UGREEN Nexode 145W / 25.000 mAh im Test: Fast der volle Laptop-Ersatz, mit einer Bremse bei 29 Prozent
145 Watt klingen nach einer Zahl, mit der sich locker zwei Notebooks gleichzeitig versorgen lassen. Fast stimmt das auch, denn UGREEN verteilt die Leistung auf einen starken 100-Watt- und einen 45-Watt-USB-C-Port, die tatsächlich gleichzeitig ihre volle Leistung liefern können. Ein Test hat aber einen Haken gefunden, den die Werbung nicht erwähnt: Sobald der Akku der Powerbank auf etwa 29 Prozent sinkt, wird der starke Port kurz zurückgesetzt und auf 65 Watt gedrosselt. Wer die letzten zwei Drittel Powerbank-Kapazität mit einem hungrigen Notebook auslastet, bekommt also nicht durchgehend die volle Wattzahl, ein Detail, das die reine Papierform gern verschweigt.
Die Kurzfassung für Eilige: Die UGREEN Nexode 145W (25.000 mAh) ist eine der wenigen Powerbanks in dieser Preisklasse, die tatsächlich zwei Notebooks gleichzeitig mit nennenswerter Leistung versorgen kann, und das bei solider Verarbeitung und einem übersichtlichen LED-Display. Die reale Kapazität liegt je nach Messung zwischen 80 und 87 Prozent der Herstellerangabe, ordentlich für die Klasse, und wer regelmäßig am unteren Ladeende arbeitet, muss mit einer stillen Leistungsdrosselung rechnen. Für alle, die unterwegs wirklich Laptop und Smartphone parallel versorgen müssen, bleibt sie trotzdem eine der überzeugendsten Optionen am Markt.
Verarbeitung: kompakt für die gebotene Leistung
Mit rund 16 mal 8 mal 2,5 Zentimetern und einem Gewicht von etwa 505 Gramm bleibt die Powerbank trotz ihrer Kapazität noch handlich genug für eine Umhängetasche oder einen Rucksack, wie ein Langzeittest über mehr als sechs Monate bestätigt, der das Gerät unter anderem auf einem zwölfstündigen Langstreckenflug im Einsatz hatte. Das matte Grau-Schwarz wirkt unauffällig und hochwertig, ein kleiner eingebauter LED-Bildschirm zeigt jederzeit den verbleibenden Akkustand. AndroidCentral beschreibt das Gehäuse als typisch für die Marke: dunkelgraues Kunststoffgehäuse, Power-Taste und LED-Anzeige links, die drei Anschlüsse an einem Ende gebündelt.

Zwei Ports, volle Leistung gleichzeitig, fast
Die UGREEN Nexode 145W verteilt ihre Leistung auf einen USB-C-Port mit bis zu 100 Watt Power Delivery, einen zweiten mit bis zu 45 Watt und einen USB-A-Port mit 18 Watt Quick Charge 3.0. Techtest.org hebt hervor, dass die beiden USB-C-Ports tatsächlich gleichzeitig ihre volle Leistung abgeben können, macht also aus 100 plus 45 wirklich addierte 145 Watt, ein Detail, das bei vielen Konkurrenzmodellen mit ähnlicher Gesamtangabe nicht der Fall ist. Damit lassen sich rechnerisch ein größeres und ein kleineres Notebook gleichzeitig mit voller Geschwindigkeit laden. AndroidCentral bestätigt das als klaren Vorteil gegenüber Konkurrenzmodellen und nennt die Möglichkeit, ein Gerät mit 100 Watt und ein zweites mit 45 Watt gleichzeitig zu versorgen, als echten Differenzierungspunkt für alle mit mehreren Geräten unterwegs.
Der Haken zeigt sich erst im Langzeittest bei niedrigerem Akkustand. Sobald die Powerbank auf etwa 29 Prozent Restkapazität sinkt, werden die USB-PD-Ports laut techtest.org kurz zurückgesetzt und die Leistung auf 65 Watt gedrosselt. Der Test bewertet dieses Verhalten als nicht dramatisch, aber erwähnenswert, wer also am unteren Kapazitätsende mit maximaler Leistung rechnet, wird enttäuscht. Wichtig zur Einordnung: Diese Drosselung liegt laut Test nicht an Übertemperatur, sondern an einer bewussten Reglementierung durch die Powerbank selbst.
Reale Kapazität: 80 bis 87 Prozent, für die Klasse solide
Bei der tatsächlich nutzbaren Kapazität maß techtest.org Werte zwischen 20.077 und 21.714 mAh, je nach Testdurchlauf, das entspricht 80 bis 87 Prozent der Herstellerangabe von 25.000 mAh. Der Test ordnet das für Powerbanks als normal ein, komplett verlustfrei arbeitet praktisch kein Gerät dieser Bauart. Creative Bloq bestätigt die von UGREEN beworbenen Ladezyklen grundsätzlich, mit der Einschränkung, dass das eigene Testgerät ein etwas älteres iPhone war und die Werte daher nicht eins zu eins mit den aktuellen Herstellerangaben vergleichbar sind. Positiv fällt in diesem Test das Display auf: Statt grober 25-Prozent-Schritte über LEDs zeigt die Anzeige exakte Prozentwerte, was laut Test deutlich mehr Vertrauen in die Restkapazität schafft, auch wenn die Anzeige bei ungünstigem Lichteinfall etwas unscharf wirken kann.
Notebook-Laden in der Praxis: überraschend schnell
Der Langzeittest mit einem MacBook Pro bestätigt die Praxistauglichkeit eindrucksvoll: 56 Prozent Ladung in 30 Minuten, ein Wert, der selbst für ein zehn Jahre altes MacBook Pro mit passendem USB-C-Kabel erreicht wurde. Der Test berichtet zudem, dass sich beim gleichzeitigen Laden von MacBook Pro und Samsung Galaxy S22 Ultra kein spürbarer Leistungsabfall bemerkbar machte, die Stromverteilung blieb demnach auch unter Volllast beider Ports ausgeglichen. Einschränkend muss man hier allerdings die im vorigen Abschnitt beschriebene Drosselung bei niedrigem Akkustand mitdenken, die in diesem speziellen Test offenbar nicht zum Tragen kam, vermutlich weil die Powerbank während der Messung noch ausreichend geladen war.
Aufladen der Powerbank selbst
Der Langzeittest gibt für das vollständige Wiederaufladen der Powerbank über ein 65-Watt-Ladegerät rund zwei Stunden an. Creative Bloq äußert sich dazu kritischer und bezeichnet die auf 65 Watt begrenzte Eingangsleistung als leichten Wermutstropfen, angesichts der hohen Ausgangsleistung von 145 Watt hätte man sich ein schnelleres Wiederaufladen gewünscht. Beide Einschätzungen widersprechen sich nicht direkt, zeigen aber unterschiedliche Erwartungshaltungen: Für den einen Test ist die Ladezeit im Alltag völlig ausreichend, für den anderen bleibt sie angesichts der sonstigen Leistungsdaten ein kleiner Kompromiss.
Unser Fazit
Die UGREEN Nexode 145W (25.000 mAh) gehört zu den wenigen Powerbanks, die das Versprechen von echter Notebook-Ladeleistung tatsächlich einlösen, mit zwei USB-C-Ports, die gleichzeitig ihre volle addierte Leistung liefern können, und einer für die Klasse überdurchschnittlich hohen Realkapazität. Die im Langzeittest bestätigte Alltagstauglichkeit und das nützliche Prozent-Display sprechen klar für sie. Wer allerdings regelmäßig am unteren Ladeende mit maximaler Leistung arbeitet, sollte die stille Drosselung ab etwa 29 Prozent Restkapazität einkalkulieren, und wer möglichst schnelles Wiederaufladen der Powerbank selbst erwartet, könnte von den 65 Watt Eingangsleistung enttäuscht sein. Für alle, die unterwegs wirklich zwei Geräte gleichzeitig mit nennenswerter Leistung versorgen müssen, bleibt sie trotzdem eine der überzeugendsten Optionen in ihrer Preisklasse.
Wie seht ihr das?
Ladet ihr unterwegs tatsächlich zwei Geräte gleichzeitig, oder reicht euch in der Praxis meistens ein einzelner starker Port? Und wie wichtig ist euch eine möglichst kurze Ladezeit der Powerbank selbst im Vergleich zur reinen Ausgangsleistung? Schreibt es uns in die Kommentare.
