XGIMI MoGo 3 Pro im Test: Klein, schnell eingerichtet, aber ohne Akku
Symbolbild Der MoGo 3 Pro sieht aus wie eine kleine Taschenlampe mit Linse und passt in jede Jackentasche, die etwas Platz hat. XGIMI hat beim Nachfolger des beliebten MoGo 2 Pro zwei Dinge geändert, die in fast jedem Test auftauchen: Endlich läuft Google TV mit offiziellem Netflix, dafür ist der eingebaute Akku weggefallen. Ob das ein guter Tausch ist, hängt stark davon ab, wofür man den Beamer braucht.
Wir haben 15 Testberichte aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, den USA und Japan ausgewertet. Zwei Redaktionen haben die Helligkeit nachgemessen, und die Ergebnisse könnten unterschiedlicher kaum sein.
Kurz gesagt
Der MoGo 3 Pro ist kompakt, richtet sich fast von selbst ein und bietet mit Google TV das beste Smart-System seiner Klasse. Mit rund 450 Lumen braucht er einen abgedunkelten Raum. Strom kommt per Netzteil, über eine 65-Watt-Powerbank oder einen optionalen Akku-Standfuß, der etwa zwei Stunden durchhält. Beim Klang und bei der Helligkeit widersprechen sich die Tests deutlich.

Helligkeit: Zwei Messungen, zwei Welten
XGIMI gibt 450 ISO-Lumen an. Smartzone hat nachgemessen und kam im Standardmodus auf 495 ANSI-Lumen, sehr gleichmäßig verteilt zwischen Bildmitte und Rändern. Das wäre sogar etwas mehr als versprochen. Hifi.de ermittelte dagegen nur rund 30 Nits und damit weniger als beim Samsung Freestyle, den die Redaktion ebenfalls getestet hat. Den Kontrast beziffert hifi.de auf etwa 300:1.
Welche Messung näher an der Wahrheit liegt, lässt sich aus den Tests nicht klären. Die Praxisberichte geben eher Smartzone recht. Nextpit fand den Beamer heller, als die Zahl vermuten lässt, Maison et Domotique sah selbst bei eingeschalteter Deckenlampe noch ein sichtbares Bild, TechRadar lobt, wie gut er mit Umgebungslicht zurechtkommt. Bei Tageslicht geben aber alle auf. Netzwelt nennt ihn für den Garten am Tag zu dunkel, hifi.de bezeichnet ihn als nicht tageslichttauglich.
Smartzone hat eine sinnvolle Faustregel ermittelt: 120 Zoll im dunklen Raum, 100 Zoll bei gedimmtem Licht und etwa 60 Zoll für Präsentationen bei Tageslicht. What Hi-Fi empfiehlt, nicht über 100 Zoll zu gehen.
Bild: Scharf und flüssig, dunkle Szenen sind die Schwäche
Die Schärfe loben fast alle. What Hi-Fi beschreibt ein detailreiches Bild ohne sichtbare Pixelstruktur und gute Bewegungsdarstellung, Expert Reviews spricht von beeindruckender Bildqualität. Bei dunklen Szenen gibt es dagegen durchgehend Kritik. Expert Reviews bemängelt schwachen Kontrast in düsteren Szenen, What Hi-Fi sieht abgesoffene Schatten und entsättigte Farben, besonders bei HDR. Das Testgerät von What Hi-Fi war außerdem ungleichmäßig ausgeleuchtet, links heller als rechts.
Hifi.de maß deutliche Farbabweichungen, die im Alltag aber weniger auffallen, und empfiehlt den Benutzermodus mit warmer Farbtemperatur. HDR10 funktioniert laut WinFuture und RTINGS nur mit den eingebauten Apps, nicht über externe Zuspieler.
Strom: Kein Akku, dafür mehrere Wege
Der fehlende Akku ist der meistgenannte Kritikpunkt, von Netzwelt über TechRadar bis GameRevolution. XGIMI bietet stattdessen einen optionalen Standfuß mit eingebauter 20.000-mAh-Powerbank an. Die versprochenen 2,5 Stunden erreicht er in der Praxis nicht ganz. Smartzone maß gut zwei Stunden im Eco-Modus und anderthalb Stunden im Standardmodus, Maison et Domotique und Netzwelt kamen auf etwa zwei Stunden. Ausgefahren ist das Ganze laut Smartzone 87 Zentimeter hoch, was vom Sofa aus stört.
Die Alternative ist eine gewöhnliche Powerbank mit mindestens 65 Watt. TechRadar, nextpit und Smartzone bestätigen, dass das funktioniert. SlashGear konnte den Beamer mit einer 24.000-mAh-Powerbank von Anker allerdings nicht betreiben. Wer diesen Weg gehen will, sollte vorher prüfen, ob die eigene Powerbank wirklich 65 Watt über USB-C liefert.
Google TV: Der große Fortschritt
Beim Smart-System sind sich alle Tests einig. Google TV mit offiziell lizenziertem Netflix ist der wichtigste Fortschritt gegenüber dem Vorgänger, der noch auf Android TV ohne Netflix lief. Smartzone bestätigt Widevine L1, Netflix und Co. laufen also in voller Auflösung. Hifi.de vergibt für das Smart-System 9,1 von 10 Punkten. Nextpit fand die Bedienung so flott wie bei Streaming-Sticks von Amazon und Google.
Ganz rund läuft es trotzdem nicht. Netzwelt bemerkte langsame App-Wechsel, TechRadar gelegentliche Verzögerungen und einen Absturz, Smartzone ebenfalls vereinzelte Abstürze. AirPlay fehlt laut nextpit und Netzwelt, einen Mediaplayer für USB-Sticks musste Smartzone erst nachinstallieren. Autofokus und Trapezkorrektur funktionieren laut Netzwelt, hifi.de und SlashGear gut, What Hi-Fi fand die automatische Trapezkorrektur dagegen unzuverlässig.
Klang: Die Tests könnten nicht unterschiedlicher sein
Zwei 5-Watt-Lautsprecher mit Harman-Kardon-Abstimmung sitzen im Fuß. Für hifi.de klingt das klar, natürlich und sogar etwas besser als beim Freestyle. Blog Nouvelles Technologies vergibt 9 von 10 Punkten für den Klang, GameRevolution nennt ihn eindrucksvoll laut und voll.
Ganz anders sehen es die britischen und amerikanischen Kollegen. TechRadar findet die Lautsprecher enttäuschend, SlashGear vermisst jeden Bass, Expert Reviews hört bei höherer Lautstärke einen blechernen Klang und bevorzugt sogar den Vorgänger mit 2 × 8 Watt. Netzwelt hörte vom beworbenen 360-Grad-Klang keinen Raumeffekt. Einen Kopfhörerausgang gibt es laut WinFuture und nextpit nicht, nur Bluetooth. Als Bluetooth-Lautsprecher mit pulsierendem Lichtring macht der MoGo 3 Pro laut SlashGear und Rentio trotzdem Spaß.
Anschlüsse, Lüfter und Spiele
Als einziger Videoeingang dient Micro-HDMI, laut WinFuture nur in Version 1.4, und ein Kabel liegt laut hifi.de nicht bei. Der Fuß lässt sich um 130 Grad neigen, aber nicht ganz senkrecht stellen. Deckenprojektion klappt laut nextpit, Rentio und Maison et Domotique deshalb nur eingeschränkt.
Der Lüfter ist im Normalbetrieb kaum hörbar, Smartzone maß 34 Dezibel. Nextpit vergleicht ihn bei maximaler Helligkeit mit einem lauten Laptop-Lüfter, und Smartzone beobachtete, dass er nach dem Ausschalten teils noch lange mit 42 Dezibel nachläuft. Für Spiele maß TechRadar im Spielmodus 27 Millisekunden Verzögerung, mit aktiver Trapezkorrektur aber 60.
Preis
Die UVP liegt bei 499 Euro, im Paket mit Akku-Standfuß bei 579 Euro. Hifi.de nennt einen Straßenpreis von rund 450 Euro, Netzwelt fand in Aktionen auch Angebote zwischen 359 und 379 Euro (Stand: Oktober 2026). Inzwischen gibt es mit dem MoGo 4 einen Nachfolger mit eingebautem Akku und normalem HDMI-Anschluss. Laut RTINGS ist er etwas heller, liefert aber ansonsten nahezu die gleiche Bildqualität.
Das Fazit
Die Urteile fallen insgesamt gut aus. Netzwelt vergibt die Note 2,2, hifi.de 8,1 Punkte, Blog Nouvelles Technologies 8,4 von 10 und SlashGear 8 von 10. Smartzone nennt ihn den besten portablen Projektor seiner Preisklasse, Expert Reviews den besten unter 500 Pfund.
Wichtig sind aber die Widersprüche. Bei der Helligkeit liegen eine Messung über und eine deutlich unter der Herstellerangabe, beim Klang reicht das Spektrum von „besser als der Freestyle“ bis „enttäuschend“. Unsere Lesart: Im abgedunkelten Raum und bei normaler Lautstärke liefert der MoGo 3 Pro ein gutes Gesamtpaket, Reserven hat er weder beim Licht noch beim Ton.
Wer einen kleinen Beamer für Schlafzimmer, Hotel oder Gästezimmer sucht und meist eine Steckdose in der Nähe hat, macht mit dem MoGo 3 Pro wenig falsch, vor allem zu Aktionspreisen unter 400 Euro. Wer ihn regelmäßig ohne Strom nutzen will, sollte den Aufpreis zum MoGo 4 mit eingebautem Akku einplanen, statt einen Standfuß für rund 80 bis 130 Euro nachzukaufen.
Was meint ihr?
Ist ein eingebauter Akku für euch ein Muss bei einem portablen Beamer, oder steht er bei euch ohnehin immer neben der Steckdose? Und falls ihr den MoGo 3 Pro besitzt: Wie empfindet ihr den Klang?
