Strong Leap-S3 im Test: Der unbekannte Android-TV-Preistipp mit einem Update-Problem
In Deutschland kennt kaum jemand die Marke Strong, in Frankreich und Österreich gehört sie dagegen zu den etablierten Namen bei TV-Zubehör. Genau aus diesen Märkten stammt auch ein Großteil der Tests zum Leap-S3 – durchweg positiv, bis auf einen wiederkehrenden Kritikpunkt aus der Nutzer-Community: Die versprochenen regelmäßigen Software-Updates sollen in der Praxis eher spärlich ankommen.
Auf einen Blick
Der Strong Leap-S3 bringt für rund 50 bis 70 Euro Google-TV-Oberfläche, 4K-HDR-Wiedergabe mit Dolby Vision und Atmos sowie eine ordentliche Anschlussvielfalt in ein sehr kompaktes Gehäuse. In deutschen Tests schneidet er durchweg mit „sehr gut“ bis „gut“ ab. Wer auf schnelle, verlässliche Firmware-Updates Wert legt, sollte laut Nutzerstimmen aber vorsichtig kalkulieren.
Eine Marke mit vielen Varianten
Strong bietet den Leap-S3 gleich in mehreren Ausführungen an: die schwarze Basisversion mit kleiner Fernbedienung, die weiße Plus-Variante mit vollwertiger Zifferntasten-Fernbedienung, ein Ultimate-Bundle mit Zattoo-Gutschein sowie inzwischen den leistungsstärkeren Leap-S3 Pro mit Android TV 14. hifitest.de hat in seinem Test die S3+-Version genauer unter die Lupe genommen und lobt besonders die einfache Bedienung über den eingebauten Sprachassistenten, mit dem sich Filme, Serien oder allgemeine Informationen zuverlässig abrufen lassen.

Hardware und Ausstattung
Im Inneren arbeitet ein Amlogic-S905Y4-Chip mit 2,0-GHz-Quad-Core und 2 GB Arbeitsspeicher, dazu 16 GB interner Speicher, wie SATVISION in seinem Test detailliert auflistet. Das Gerät läuft auf Android TV 11 beziehungsweise der Google-TV-Oberfläche und ist Google-zertifiziert, inklusive Zugriff auf den vollständigen Play Store und eingebautem Chromecast. AV-Magazin hebt im Test besonders die umfassende Anschlussvielfalt hervor: LAN-Port für kabelgebundenes Internet, Bluetooth für Smartphone-Streaming sowie eine USB-Buchse für externe Speichermedien – Anschlüsse, die bei vielen Fernsehern fehlen und die der kompakte Player nachrüstet.
Ein Kritikpunkt bei der Anschlussausstattung fällt in einem französischen Test von LaboGeek auf: Der Ethernet-Port ist auf 100 Mbit/s begrenzt, was für die meisten Streaming-Anwendungen zwar ausreicht, bei intensiverer Nutzung aber ein Flaschenhals werden kann. Ebenfalls angemerkt wird dort der mit 16 GB knapp bemessene interne Speicher, der bei vielen installierten Apps schnell an seine Grenzen stößt.
Bild, Ton und Alltagstauglichkeit
4K Ultra HD mit den HDR-Formaten HLG, HDR10, HDR10+ und Dolby Vision sowie Dolby-Atmos-Sound gehören zur Kernausstattung, wie SATVISION bestätigt. Für einen durchschnittlichen Preis von rund 70 Euro attestiert der Test damit ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis. Im Praxistest lobt SATVISION zudem die zügige Einrichtung: Ein Tester namens „SATVISION“ benötigte für die komplette Ersteinrichtung gerade einmal drei Minuten.
Auch der französische Test von GamerStuff bestätigt eine sehr flüssige Navigation durch Menüs und Apps, selbst bei eingeschränkter Internetverbindung über eine mobile Datenfreigabe kam es im Test zu keinerlei Rucklern beim Streaming. korben.info fasst die Erfahrung zusammen: flüssige Bedienung auf Android 11, unterbrechungsfreie Wiedergabe von 4K-Inhalten über Plex trotz vergleichsweise bescheidener Hardware-Ausstattung mit nur 2 GB RAM.
Die Fernbedienung und Sprachsteuerung
Je nach Modellvariante liegt entweder eine einfache Fernbedienung oder – bei der Plus-Version – eine mit vollständigem Nummernfeld bei, praktisch etwa für IPTV-Dienste wie Zattoo oder waipu.tv, wie hifitest.de im Test anmerkt. Ein eingebautes Mikrofon für den Google Assistant ermöglicht Sprachsuche und -steuerung direkt über die Fernbedienung, was AV-Magazin als praktisches Detail hervorhebt. leveltech.fr bestätigt in seinem Test zur V2-Version zusätzlich, dass sich über eine lange Betätigung der Mikrofon-Taste auch smarte Geräte im Haushalt steuern lassen, ganz ohne Fernbedienung für den Fernseher selbst nutzen zu müssen – ein Feature, das das Gerät als kleine Smart-Home-Zentrale positioniert.
Der wunde Punkt: Software-Updates
Während die technischen Tests durchweg positiv ausfallen, zeichnet ein Nutzer-Thread im DIGITAL-FERNSEHEN-Forum ein differenzierteres Bild aus der Praxis. Ein Nutzer berichtet dort von seiner Enttäuschung über die tatsächliche Update-Frequenz: Trotz anfänglicher Versprechen regelmäßiger Software-Aktualisierungen kämen neue Firmware-Versionen in der Praxis eher alle drei Jahre statt kontinuierlich. Auch die grelle Status-LED sowie eine im Vergleich zu Konkurrenzgeräten wie der waipu.tv-Box längere Boot-Zeit werden dort bemängelt. Ein weiterer Kommentar weist darauf hin, dass sich der USB-Port ausschließlich als Gerätespeicher formatieren lässt und sich damit nicht für klassisches Sideloading per Stick eignet – wer Dateien übertragen möchte, muss stattdessen den Umweg über FTP vom PC gehen.
Testnoten im Überblick
testberichte.de vergibt der Basisversion Leap-S3 die Note „sehr gut“ (1,5) und bestätigt eine übersichtliche Bedienung sowie eine umfangreiche App-Auswahl ohne bedeutsame Einschränkungen. Die Plus-Variante erreicht in einem separaten Test desselben Portals die Note „gut“ (1,7), mit besonderem Lob für die vielseitige Ausstattung, einfache Handhabung und sehr gute Verarbeitungsqualität – nennenswerte Kontrapunkte werden dort nicht aufgeführt. Technik zu Hause bestätigt zusätzlich, dass sich auch technisch weniger versierte Nutzer in wenigen Minuten durch die selbsterklärende Menüstruktur zurechtfinden.
Unser Fazit
Der Strong Leap-S3 ist ein solider, in Deutschland zu Unrecht wenig bekannter Android-TV-Player mit ordentlicher Ausstattung fürs Geld. Bild- und Tonqualität, Bedienung und Einrichtung überzeugen in praktisch jedem Test. Wer allerdings Wert auf eine langfristig gepflegte Software-Basis legt, sollte die Update-Erfahrungen aus der Nutzer-Community im Hinterkopf behalten – hier klafft offenbar eine Lücke zwischen Werbeversprechen und Praxis. Für alle, die primär eine günstige, schnell eingerichtete Lösung für einen älteren Fernseher suchen, bleibt der Leap-S3 trotzdem eine der besser ausgestatteten Optionen seiner Preisklasse.
Diskutiert mit
Kanntet ihr die Marke Strong bereits, oder ist sie euch neu? Und wie wichtig ist euch persönlich die Update-Frequenz bei einem günstigen Streaming-Player – Totalausschlusskriterium oder verschmerzbar, solange die Grundfunktionen laufen?
