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Beamer & Projektoren

Wanbo T2 Max im Test: Der Preisbrecher mit veraltetem Android

netzfazit.de Redaktion/ / 4 Min. Lesezeit / 9 Quellen
Titelbild Wanbo T2 Max Symbolbild
Symbolbild KI generiert

Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Kaufst du darüber ein, kostet dich das keinen Cent extra – hilft uns aber enorm, weiterhin unabhängige Tests wie diesen zu recherchieren. Danke dafür!

Der Wanbo T2 Max ist einer der günstigsten Full-HD-Beamer mit Markennamen. Für deutlich unter 200 Euro bekommt man ein kompaktes Gerät mit Autofokus, Netflix-App und echter 1080p-Auflösung. Wanbo verkauft den Beamer seit 2021, seit 2023 in einer überarbeiteten Version mit dem Zusatz „New“. Genau hier beginnt die Verwirrung, denn beide Versionen unterscheiden sich deutlich.

Wir haben neun Testberichte aus Deutschland und dem englischsprachigen Raum ausgewertet. Fünf davon beziehen sich auf die aktuelle Version T2 Max (New), vier auf das Vorgängermodell. Wir haben beide einbezogen, weil sie zeigen, was Wanbo verbessert hat und was nicht.

Kurz gesagt

Der T2 Max (New) liefert für rund 150 Euro ein scharfes Full-HD-Bild, ordentlichen Klang und einen leisen Lüfter. Die Software ist die große Schwäche: Android 9, nur 1 GB Arbeitsspeicher und WLAN nur im 2,4-GHz-Band. Einen Akku gibt es nicht. Beim Kauf sollte man unbedingt darauf achten, die neue Version zu erwischen.

Artikelbild Wanbo T2 Max
Symbolbild KI generiert

Alt oder neu? Darauf solltet ihr achten

Die Angaben zur Helligkeit sind ein gutes Beispiel für das Durcheinander. Für das Originalmodell nennen die Tests 150, 200 oder 250 ANSI-Lumen, je nachdem, wen man fragt. Smartzone, Techtiper und Projector1 schreiben 200, HX Magazine 250, androidtvbox.eu 150. Wanbo selbst hatte für das alte Modell gar keine offizielle Angabe gemacht, was China-Gadgets ausdrücklich kritisiert.

Die neue Version gibt Wanbo mit 450 ANSI-Lumen an. Dazu kommen Autofokus statt Handrad, Android 9 statt Android 6 und laut Notebookcheck eine Netflix-Zertifizierung. Auf Amazon laufen beide Versionen teils unter ähnlichen Namen. Achtet in der Produktbeschreibung auf 450 ANSI-Lumen und Autofokus.

Helligkeit und Bild

Eine eigene Messung hat keine Redaktion veröffentlicht. Hardware Busters nennt 450 ANSI-Lumen, Smartzone ebenfalls. Für Tageslicht reicht das laut Smartzone nicht, im abgedunkelten Raum aber schon. Das Bild beschreibt Smartzone als farbstark und kontrastreich, ab Werk fast zu kontrastreich und künstlich nachgeschärft. An den Rändern lässt die Schärfe etwas nach. HDR10-Material wird abgespielt, aber nicht in HDR dargestellt.

Hardware Busters lobt klare Farben und tiefe Schwarzwerte. Smartzone zieht trotzdem ein anderes Fazit für die Bildqualität: Der größere Ultimea Apollo P40 liefere das bessere Bild. Interessant ist der Vergleich mit dem Dangbei N2 mini, den Smartzone ebenfalls getestet hat. Dort liegt der Wanbo bei der Bildqualität vorn, obwohl er günstiger ist.

Software: Die große Baustelle

Die neue Version läuft mit Android 9 und eigenem App-Store, über den sich Netflix, Disney+, Prime Video, DAZN und weitere Dienste installieren lassen. Laut Smartzone ist Widevine L1 an Bord, Netflix läuft also in Full HD. Beim Vorgänger war das noch anders: Smartzone und HX Magazine berichten, dass Netflix dort nur in SD-Auflösung lief.

Ob das neue Modell wirklich offiziell für Netflix zertifiziert ist, ist nicht ganz eindeutig. Notebookcheck spricht von einer Zertifizierung, androidtvbox.eu hielt das zum Marktstart für unklar. Smartzones Test mit Widevine L1 spricht für die Zertifizierung.

Die Bedienung ist mit 1 GB Arbeitsspeicher und schwachem Prozessor träge. Smartzone bemängelt WLAN-Abbrüche, instabiles Miracast, eine Verzögerung bei Bluetooth-Audio und teils unübersetzte Menüs. Hardware Busters konnte keine iOS-Geräte verbinden und sieht darin den größten Nachteil.

Klang und Lüfter

Die zwei 3-Watt-Lautsprecher klingen laut Smartzone für die Größe gut und ausgewogen, nur die Lautstärkeschritte im unteren Bereich sind zu grob. Hardware Busters lobt laute Lautsprecher mit kräftigem Bass. Beim alten Modell waren die Urteile deutlich schlechter. Techtiper und China-Gadgets nannten den Klang dünn und bassarm.

Ähnlich beim Lüfter. Beim Vorgänger waren sich die Tests uneinig: China-Gadgets und Techtiper fanden ihn mit über 30 Dezibel störend, Smartzone dagegen leise. Wanbo verspricht für die neue Version 35 Prozent weniger Lüftergeräusch. Hardware Busters maß rund 30 dBA und Smartzone fand ihn leise. Positiv: Der Lüfter bläst nach vorne, die warme Luft trifft also nicht die Zuschauer.

Strom und Mobilität

Mit etwa 1,1 Kilogramm ist der T2 Max leicht und kompakt. Einen Akku hat er nicht, das Netzteil liefert bis zu 58 Watt und wird laut Smartzone sehr heiß. Smartzone hat den Beamer mit einer 65-Watt-Powerbank und einem DC-auf-USB-C-Adapter betrieben, was für den Garten eine Option ist. Eine Objektivabdeckung fehlt.

Preis

Die UVP der neuen Version lag zum Start bei rund 160 bis 200 Euro. Smartzone nennt Angebote ab 135 Euro (Stand: Oktober 2026). Damit ist der T2 Max (New) der günstigste Beamer in unserer Übersicht.

6,0 von 10
Gesamtnote

Wanbo T2 Max

Viel Bild und Klang für wenig Geld, die Software ist aber spürbar veraltet.

Bildqualität 6,0 / 10
Helligkeit 5,0 / 10
Klang 6,0 / 10
Akku & Mobilität 6,0 / 10
Bedienung & Software 4,0 / 10
Preis-Leistung 9,0 / 10

Die Gesamtnote basiert auf unserer redaktionellen Auswertung von 9 unabhängigen Testberichten und eigener Recherche. Rechnerischer Durchschnitt der Kriterien: 6,0 – die Gesamtnote ist redaktionell gewichtet.

Das Fazit

Die Bewertungen sind für die Preisklasse gut. Hardware Busters nennt das Gerät beeindruckend für den Preis. Smartzone hält es für einen starken Budget-Beamer mit guter Helligkeit, gutem Klang und guter Ausstattung, aber nicht mit dem besten Bild seiner Klasse.

Bei diesem Beamer gibt es viele widersprüchliche Angaben, weil viele Quellen das alte und das neue Modell vermischen. Das betrifft Helligkeit, Netflix-Auflösung und Lüftergeräusch. Für die aktuelle Version zeichnen die Tests ein klareres Bild: deutlich heller, leiser und mit besserem Klang als der Vorgänger, die Software bleibt aber veraltet.

Wer einen günstigen Zweitbeamer für dunkle Räume sucht und mit einer etwas trägen Oberfläche leben kann, bekommt hier viel fürs Geld. Wer Wert auf eine flüssige Bedienung legt, sollte einen Streaming-Stick einplanen oder gleich zum TCL C1 mit Google TV greifen.

Was meint ihr?

Würdet ihr bei einem Beamer für 150 Euro einen Streaming-Stick dazukaufen? Oder reicht euch die eingebaute Software?

Ausgewertete Quellen 9

netzfazit.de Redaktion

Das Redaktionsteam von netzfazit.de wertet für jeden Beitrag mehrere unabhängige Testberichte aus, prüft Widersprüche zwischen den Quellen und schreibt daraus eine eigenständige Einordnung.

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