Solakon onBasic 1000W im Test: Warum im Karton nicht immer derselbe Wechselrichter steckt
Wer sich für das Solakon onBasic 1000W entscheidet, bestellt auf dem Papier immer dasselbe Produkt – zwei bifaziale 500-Watt-Module, ein Wechselrichter, fertig. Vergleicht man aber die Testberichte der letzten zwei Jahre, wird schnell klar: Der Wechselrichter im Karton war nicht immer derselbe. Frühe Tests beschreiben einen APSystems EZ1, spätere einen Growatt NEO 800M-X, und in aktuellen Produktbeschreibungen taucht sogar ein Marstek-Wechselrichter auf. Für dieselbe Modellbezeichnung ist das ein bemerkenswerter Wandel, den kein einzelner Test allein zeigt – erst der Blick über mehrere Quellen hinweg macht ihn sichtbar. Für diesen Artikel haben wir 13 unabhängige Tests und Erfahrungsberichte ausgewertet, von reinen Produkttests bis zu App- und Speicher-Reviews.
Kurzfassung für Eilige: Das Solakon onBasic 1000W überzeugt in nahezu allen Tests bei App, Verarbeitung und Preis-Leistung, während die Wechselrichter-Technik zwischen den Testzeitpunkten wechselte. Wer aktuell bestellt, bekommt vermutlich nicht exakt die Technik aus älteren Testberichten. Unterm Strich bleibt es aber eines der bestbewerteten Balkonkraftwerke seiner Preisklasse.
Die Solarmodule: zwei bifaziale Panels mit Rückseiten-Bonus
Das Set besteht aus zwei Modulen mit je 500 Watt Nennleistung, macht in Summe 1.000 Watt. Es handelt sich um bifaziale Module, deren Rückseite ebenfalls Strom erzeugt – reflektiertes Licht von hellem Untergrund soll laut mehreren Tests zusätzliche Erträge von bis zu 25 Prozent bringen, wobei diese Zahl stark vom Aufstellort abhängt und auf einem dunklen Balkonboden entsprechend geringer ausfällt. Die verbauten Zellen sind vom N-Typ, was auch bei diffusem Licht und geringer Sonneneinstrahlung noch Ertrag liefern soll. In einem Praxistest wurden am Südost-Balkon im April Tageserträge von bis zu 6,2 kWh gemessen, mit Spitzenleistungen über 1.000 Watt – für einen Monat mit wechselhaftem Wetter ein solides Ergebnis. Kritisiert wird an den Modulen vor allem, dass sie nicht transparent sind, was für Nutzer mit Wunsch nach Durchsicht (etwa an einer Balkonbrüstung) ein Nachteil sein kann.

Der Wechselrichter-Wirrwarr: gleiches Set, andere Technik
Hier liegt die eigentliche Geschichte dieses Artikels. Ein früher Test beschreibt einen APSystems-EZ1-Wechselrichter, während ein späterer Test mit demselben Produktnamen einen Growatt NEO 800M-X findet – mit der ausdrücklichen Anmerkung der Redaktion, Solakon habe „zwischenzeitlich“ umgestellt, der Wirkungsgrad liege mit 97,3 Prozent aber auf vergleichbarem Niveau. In aktuellen Produktbeschreibungen taucht zusätzlich ein Marstek-Wechselrichter mit 800 Watt auf. Die AC-Ausgangsleistung ist unabhängig vom verbauten Modell auf die in Deutschland zulässigen 800 Watt begrenzt, auch wenn die Module 1.000 Watt liefern könnten – das ist normale Rechtslage für Balkonkraftwerke und kein Solakon-spezifisches Manko. Als technische Schwäche wird in mehreren Tests genannt, dass sich der Wechselrichter nicht erweitern lässt, anders als bei manchen Konkurrenzprodukten mit zwei MPP-Trackern für vier Module. Wer heute bestellt, sollte also nicht blind davon ausgehen, exakt die Technik aus einem zwei Jahre alten Testbericht zu bekommen – ein Punkt, den wir aus Transparenzgründen nicht glätten wollen.
Die App: in praktisch jedem Test das eigentliche Aushängeschild
Während sich die Hardware zwischen den Testzeiträumen veränderte, ist ein Punkt über alle Quellen hinweg konstant: Die selbst entwickelte Solakon-App wird durchweg gelobt. Sie läuft auf deutschen Servern, zeigt Stromerzeugung, Verbrauch und – bei Speichernutzung – den Ladestand in Echtzeit, und der Login erfolgt ohne klassisches Passwort über einen sechsstelligen Code per E-Mail. Ein Reviewer, der zunächst skeptisch gegenüber einer herstellereigenen App war, revidierte diese Skepsis nach dem Test ausdrücklich. Kleinere Komfortlücken werden trotzdem genannt: Das WLAN lässt sich nach der Ersteinrichtung nicht ohne Weiteres ändern, und eine Geräte-Freigabe für weitere Nutzer fehlt bislang. Bei einem separaten Test des optionalen Solakon-ONE-Speichers wurde zudem eine sehr präzise dynamische Einspeisung gemessen – bei konstanter Last blieb die Netzbezugsschwankung meist im Bereich von minus 20 bis plus 20 Watt, selbst bei harten Lastsprüngen wie dem Einschalten einer Mikrowelle reagierte das System nahezu sofort.
Montage und Speicher-Option: kein Elektriker nötig
Für die Inbetriebnahme wird in mehreren Tests kein Fachpersonal benötigt, die Montage soll je nach Halterung und Vorerfahrung zwischen 60 und 180 Minuten dauern. Positiv erwähnt wird eine ausführliche, gedruckt beiliegende Anleitung mit Grafiken, die Schritt für Schritt durch Montage und Inbetriebnahme führt, inklusive Checkliste zu Windlastzonen. Wer zusätzlich Speicher nutzen möchte, kann das System optional mit Kapazitäten zwischen etwa 2,1 und 12,7 kWh ausstatten und später erweitern; ohne Drosselung soll sich die gesamte gespeicherte Energie nutzen lassen. In einem Test wurde die Kombination aus den Solarmodulen mit einem Growatt-Noah-2000-Speicher untersucht, mit dem Ergebnis eines gut abgestimmten, durchdachten Gesamtpakets. Als Schwachpunkt bei der Montage wird in einem Test die Garten-Halterung genannt, die im Vergleich zu anderen Befestigungsarten weniger überzeugte, außerdem seien die mitgelieferten Verlängerungskabel (BC05a) für manche Aufstellsituationen zu kurz, und das Schuko-Kabel zur Steckdose ist auf maximal 10 Meter begrenzt.
Preis-Leistung, Service und die Stiftung-Warentest-Frage
In einer aktuellen Rangliste mehrerer am Markt verfügbarer Balkonkraftwerke landete das onBasic 1000/800W auf Platz 2 mit der Note 1,2 („sehr gut“) und der Begründung „bestes Preis-Leistungsverhältnis & eigene App“. Andere Einzeltests kommen mit 1,5 bis 1,6 zu einem etwas zurückhaltenderen, aber ebenfalls guten Urteil. Wichtig für die Einordnung: Der reguläre Stiftung-Warentest-Vergleich von 2025 hatte kein Solakon-Produkt im Testfeld, prämiert wurden dort andere Hersteller – ein Umstand, den mehrere Fachmedien kritisch kommentieren, weil sie die dortige Gewichtung der Testkriterien für wenig aussagekräftig halten. Wer sich also ausschließlich an Stiftung Warentest orientiert, findet zum onBasic 1000W schlicht keine offizielle Note; die vorliegenden Bewertungen stammen ausnahmslos von Fachportalen und Blogs, was bei der Einordnung mitgedacht werden sollte. Beim Support wird Solakon als deutsches Unternehmen mit Sitz in Schwäbisch Hall, gegründet 2022, mit mittlerweile über 300.000 Kunden und 30 Jahren Leistungsgarantie auf die Module beschrieben; in Nutzerbewertungen tauchen vereinzelt Kritikpunkte zu langen Speditions-Lieferzeiten und einer schwer erreichbaren Service-Hotline auf, insgesamt gilt der Anbieter aber als seriös.
Unser Fazit
Das Solakon onBasic 1000W ist in fast jeder Einzeldisziplin solide bis sehr gut bewertet – die App ist tatsächlich mehr als nur ein Verkaufsargument, die bifazialen Module liefern im Alltag ordentliche Erträge, und für die Inbetriebnahme braucht es keinen Fachbetrieb. Der wechselnde Wechselrichter über die Produktgenerationen hinweg ist kein Ausschlusskriterium, aber ein Punkt, den wir nicht verschweigen wollen: Wer sich an einem bestimmten Testbericht orientiert, sollte vor dem Kauf im Solakon-Shop prüfen, welche Wechselrichter-Variante aktuell tatsächlich verbaut wird. Für alle, die ein unkompliziertes Einsteiger-Set mit guter App-Anbindung suchen und mit der Möglichkeit leben können, dass sich die verbaute Technik seit dem letzten Test geändert haben könnte, bleibt das onBasic 1000W eine der besser bewerteten Optionen in seiner Preisklasse.
Wie seht ihr das?
Habt ihr das Solakon onBasic 1000W selbst im Einsatz – und wenn ja, welcher Wechselrichter steckt bei euch drin? Und: Wie wichtig ist euch eine Stiftung-Warentest-Note beim Kauf eines Balkonkraftwerks, wenn das gewünschte Modell dort gar nicht getestet wurde? Schreibt es uns in die Kommentare.
