Xiaomi TV Stick 4K im Test: Für rund 45 Euro schneller als der teure Google-Konkurrent
Ein Detail aus aktuellen Benchmark-Tests sorgt für Aufsehen: Der neue Xiaomi TV Stick 4K (2. Gen) erreicht in Geekbench-Messungen höhere Werte als der Google TV Streamer – ein Gerät, das etwa doppelt so viel kostet. Notebookcheck bestätigt diesen Vergleich mit konkreten Zahlen. Dass ausgerechnet der Budget-Stick eines chinesischen Herstellers die teurere Konkurrenz technisch aussticht, macht neugierig auf den Rest des Pakets.
Auf einen Blick
Der Xiaomi TV Stick 4K bietet für aktuell rund 40 bis 60 Euro solide 4K-Bildqualität, Dolby Vision und Dolby Atmos sowie – bei der zweiten Generation – überraschend starke Roh-Performance. Wer keine HDR10+- oder HLG-Unterstützung braucht und mit Android beziehungsweise Google TV zurechtkommt, bekommt hier ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Wer maximale Softwarepolitur sucht, bleibt beim Fire TV Stick besser aufgehoben.
Vom Fehlstart zum ernsthaften Konkurrenten
Xiaomis erster Versuch in diesem Marktsegment, der Mi TV Stick, war kein großer Wurf: NETZWELT bemängelte im damaligen Test, dass das Gerät maximal 1080p überträgt und damit für 4K-Inhalte gar nicht erst infrage kam. Der Nachfolger, der Xiaomi TV Stick 4K, korrigiert genau das. Android Authority bezeichnet ihn im Test als kleinen Schritt fürs Streaming, aber großen Sprung für Xiaomi – nach dem enttäuschenden Debüt liefert die zweite Generation jetzt einen ernstzunehmenden Chromecast-Rivalen zu einem fairen Preis.
Hardware: Zwei Generationen, zwei Leistungsklassen
Die erste Generation des Xiaomi TV Stick 4K setzt auf einen Amlogic-S905Y4-Chip mit Quad-Core-Cortex-A35-CPU und Mali-G31-MP2-Grafikeinheit, dazu 2 GB Arbeitsspeicher und 8 GB Speicherplatz. HoBSoft bestätigt im ausführlichen Praxistest eine flüssige Bedienung: Apps starten zügig, das Scrollen läuft praktisch ruckelfrei, und selbst grafisch anspruchsvollere Android-Spiele wie Asphalt 8 laufen sauber.

Die zweite Generation, die laut Notebookcheck bereits inoffiziell über Importhändler für umgerechnet rund 45 US-Dollar erhältlich ist, wechselt auf den neuen Amlogic-S905X5M-Chip – denselben, der auch in der Xiaomi Box S (3. Gen) und dem Walmart Onn 4K Plus steckt. In Geekbench-Benchmarks erreicht dieser Chip laut Notebookcheck einen Single-Core-Wert von 1.078 und einen Multi-Core-Wert von 2.695 Punkten – deutlich mehr als der Google TV Streamer mit 917 beziehungsweise 2.527 Punkten. Auch bei der Grafikleistung im GFXBench-T-Rex-Test liegt der Xiaomi-Stick mit 1.957 Punkten klar vor den 1.031 Punkten des Google-Geräts.
Bild, Ton und die Grenzen bei HDR
4K-Streaming mit Dolby Vision und Dolby Atmos gehört zu den Kernstärken des Sticks. HoBSoft berichtet von exzellenter Bildqualität mit knackigen Details und lebendigen Farben, HDR-Inhalte sollen auf einem LG-OLED-Fernseher im Test regelrecht „gepoppt“ haben. GSMArena weist allerdings auf eine Einschränkung hin: Der Stick unterstützt zwar HDR10 und Dolby Vision, nicht aber HDR10+ oder HLG – für die meisten Streaming-Inhalte reicht das zwar aus, wer aber gezielt auf diese Formate angewiesen ist, sollte das im Hinterkopf behalten. Auch testberichte.de nennt dieses Manko in seiner Testzusammenfassung als Hauptkritikpunkt und vergibt dennoch die Gesamtnote „gut“ (1,8).
Software: Solide, aber nicht ganz so poliert wie die Konkurrenz
Der Stick läuft je nach Marktversion auf Android TV 11 oder inzwischen Google TV 14, inklusive vollem Zugriff auf den Google Play Store und eingebautem Chromecast. GSMArena beschreibt die Software-Erfahrung im Test als solide, aber nicht ganz so poliert und benutzerfreundlich wie die Fire-TV-Oberfläche – ein Eindruck, den mehrere Tests teilen, ohne dass daraus ein echtes Ausschlusskriterium wird. Die mitgelieferte Bluetooth-Fernbedienung mit Google-Assistant-Taste funktioniert laut smartzone.de im Test einwandfrei, inklusive Infrarot-Kopplung mit dem Fernseher zur Steuerung von Ein-/Ausschalten und Lautstärke – wodurch sich die eigentliche TV-Fernbedienung im Alltag fast erübrigt.
Was im Lieferumfang steckt
Positiv fällt in mehreren Tests der umfangreiche Lieferumfang auf: Neben dem Stick selbst liegen eine HDMI-Verlängerung für enge Anschlussbuchsen, ein Micro-USB-Kabel samt 5-Watt-Netzteil sowie die Fernbedienung bei. TroyPoint weist im Test allerdings auf eine Einschränkung bei der Speichererweiterung hin: Während kleinere USB-Sticks zum Erweitern des internen Speichers zuverlässig erkannt werden, hatte ein größeres 256-GB-Laufwerk im Test Probleme – vermutlich, weil der USB-Port nicht genug Strom liefert. Für die meisten Nutzer dürfte das kaum relevant sein, wer aber gezielt Speicher nachrüsten will, sollte kleinere Laufwerke bevorzugen.
Testnoten im Überblick
Stiftung Warentest bescheinigt dem Xiaomi TV Stick 4K laut einer Zusammenfassung von testsieger.de eine starke Bildleistung, eine intuitive Bedienung und vielseitige Nutzungsmöglichkeiten, zieht aber leichte Punkte für die Menügestaltung und die knappe Dokumentation ab. heise online empfiehlt den Stick in seiner aktuellen Bestenliste ausdrücklich wegen des guten Preis-Leistungs-Verhältnisses bei einem Straßenpreis von rund 42 Euro. testbericht.de aggregiert mehrere Tests auf eine Gesamtwertung von 82 von 100 Punkten („gut“) und hebt besonders die zuverlässige WLAN-Verbindung sowie die einfache Installation hervor, kritisiert aber fehlende Unterstützung für Wi-Fi 6.
Unser Fazit
Der Xiaomi TV Stick 4K zeigt, dass ein niedriger Preis nicht automatisch schwache Technik bedeuten muss. Besonders die zweite Generation überrascht mit einer Rohleistung, die selbst deutlich teurere Konkurrenten wie den Google TV Streamer in Benchmarks hinter sich lässt. Wer auf HDR10+ und HLG verzichten kann und mit einer etwas weniger polierten Oberfläche als bei Fire TV leben will, bekommt hier ein rundum solides 4K-Streaming-Paket zu einem Preis, der kaum zu unterbieten ist.
Was denkt ihr?
Würdet ihr für ein etwas raueres Software-Erlebnis Geld sparen, oder ist euch eine polierte Oberfläche wie bei Fire TV den Aufpreis wert? Und wie wichtig ist euch persönlich HDR10+-Unterstützung im Alltag?
