UGREEN MagFlow im Test: Die schnellste kabellose Powerbank ist nicht die effizienteste
Als „Weltneuheit“ und „erste Qi2.2-zertifizierte Powerbank überhaupt“ wurde die UGREEN MagFlow angekündigt, und tatsächlich liefert sie mit 25 Watt kabellos fast doppelt so viel Leistung wie die bisherige MagSafe- und Qi2-Generation mit 15 Watt. Die meisten Tests feiern genau das als Sensation. Ein einziger Test hat aber genauer nachgerechnet und dabei etwas Interessantes gefunden: Trotz der höheren Wattzahl schneidet die MagFlow bei der tatsächlich nutzbaren Ladeleistung schlechter ab als der Durchschnitt vergleichbarer 10.000-mAh-Magnet-Powerbanks, und deutlich schlechter als die besten Modelle der Klasse. Schnell ist sie also zweifellos, aber schnell und effizient sind offenbar zwei unterschiedliche Dinge.
Die Kurzfassung für Eilige: Die UGREEN MagFlow (10.000 mAh, Qi2 25W) ist die erste Powerbank mit dem neuen, schnelleren Qi2.2-Standard und liefert diese Geschwindigkeit in den meisten Tests auch zuverlässig, vorausgesetzt man besitzt ein iPhone 16 oder 17 mit aktuellem iOS. Verarbeitung, Magnethalt und das durchdachte Dreifach-Laden über Magnetpad, festes Kabel und zusätzlichen Port überzeugen fast durchgehend. Wer allerdings auf maximale Energieausbeute pro Gramm Gewicht schaut, bekommt mit dieser Powerbank nicht das effizienteste, sondern das schnellste Modell seiner Klasse, ein Unterschied, der sich erst im direkten Messvergleich zeigt.
Verarbeitung: hochwertig, aber nicht federleicht
Die MagFlow bringt bei Abmessungen von rund 111 mal 70 mal 21 Millimetern ein Gewicht von 254 Gramm auf die Waage. Das Gehäuse kombiniert einen Aluminiumrahmen mit einer strukturierten, mattierten Kunststoffoberseite und einer gummierten Unterseite im Bereich der Ladefläche, die den magnetischen Halt durch zusätzliche Reibung unterstützt. Mehrere Tests loben den robusten, wertigen Eindruck, nichts wackelt oder knarzt. Ein deutscher Test merkt allerdings an, dass die Rückseite im harten Alltag, etwa lose in einer Handtasche, verkratzen kann. Ein englischsprachiger Test formuliert die Kehrseite der Verarbeitungsqualität deutlicher: Für eine Powerbank, die dauerhaft am Telefon kleben soll, ist sie spürbar dick und schwer, im Handgebrauch als Kombination aus Smartphone und angedockter Powerbank eher unhandlich, in einer Tasche dagegen völlig unproblematisch.

Der Magnet: 17 Magnete, die wirklich halten
Ein niederländisch-internationaler Test hat den Magnethalt konkret geprüft und kam zu einem eindrücklichen Ergebnis: Die Magnetkraft reicht aus, um ein Gewicht von etwa 900 Gramm zu halten, deutlich mehr als ein angedocktes Smartphone je wiegt. Auch in Bewegung hielt die Powerbank im Test zuverlässig am Gerät. Ein Schweizer Test beziffert die Haltekraft konkret mit rund 9 Newton und beschreibt die automatische Ausrichtung dank der 17 verbauten Magnete als sehr zuverlässig. Für alle, die schon einmal eine wackelige oder schwache Magnethalterung erlebt haben, ist das ein klarer Pluspunkt, den praktisch jeder ausgewertete Test bestätigt.
Kabelloses Laden: 25 Watt, aber nicht für jedes Gerät
Das zentrale Verkaufsargument der MagFlow ist die Unterstützung von Qi2.2, auch als „Qi2 25W“ bezeichnet, gegenüber den bisher üblichen 15 Watt bei MagSafe und regulärem Qi2. In der Praxis bestätigen mehrere Tests konkrete Zahlen: Ein Test lud ein iPhone 16 Pro in rund 32 bis 33 Minuten von 0 auf 50 Prozent, nah am von UGREEN versprochenen 25-Minuten-Wert. Ein anderer Test kommt mit einem iPhone 16 Pro Max auf ähnliche 30 Minuten für die ersten 50 Prozent. Ein US-amerikanischer Test testete stattdessen ein Samsung Galaxy S25 Ultra und fand die vom Gerät selbst geschätzte Ladezeit von knapp drei Stunden im Praxistest bestätigt.
Wichtig zur Einordnung, die ein Test besonders deutlich herausarbeitet: Die vollen 25 Watt gibt es aktuell nur für iPhone-16- und iPhone-17-Modelle mit aktuellem iOS sowie vereinzelte Android-Geräte wie das Google Pixel 10 Pro XL, die bereits volle Qi2.2-Unterstützung mitbringen. Ältere iPhones und die meisten anderen Android-Smartphones, die nur Qi2-vorbereitet sind, laden weiterhin mit den bisherigen 15 Watt. Ein weiterer Test weist zudem auf eine praktische Einschränkung hin: Das kabellose Laden per Magnetpad und das kabelgebundene Laden über das feste Kabel lassen sich nicht beliebig kombinieren, wer parallel ein zweites Gerät kabelgebunden laden will, nutzt dafür den separaten USB-C-Port.
Kabelgebunden: fest verbautes Kabel plus zusätzlicher Port
Neben der Magnetladefläche bringt die MagFlow ein fest integriertes, geflochtenes USB-C-Kabel mit, das laut einem deutschen Test rund 22 Zentimeter lang ist und bei Nichtgebrauch als Trageschlaufe dient. Sowohl dieses Kabel als auch der zusätzliche USB-C-Port unterstützen bis zu 30 Watt, in Summe lassen sich damit bis zu drei Geräte gleichzeitig versorgen, eines drahtlos über den Magnetpad und zwei kabelgebunden. Ein Test, der die Powerbank testweise für eine Kinokamera und eine Nintendo Switch 2 im Dauereinsatz nutzte, hebt genau diese Vielseitigkeit als praktischen Alltagsvorteil hervor, der sie von reinen Wireless-Powerbanks unterscheidet.
Die Effizienzfrage: schnell ist nicht dasselbe wie ergiebig
Der differenzierteste Befund kommt von einem Test, der ein standardisiertes Messverfahren nutzt: eine leere iPhone-Testeinheit wird bis zur vollen Ladung an die Powerbank angeschlossen, danach so oft wie möglich wiederholt, bis die Powerbank selbst leer ist. Bei der MagFlow ergab das eine volle Ladung plus weitere 44 Prozent einer zweiten Ladung, macht in Summe einen Wert von 144 Prozent. Der Durchschnitt vergleichbarer 10.000-mAh-Magnet-Powerbanks liegt laut demselben Test bei rund 155 Prozent, die effizientesten getesteten Modelle, etwa von EcoFlow und Anker, erreichen sogar 190 Prozent. Die MagFlow liegt damit spürbar unter dem Klassendurchschnitt, was der Test selbst nicht als schlechtes Ergebnis wertet, aber als Kompromiss einordnet: Für die höhere Geschwindigkeit von 25 statt 15 Watt wird ein Teil der Energieausbeute geopfert, vermutlich durch höhere Umwandlungsverluste bei der schnelleren Übertragung. Kein anderer der ausgewerteten Tests hat diesen direkten Effizienzvergleich angestellt, weshalb dieser Punkt in der sonst überwiegend euphorischen Berichterstattung leicht untergeht.
Einordnung im Marktumfeld
Ein britischer Vergleichstest ordnet die MagFlow im Preisgefüge ein: Günstigere Qi2-Powerbanks wie UGreens eigene Nexode-Wireless-Reihe oder Ankers MagGo bieten meist nur 15 Watt und kein festes Kabel, kosten dafür aber auch spürbar weniger. Für alle, die tatsächlich regelmäßig ein iPhone 16 oder 17 nutzen und den Geschwindigkeitsvorteil ausreizen können, rechtfertigt sich der Aufpreis laut diesem Test, für alle mit älteren Geräten oder Android-Smartphones ohne volle Qi2.2-Unterstützung eher nicht.
Unser Fazit
Die UGREEN MagFlow ist genau das, was sie verspricht: die derzeit schnellste kabellose Magnet-Powerbank am Markt, mit solider Verarbeitung, zuverlässigem Magnethalt und durchdachter Mehrfach-Ladefunktion über drei gleichzeitig nutzbare Anschlüsse. Wer ein aktuelles iPhone besitzt und Wert auf Ladegeschwindigkeit legt, bekommt hier ein rundes Produkt. Wer dagegen in erster Linie maximale Reichweite pro Gramm Gewicht sucht, sollte den im Vergleichstest gemessenen unterdurchschnittlichen Effizienzwert im Hinterkopf behalten, die MagFlow ist schnell, aber nicht die ergiebigste Powerbank ihrer Klasse. Und wer kein Gerät mit voller Qi2.2-Unterstützung besitzt, zahlt für ein Feature, das er aktuell noch gar nicht nutzen kann.
Wie seht ihr das?
Ist euch beim kabellosen Laden die reine Geschwindigkeit wichtiger, oder würdet ihr für mehr Ladungen pro Akkuladung auch die langsameren 15 Watt in Kauf nehmen? Und lohnt sich für euch der Umstieg auf Qi2.2, oder wartet ihr, bis mehr Geräte den Standard unterstützen? Schreibt es uns in die Kommentare.
