkennbare Unterbrechung weiter. Auch Notebookcheck bestätigt die schnelle Umschaltung. GameStar machte den Praxistest mit einem Föhn an der Off-Grid-Steckdose. Basic Tutorials warnt aber: Geräte mit sehr hohem Anlaufstrom, etwa manche Gartenpumpen mit über 3.000 Watt, können Probleme machen.

App und Smart Home

Die App bietet laut Notebookcheck mehrere Betriebsmodi, darunter einen Smart-Modus mit Wetter- und Tarifdaten, Eigenverbrauch, eigene Zeitpläne in 50-Watt-Schritten und dynamische Stromtarife. Basic Tutorials zählt über 830 unterstützte Tarifanbieter. Für Bastler interessant: Notebookcheck und Basic Tutorials bestätigen eine lokale Home-Assistant-Anbindung über Modbus TCP, ohne Cloud. Neben Ankers eigenem Smart Meter funktionierten im Test auch Shelly-Zähler, das bestätigen Macwelt und Notebookcheck.

Nicht alles war zum Teststart fertig. Bei Smartzone funktionierte die automatische Korrektur von Installationsfehlern, etwa einer falschen Phasenzuordnung, noch nicht. Die Redaktion testete zudem mit einer Beta-Version der App. Bei Macwelt war die Kompatibilität mit dem Power Dock erst angekündigt. Die französische Seite Vonguru erlebte dagegen über mehrere Wochen keinen einzigen Neustart und keinen Verbindungsabbruch zu den Akkus.

Preis und Wirtschaftlichkeit

Die UVP liegt bei 1.999 Euro. Seit dem Marktstart kostet die Solarbank 4 Pro im Handel meist zwischen rund 1.500 und 1.600 Euro, Notebookcheck fand einen Bestpreis von 1.329 Euro (Stand Herbst 2026). Smartzone rechnet das auf 220 bis 270 Euro pro Kilowattstunde um, für ein Komplettsystem mit Wechselrichter ist das günstig.

Eine belastbare Ersparnis-Rechnung liefern die Tests nur bedingt, weil sie stark von Modulzahl, Verbrauch und Tarif abhängt. Ankers Werbezahl von bis zu 2.234 Euro im Jahr gilt laut home&smart nur für den Idealfall mit maximal 5.000 Watt Solarleistung, voller Einspeisung und dynamischem Tarif. Für ein gewöhnliches Balkonkraftwerk ist sie unrealistisch.

Für wen lohnt sich die Solarbank 4 Pro?

Hier sind sich die Tests ungewöhnlich einig. PC-WELT empfiehlt sie für Haushalte mit hohem Strombedarf, etwa mit Wärmepumpe oder E-Auto. Für eine kleine Anlage mit zwei Modulen hält die Redaktion sie für überdimensioniert, home&smart sieht das genauso. Notebookcheck empfiehlt allen, die bei 800 Watt und vier Modulen bleiben wollen, weiterhin die Solarbank 3 Pro. Macwelt stellte fest, dass vier Module nicht reichen, um den Zusatzakku sinnvoll zu füllen. Die Solarbank 4 Pro spielt ihre Stärken also erst ab etwa 2.000 Watt Modulleistung aus.

Wer nur einen kleinen Speicher sucht, findet bei uns Alternativen, etwa den Marstek Venus E 3.0 oder die Zendure SolarFlow 2400 Pro.

Unsere Meinung

Ein Heimspeicher im Balkonkraftwerk-Gewand, kraftvoll und präzise, aber mit nur durchschnittlichem Wirkungsgrad.

Die Solarbank 4 Pro ist im Grunde ein Heimspeicher, der sich als Balkonkraftwerk ausgibt. Das ist ihre größte Stärke und zugleich die größte Falle beim Kauf. Wer ein Garagendach, einen Garten oder eine große Südwand mit sechs, acht oder mehr Modulen hat, bekommt ein sehr ausgereiftes System mit präziser Regelung, echtem Notstrom und viel Ausbauspielraum. Basic Tutorials vergibt 93 von 100 Punkten, home&smart 91, und Smartzone nennt sie den stärksten Speicher, den die Redaktion je getestet hat. Wer dagegen zwei Module am Balkongeländer betreibt, zahlt für Leistung, die er nie abruft, und schleppt 50 Kilogramm in den Keller. Der mittelmäßige Wirkungsgrad von rund 81 Prozent ist der Punkt, an dem Anker bei der nächsten Generation ansetzen sollte. Für Balkonkraftwerke ist die Saison im Winter ruhig, die Preise sind es nicht. Wer ohnehin für das Frühjahr plant, kann Rabatte jetzt mitnehmen.

Diskutiert mit

Betreibt ihr schon eine Solarbank 4 Pro? Uns interessiert vor allem, mit wie vielen Modulen ihr arbeitet und ob ihr die 2.500 Watt per Wieland-Steckdose freigeschaltet habt. Und wie lief bei euch die Kopplung mit der App, auf Anhieb oder erst nach dem achten Versuch?

8,0 von 10
Gesamtnote

Anker Solix Solarbank 4 Pro

Ein Heimspeicher im Balkonkraftwerk-Gewand, kraftvoll und präzise, aber mit nur durchschnittlichem Wirkungsgrad.

Leistung & Ausstattung 10,0 / 10
Speicher & Erweiterbarkeit 10,0 / 10
Wirkungsgrad 6,0 / 10
Installation & Handling 6,0 / 10
App & Steuerung 8,0 / 10
Preis-Leistung 8,0 / 10

Die Gesamtnote basiert auf unserer redaktionellen Auswertung von 10 unabhängigen Testberichten und eigener Recherche. Rechnerischer Durchschnitt der Kriterien: 8,0 – die Gesamtnote ist redaktionell gewichtet.

Ausgewertete Quellen 10

netzfazit.de Redaktion

Das Redaktionsteam von netzfazit.de wertet für jeden Beitrag mehrere unabhängige Testberichte aus, prüft Widersprüche zwischen den Quellen und schreibt daraus eine eigenständige Einordnung.

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