Google Pixel Watch 5 im Test: Die schönste Android-Uhr – und ein Upgrade, das kaum jemand braucht
Symbolbild Bei kaum einer Smartwatch sind sich die Tester so einig wie bei der Pixel Watch 5. Fast alle loben sie, und fast alle raten Besitzern der Pixel Watch 4 vom Kauf ab. Gleichzeitig ist der Preis gestiegen, in den USA um 50 Dollar für das kleine Modell. Wir haben 14 Tests aus Deutschland, Großbritannien, den USA, Kanada und Indien ausgewertet. Das Ergebnis ist zwiespältiger, als die durchweg guten Noten vermuten lassen. Als Gerät ist die Pixel Watch 5 hervorragend. Wie viel sie gegenüber dem Vorgänger mehr bietet, ist eine andere Frage.
Die Kernaussage
Die Pixel Watch 5 ist eine der besten Wear-OS-Uhren, die man kaufen kann: kompakt, hell, schnell geladen und mit Sicherheitsfunktionen, die Apple und Samsung so nicht bieten. Hardware und Akkulaufzeit hat Google gegenüber der Pixel Watch 4 aber kaum verändert, und Gemini funktioniert je nach Tester tadellos oder gar nicht. Für Neueinsteiger mit Android-Handy ist sie eine klare Empfehlung. Wer schon eine Pixel Watch 4 hat, kann sie auslassen.
Design: Unverändert schön, unverändert empfindlich
Äußerlich hat sich nichts getan. Smartzone misst beim 41-mm-Modell 12,3 Millimeter Dicke und 31 Gramm ohne Armband, genau wie bei der Pixel Watch 4. Nur das Sportarmband besteht aus einem neuen, etwas weicheren Material. Laut 9to5Google enthält es weniger sogenannte Ewigkeitschemikalien, wirkt dafür aber etwas labberiger, wenn man es in der Hand hält. Die Design-Fans unter den Testern bleiben bei ihrem Urteil: Für SlashGear ist sie weiterhin eine der schönsten Uhren überhaupt, und Woman & Home lobt, wie flach sie am Handgelenk anliegt.
Es gibt auch Gegenstimmen. Android Central empfindet die Uhr als schwer und dick und kritisiert, dass das gewölbte Glas Inhalte zur Mitte hin verzerrt. Netzwelt merkt an, dass Gorilla Glass 5 leichter verkratzt als das Saphirglas von Apple und Samsung. Positiv fällt die Reparierbarkeit auf, die Smartzone, Engadget und PC-WELT gleichermaßen hervorheben: Die Uhr ist verschraubt, Akku und Display lassen sich tauschen. Das bietet sonst kaum eine Mainstream-Smartwatch.
Display und Leistung: Mehr Arbeitsspeicher, gleicher Chip
Das LTPO-AMOLED erreicht laut Google 3.000 Nits und überzeugt draußen in allen Tests. Smartzone hält es für eines der besten Displays bei Smartwatches, auch wenn es nicht heller ist als beim Vorgänger. Im Inneren steckt weiterhin ein Snapdragon W5 Gen 2, nur höher getaktet. Dazu kommen 3 statt 2 GB Arbeitsspeicher und 64 statt 32 GB Speicherplatz. Droid Life spricht von rund 20 Prozent mehr Tempo und nennt die Uhr eine „Pixel Watch 4+“.
Wie viel davon im Alltag ankommt, beurteilen die Tester unterschiedlich. Smartzone spürt eine deutliche Verbesserung und schreibt sie vor allem Wear OS 7 und dem größeren Arbeitsspeicher zu. 9to5Google merkt dagegen kaum einen Unterschied, nur einige Animationen laufen etwas flüssiger. Netzwelt beobachtete bei anspruchsvollem Multitasking sogar mehr Ruckler als bei der Samsung Galaxy Watch 9.
Akku: Zwei Tage, mal mehr, mal weniger
Google verspricht unverändert 30 Stunden für die 41-mm-Version und 40 Stunden für die 45-mm-Version, jeweils mit Always-On-Display. Die Akkus sind laut 9to5Google nur um wenige mAh gewachsen. In der Praxis landen die meisten Tests bei etwa zwei Tagen: Netzwelt, Smartzone, Android Central und Engadget berichten das übereinstimmend. Droid Life schaffte mit der 45-mm-Version und ausgeschaltetem Always-On-Display an den meisten Tagen fast 72 Stunden, Expert Reviews kam bei sparsamer Nutzung auf zwei bis drei Tage.
Tom’s Guide sieht sogar einen Rückschritt. Die 45-mm-Version hielt im Schnitt rund 48 Stunden durch, die Pixel Watch 4 hatte in derselben Redaktion bis zu 60 Stunden geschafft. 9to5Google beobachtete das Gegenteil: Bei der 41-mm-Version blieben abends rund 60 Prozent übrig statt 50 bis 55 Prozent wie beim Vorgänger. Für einen Tester von Woman & Home darf es noch mehr sein, dort heißt der Wunsch schlicht: längere Akkulaufzeit.
Beim Laden glänzt die Uhr dafür. Netzwelt maß 80 Prozent nach einer halben Stunde und 100 Prozent nach etwa 45 Minuten, Smartzone kam nach rund 40 Minuten auf voll, Expert Reviews nach 43 Minuten von 7 Prozent. Tom’s Guide brauchte allerdings knapp eine Stunde von 5 auf 100 Prozent. PC-WELT lobt zusätzlich, dass die Uhr deutlich fester auf dem Ladegerät hält als beim Vorgänger.

Gesundheit und Sport: Der Sicherheits-Champion mit kleinen Lücken
Tom’s Guide gibt der Pixel Watch 5 für Sicherheit die volle Punktzahl und nennt sie den Spitzenreiter in dieser Disziplin. Der Grund: Sie erkennt, wenn der Puls aussetzt, und setzt dann einen Notruf ab. Neu ist eine Erkennung von Atemnotfällen, die Puls, Blutsauerstoff, Bewegung und Luftdruck kombiniert. Für Leser in Deutschland ist ein Detail besonders interessant: Laut 9to5Google gibt es diese Funktion zum Start zunächst nur in Europa, in den USA wartet sie noch auf die FDA-Zulassung.
Bei der Pulsmessung gehen die Meinungen auseinander. Android Central fand die Werte über mehrere Trainings näher an einer Garmin-Referenz und sah die Pixel Watch im Schrittzähler-Vergleich vor der Galaxy Watch 9. Netzwelt bescheinigt im Alltag gute Genauigkeit gegenüber einem Polar-Brustgurt, bei schnellen Pulsanstiegen verfehlte der optische Sensor aber die Spitzen um mehr als 20 Schläge pro Minute. Für 91mobiles ist das Gesundheits-Tracking trotzdem die größte Stärke der Uhr.
Beim GPS hat Google nachgebessert. Auf einem Spaziergang lag die Pixel Watch 5 bei Tom’s Guide sogar etwas näher an der Referenz als die Apple Watch Ultra 3. Es gibt aber Ausreißer. Android Central fehlten bei einem 5-km-Lauf die GPS-Daten, auch wenn die Distanz stimmte. Bei 9to5Google brauchten die Daten bis zu zehn Minuten, bis sie in der App erschienen. Engadget wiederum erlebte, dass die automatische Erkennung einen Spaziergang als Crosstrainer-Einheit verbuchte.
Mehrere angekündigte Funktionen fehlten zum Teststart, darunter Blutdruck-Trends, Insulinresistenz-Trends und ein Krafttraining-Modus. Android Central kritisiert, dass sich die Uhr auf Versprechen stützt, die noch nicht eingelöst sind. Eine Schlafapnoe-Erkennung, wie Samsung sie bietet, gibt es laut Netzwelt und Tom’s Guide gar nicht.
Software und Gemini: Mal Turbo, mal Totalausfall
Wear OS 7 kommt in den Tests gut an. Erweiterte Gesten, also Doppel-Pinch und Handgelenk drehen, loben Engadget, 9to5Google und Android Central gleichermaßen. Die neue Leiste „At a Glance“ am unteren Zifferblattrand ist der Favorit von 9to5Google. Ein Ärgernis bleibt die Update-Garantie: Smartzone nennt drei Jahre zu kurz, Samsung bietet fünf.
Bei Gemini gehen die Erfahrungen am weitesten auseinander. Engadget fand die neue lokale Sprachsteuerung ohne Handyverbindung schnell und überfällig. Netzwelt musste Gemini dagegen mehrfach neu starten, weil die Anfragen hängen blieben, während derselbe Test auf der Galaxy Watch 9 reibungslos lief. Bei Droid Life scheiterte ein Trainingsbefehl rund 15 Mal, und auch PC-WELT berichtet, dass gesprochene Befehle selten erkannt wurden. Der KI-Zifferblattgenerator ändert laut Engadget und PC-WELT im Grunde nur die Schriftart der Uhrzeit.
Netzwelt kritisiert außerdem die Google-Health-App. Die Tagesübersicht sei eine Textwand aus KI-generierten Hinweisen, und die eigentlichen Gesundheitsdaten fänden sich erst ganz am Ende. Das Premium-Abo kostet 8,99 Euro im Monat, Käufer bekommen drei Monate gratis. Droid Life bemängelt zudem eine zu schwache Vibration. Wichtig vor dem Kauf: Die Uhr funktioniert laut AndroidGuys nur mit Android-Smartphones ab Android 12. Mit einem iPhone lässt sie sich nicht koppeln.
Preis: Teurer als der Vorgänger, der fast dasselbe kann
In den USA kostet die 41-mm-Version 399 Dollar, 50 Dollar mehr als die Pixel Watch 4. Netzwelt und PC-WELT nennen für Deutschland 419 Euro für die 41-mm-Version und 449 Euro für die 45-mm-Version. Im Handel ist die Uhr inzwischen günstiger, Smartzone fand das 41-mm-Modell schon für rund 330 Euro (Stand Herbst 2026). PC-WELT, Smartzone und Expert Reviews empfehlen trotzdem eher die Pixel Watch 4, solange es sie noch gibt, oder raten, auf ein Angebot zu warten. Tom’s Guide sieht die Galaxy Watch 9 als fast gleichwertige Alternative. Android Central bevorzugt dagegen die Pixel, gerade weil die Galaxy günstiger ist.
Was bleibt hängen
Eine starke Android-Uhr, die gegenüber ihrem Vorgänger kaum einen Grund zum Umstieg liefert.
Die Pixel Watch 5 ist eine sehr gute Uhr, die Google fast unverändert neu aufgelegt hat. Engadget gibt 9 von 10 Punkten, Droid Life 8 von 10, und Tom’s Guide zählt sie zu den besten Smartwatches des Jahres. Wir landen trotzdem deutlich niedriger, denn wir bewerten, was man fürs Geld bekommt, und nicht nur das Gerät an sich. Der höhere Preis, die unveränderte Hardware, das wacklige Gemini und die beim Start fehlenden Funktionen sind keine Kleinigkeiten. CGMagazine fasst es treffend zusammen: Von Pixel Watch 3 auf 4 war es ein großer Sprung, von 4 auf 5 nur ein kleiner Hüpfer.
Für wen sie sich trotzdem lohnt: für Android-Nutzer, die zum ersten Mal eine Smartwatch kaufen oder von einer Pixel Watch der ersten bis dritten Generation kommen. Als Weihnachtsgeschenk für jemanden mit Pixel- oder anderem Android-Handy ist sie eine elegante, sichere Wahl, gerade wegen der Notfallfunktionen. Wer dagegen vor allem lange Laufzeit will, findet in unserem Smartwatch-Vergleich Uhren, die eine Woche und länger durchhalten.
Was denkt ihr?
Hat bei euch Gemini auf der Uhr zuverlässig funktioniert, oder geht es euch wie einigen Testern? Und an die Pixel-Watch-4-Besitzer: Würdet ihr für mehr Arbeitsspeicher und die neuen Notfallfunktionen umsteigen?
