Segway-Ninebot F2 Pro D im Test: Preis-Leistungs-Sieger?
55 Kilometer Reichweite auf dem Datenblatt, 30 bis 33 Kilometer in der Praxis – und trotzdem loben ihn nahezu alle Tester als eines der besten Preis-Leistungs-Modelle seiner Klasse. Der Segway-Ninebot F2 Pro D zeigt exemplarisch, warum sich der Blick über die reinen Herstellerwerte hinaus lohnt: Für rund 450 bis 550 Euro bekommt man hier einen Motor und eine Bremsanlage, die sonst erst in höheren Preisklassen üblich sind.
Zehn Tests und Praxisberichte haben wir für diesen Artikel ausgewertet – von heise online über spezialisierte E-Scooter-Portale bis zu Reichweiten-Erfahrungen aus dem eScooter-Forum.
Kurzfassung für Eilige
Der F2 Pro D ist der Mittelklasse-Star der Ninebot F-Serie: starker Motor, gute Bremsen, Federung an der Front und Blinker für rund 450 bis 550 Euro. Die reale Reichweite liegt bei 30 bis 40 Kilometern statt der beworbenen 55, und bei starken Bremsungen kann sich laut Testern das Hinterrad anheben, wenn das Gewicht falsch verteilt ist.
Verarbeitung und Ausstattung
Der Aufbau geht laut heise online in wenigen Minuten: Lenker einsetzen, festschrauben, fertig – Standardprozedur bei Ninebot. Die F-Serie positioniert Segway-Ninebot als Mittelklasse zwischen der Einsteiger-E-Serie und der Premium-G-Serie, und das spiegelt sich in der Ausstattung: Blinker vorne und hinten, ein Traktionskontrollsystem gegen durchdrehende Räder auf rutschigem Untergrund und eine Federung an der Vordergabel gehören bereits zur Grundausstattung.

Kritik gibt es an Details: Testbericht.de bemängelt das Display, das bei direkter Sonneneinstrahlung nur schwer ablesbar ist, sowie den Registrierungszwang über die Segway-Ninebot-App. Auch der integrierte Diebstahlschutz kommt nicht ungeschoren davon – das Alarmsignal über die Hupe wird von Testern als zu leise empfunden, um wirklich abschreckend zu wirken.
Fahrverhalten und Bremsen
Beim Fahrverhalten punktet der F2 Pro D deutlich. Allround-PC.com attestiert ihm eine Leistung, die fast an das deutlich teurere Modell Navee N65i heranreicht, mit ausreichend Reserven für Steigungen bis 22 Prozent und starken Gegenwind. Bei der Bremsanlage kombiniert Segway eine klassische Scheibenbremse vorne mit einer elektrischen Motorbremse hinten, die zusätzlich Energie zurückgewinnt – in drei Stufen einstellbar.
In Kombination bringen beide Bremsen den Scooter sehr schnell zum Stehen, mit einer wichtigen Einschränkung: Bei einer Vollbremsung kann sich laut Allround-PC.com das Hinterrad anheben, wenn das Körpergewicht nicht richtig auf dem Trittbrett verteilt ist. Fahranfänger sollten das im Hinterkopf behalten und bei Notbremsungen bewusst das Gewicht nach hinten verlagern.
Reichweite: großer Unterschied zwischen Werbewert und Alltag
Der F2 Pro D wird in zwei Akkuvarianten angeboten. Die Basisversion kommt auf 40 Kilometer Herstellerangabe, die Plus-Variante mit 460-Wh-Akku auf bis zu 55 Kilometer. Diese Werte gelten laut Segway unter Laborbedingungen: 75 Kilogramm Zuladung, 25 Grad, konstante 15 bis 16 km/h auf Asphalt.
In der Praxis sehen die Zahlen anders aus. Ein spezialisiertes Portal berechnet aus mehreren Quellen: Bei 70 Kilogramm Fahrergewicht sind real rund 40 Kilometer drin, bei 105 Kilogramm und hügeligem Terrain sinkt der Wert auf etwa 25 Kilometer. Im Sportmodus mit voller Geschwindigkeit kommen Tester laut Allround-PC.com auf alltagstaugliche, aber deutlich geringere 30 Kilometer. Das eScooter-Forum nennt im Schnitt 33 Kilometer als realistischen Alltagswert.
Auch der Reifendruck spielt eine überraschend große Rolle: Nutzerberichte aus dem Forum zeigen, dass ein zu niedriger Druck unter 2,5 Bar die Reichweite um bis zu 30 Prozent drücken kann – ein Umstand, der ab Werk bei manchen Exemplaren offenbar nicht optimal eingestellt ist. Kälte wirkt sich zusätzlich aus: Bei 10 Grad Außentemperatur sinkt die nutzbare Akkukapazität um etwa 15 Prozent, bei 0 Grad um bis zu 25 Prozent. Die Ladezeit liegt bei rund 6,5 Stunden für eine volle Ladung.
Preis-Leistung im Marktvergleich
Hier liegt die eigentliche Stärke des F2 Pro D. heise online bezeichnete ihn als „sehr guten E-Scooter mit Blinker ab 500 Euro“ und lobte insbesondere die Kombination aus starkem Motor, hohem Fahrkomfort, guten Bremsen und großzügigem Akku zu einem Preis, der deutlich unter vergleichbar ausgestatteten Modellen liegt. In einem späteren Vergleichstest mit dem Nachfolgemodell F3 Pro D wird der F2 Pro D sogar explizit als Spartipp genannt: Wer nicht auf die höhere Motorleistung des Nachfolgers angewiesen ist, bekommt beim F2 Pro D fast die gleiche Fahrqualität für deutlich weniger Geld.
Unser Fazit
Der Segway-Ninebot F2 Pro D ist einer der Fälle, in denen sich der Griff zur Mittelklasse wirklich lohnt: Motor, Bremsen und Federung liegen spürbar über dem, was man in dieser Preisklasse sonst erwarten würde, auch wenn Display und App-Zwangsregistrierung kleine Schönheitsfehler bleiben. Wichtig für Käufer: Die 55-Kilometer-Angabe gilt nur für die teurere Plus-Variante und auch dort nur unter Idealbedingungen – realistisch sollte man mit 30 bis 40 Kilometern planen.
Wie seht ihr das?
Nutzt ihr den F2 Pro D im Alltag – deckt sich eure Reichweite mit den 30 bis 40 Kilometern aus diesem Test? Und wie wichtig ist euch die Traktionskontrolle bei Nässe und Laub im Herbst?
