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Saug- und Wischroboter

Roborock Saros 10R im Test: Navigation ohne Laserturm auf dem Prüfstand

Thomas Ramisch/ / 6 Min. Lesezeit / 17 Quellen
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Der Roborock Saros 10R ist der erste Saugroboter, der bei Vacuum Wars in allen fünf Hindernistests die volle Punktzahl von 24 von 24 geholt hat – und das ganz ohne den klassischen Laserturm, der bislang als Voraussetzung für präzise Navigation galt. Das ist der eigentliche Bruch, um den es in diesem Test geht: Roborock verzichtet beim Saros 10R komplett auf den ausfahrbaren Lidar-Turm und ersetzt ihn durch ein System aus Time-of-Flight-Sensoren und Kamera namens StarSight 2.0 – und wird dafür nicht mit schlechterer, sondern mit besserer Hinderniserkennung belohnt als praktisch jedes Konkurrenzmodell mit Turm.

Kurzfassung für Eilige: Der Saros 10R ist mit 7,98 Zentimetern Bauhöhe extrem flach, saugt mit bis zu 22.000 Pa auf Hartböden herausragend und navigiert dank StarSight 2.0 so sicher wie kein anderes Gerät im Testfeld. Die Wischleistung ist gut, aber je nach Testlabor unterschiedlich bewertet, und der Preis bleibt mit rund 1.000 bis 1.500 Euro Flaggschiff-Niveau. Wer viele niedrige Möbel hat und auf Nummer sicher bei der Hinderniserkennung gehen will, bekommt hier aktuell das ausgereifteste Gerät am Markt.

Wir haben 17 unabhängige Testberichte aus Deutschland, den USA und weiteren Märkten ausgewertet, dazu Labormessungen von Vacuum Wars und Tom’s Guide sowie Alltagsberichte aus Nutzer-Communities.

Design und Bauhöhe: Flach, aber nicht auf Kosten der Ausstattung

Mit 7,98 Zentimetern Höhe unterbietet der Saros 10R fast jeden Konkurrenten deutlich – TechRadar hebt genau das als Alleinstellungsmerkmal hervor, weil das Gerät ohne aufragenden Navigationsbuckel auskommt und dadurch unter Sofas, Betten und TV-Boards passt, wo andere Roboter schon an der Türunterkante scheitern. Möglich wird das durch den Verzicht auf den klassischen Lidar-Turm zugunsten der StarSight-Sensorik, die komplett im Gehäuse verschwindet. Zusätzlich verfügt der Saros 10R über ein anhebbares Chassis: Notebookcheck bestätigt im Datenblatt eine Hindernisüberwindung von bis zu 40 Millimetern, was Türschwellen und dickere Teppichkanten einschließt. Allround-PC ergänzt, dass der Roboter dabei aktiv Bürsten, Wischmopps und sogar das eigene Gehäuse anhebt, um Schwellen bis 3 Zentimeter zu erklimmen. Verarbeitung und Optik werden in allen Tests als hochwertig beschrieben, einzig die glänzende Oberfläche der Station gilt laut testit.de als ausgesprochener Fingerabdruckmagnet.

Navigation ohne Laserturm: StarSight 2.0 im Praxistest

Das eigentliche technische Wagnis ist die Navigation. Statt Lidar-Turm nutzt der Saros 10R laut Notebookcheck ein System aus vorderen und hinteren Time-of-Flight-Sensoren, einer RGB-Kamera zur Objekterkennung von 108 Objektarten sowie einem 3D-Wandsensor, der insgesamt über 21.600 Sensorpunkte pro Sekunde erfasst. In der Praxis zahlt sich das aus: Vacuum Wars vergibt als einziges Testlabor bislang die volle Punktzahl von 24 von 24 in der Hindernisvermeidung und kürt den Saros 10R deshalb zum „Best Obstacle Avoidance“-Gerät ihrer Awards für Mitte 2025 – bei einem Testdurchschnitt aller geprüften Roboter von gerade einmal 16 von 24 Punkten. Auch SmarthomeAssistent bestätigt im eigenen Messaufbau eine überdurchschnittlich sichere Hinderniserkennung. Allerdings zeigt sich hier ein Widerspruch zwischen Labortest und Alltag: Im Community-Bereich von SmarthomeAssistent berichtet ein Nutzer nach zwei Wochen Praxiseinsatz, dass der Roboter Tisch- und Stuhlbeine teilweise rammt statt sie zu umfahren – ein Effekt, den die standardisierten Labortests mit ihren definierten Testobjekten offenbar nicht vollständig abbilden. Vacuum Wars selbst weist in der Award-Begründung ausdrücklich darauf hin, dass Hinderniserkennung bei Robotern generell noch nicht in jeder Alltagssituation zuverlässig funktioniert, obwohl der Saros 10R im standardisierten Test perfekt abschneidet.

Saugleistung im Alltag

Mit einer angegebenen Saugkraft von bis zu 22.000 Pa gehört der Saros 10R zu den stärksten Geräten am Markt. Trusted Reviews bestätigt das mit einem eigenen Mehltest: Auf Teppich reichten zwei Durchgänge, um den Großteil des verteilten Mehls zu entfernen, auf Hartboden war die Fläche nach einem Durchgang komplett sauber, auch bis an Kanten und Sockelleisten heran. SmarthomeAssistent hat mit einer definierten Menge aus Vogelsand, Katzenstreu und Holzspänen gemessen und kam auf 99,22 von 100 Gramm aufgenommenem Material – nach eigenen Angaben ein Spitzenwert im Testfeld. Auf Teppichboden schaltet der Roboter dank Ultraschultsensor automatisch in einen stärkeren Modus, was laut Golem-Ratgeber besonders bei tieferem Flor sinnvoll ist, wenn auch mit spürbar höherem Stromverbrauch und dementsprechend kürzerer Laufzeit pro Akkuladung.

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Wischfunktion: Hier gehen die Testurteile auseinander

Bei der Wischleistung zeigt sich das deutlichste Meinungsbild-Gefälle im ganzen Testfeld. Auf der positiven Seite steht ein bei CHIP mit der Note 1,3 bewerteter Test (zusammengefasst bei billiger.de), der die Wischleistung als überzeugend beschreibt und selbst hartnäckige Flecken als gründlich beseitigt einstuft, wenn auch mit höherem Zeitaufwand. Auch Smart-Home-Fox lobt die rotierenden Wischpads samt FlexiArm-System, die dank ausschwenkbarem rechten Wischer bis in Ecken reichen sollen. Auf der kritischeren Seite stehen gleich mehrere Quellen: Netzwelt bemängelt Schwächen der Wischfunktion auf stark verschmutzten Flächen, Notebookcheck spricht von leichten Schwächen im eigenen Härtetest, und SmarthomeAssistent nennt die Wischleistung explizit als einzigen echten Kritikpunkt – gut, aber nicht Spitzenklasse, trotz beeindruckender Fleckenerkennung im eigenen Kaffee-Test. Trusted Reviews liefert dazu passende Messwerte: Kaffee- und Rotweinflecken wurden zuverlässig entfernt, bei eingetrocknetem Ketchup und Schlamm reichten zwei Durchgänge dagegen nicht aus, erst ein dritter brachte das gewünschte Ergebnis. Die Mopp-Anhebung von rund 22 Millimetern schützt zumindest Teppiche zuverlässig vor Feuchtigkeit, wie mehrere Tests unabhängig bestätigen.

Akku und Station

Der verbaute 6.400-mAh-Akku liegt laut Notebookcheck-Datenblatt im branchenüblichen Rahmen, wird von der Redaktion in der Pro-und-Contra-Liste aber trotzdem als geringe Akkulaufzeit kritisiert. Smart-Home-Fox präzisiert das mit konkreten Werten: Bei 100 Quadratmetern Reinigungsfläche blieben rund 50 Prozent Restakku übrig, für Wohnungen bis 150 Quadratmeter reicht eine Ladung demnach ohne Probleme. SmartZone.de kommt mit rund 60 Prozent Restakku nach 60 Quadratmetern in etwas mehr als 60 Minuten auf ein vergleichbares Bild und ordnet das explizit auf Augenhöhe mit dem direkten Konkurrenten Dreame X50 Ultra ein – beide Geräte zahlen für ausfahrbare Bauteile und smarte Zusatzfunktionen mit etwas höherem Verbrauch. Bei nicht ausreichender Akkuladung fährt der Roboter selbstständig zur Station, lädt nach und setzt die Reinigung an der zuletzt bearbeiteten Stelle fort. Die Station selbst überzeugt in allen Tests: Sie wäscht die Wischpads mit bis zu 80 Grad heißem Wasser, dosiert Reinigungsmittel automatisch und lädt laut testit.de vergleichsweise schnell. Bei der Lautstärke messen mehrere Quellen übereinstimmend 70 bis 72 Dezibel während des Absaugvorgangs an der Station – hörbar, aber im Marktvergleich akzeptabel.

7,9 von 10
Gesamtnote

Roborock Saros 10R

Wie ein Saugroboter ganz ohne Laserturm trotzdem den bislang einzigen perfekten Hindernistest aller Zeiten gewinnt.

Design & Bauhöhe 9,0 / 10
Navigation 9,0 / 10
Saugleistung 9,0 / 10
Wischleistung 7,0 / 10
Akku & Station 7,0 / 10
Preis-Leistung 6,0 / 10

Die Gesamtnote basiert auf unserer redaktionellen Auswertung von 17 unabhängigen Testberichten und eigener Recherche. Rechnerischer Durchschnitt der Kriterien: 7,8 – die Gesamtnote ist redaktionell gewichtet.

Unser Fazit

Der Saros 10R beweist etwas, das vor diesem Gerät noch niemand konsequent gezeigt hat: Ein Laserturm ist für erstklassige Navigation nicht zwingend nötig, wenn die Sensorik darunter stimmt. Genau da liegt auch die Stärke des Geräts – nicht in einer einzelnen Disziplin, sondern in der Kombination aus extrem flacher Bauform, sehr starker Saugleistung und einer Hinderniserkennung, die im Labor bislang unerreicht ist. Die Wischfunktion bleibt der Punkt, an dem sich die Redaktionen am wenigsten einig sind, und dürfte in der Praxis stark davon abhängen, wie hartnäckig die Flecken im eigenen Haushalt tatsächlich sind. Beim Preis, der je nach Aktion und Marktlage zwischen etwa 1.000 und knapp 1.500 Euro schwankt, kauft man ganz klar ein Flaggschiff mit allen Vor- und Nachteilen, die dieses Preissegment mit sich bringt: kompromisslose Technik, aber auch ein Aufpreis gegenüber Geräten wie dem regulären Saros 10, die einen Teil der Leistung für deutlich weniger Geld bieten.

Wie seht ihr das?

Ist euch bei einem Saugroboter die Hinderniserkennung wichtiger als eine makellose Wischleistung, oder würdet ihr eher zum etwas günstigeren Saros 10 mit Laserturm greifen? Und falls ihr den 10R schon selbst im Einsatz habt: Deckt sich die Community-Erfahrung mit rammenden Tischbeinen mit eurem Alltag, oder lief die Hinderniserkennung bei euch tatsächlich makellos? Wir sind gespannt auf eure Kommentare.

Ausgewertete Quellen 17

Thomas Ramisch

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