Philips Dual Basket NA555/00 im Test: Die „Selbstreinigung“, die man selbst nachputzen muss
Philips bewirbt die Dampfreinigungsfunktion des NA555/00 als bequeme Möglichkeit, Fettablagerungen von selbst zu lösen. TechRadar hat genau das über Wochen im eigenen Haushalt getestet und kommt zu einem ernüchternden Ergebnis: Die Dampfreinigung löst zwar Fett, wer danach eine wirklich saubere Fritteuse will, muss trotzdem selbst nachwischen, eine „helfende Hand“ sei weiterhin nötig, wie es die Redaktion formuliert. Auch bei der Gesamtnote gehen die ausgewerteten Quellen auseinander: Während das ETM Testmagazin keine „echten Schwächen“ erkennt und 95,9 Prozent vergibt, kommt Computer Bild beim selben Gerät nur auf „gut“ mit 1,8. Acht Tests zeigen: Der Dual Basket NA555/00 ist ein technisch außergewöhnliches Gerät, aber nicht ganz so mühelos, wie es die Werbung verspricht.
Kurzfassung für Eilige
Das Alleinstellungsmerkmal des NA555/00 ist die Kombination aus zwei unabhängigen Garkörben und einer echten Dampffunktion, ein Kombiangebot, das laut mehreren Quellen kaum ein Konkurrent in dieser Form bietet. Bei Kochergebnissen herrscht weitgehend Einigkeit, bei Komfortdetails wie der beworbenen Selbstreinigung und der Bedienungsanleitung zeigen sich dagegen in mehreren Tests kleinere, aber wiederkehrende Kritikpunkte.

Design & Verarbeitung: hochwertig, mit einem kleinen Wackelkontakt
Heise online bestenlisten hat das Gerät im eigenen Testlabor genauer unter die Lupe genommen und beschreibt die Verarbeitung als sehr ordentlich, die Front ist komplett mit Edelstahlplatten verkleidet, was dem Gerät laut Redaktion einen wertigen Look verleiht. Ein konkreter Schwachpunkt fällt der Redaktion dabei auf: Der Wassertank für die Dampffunktion sitzt oben auf dem Gehäuse etwas locker in seiner Halterung, auch der Deckel liegt nur lose auf und kann beim Transport leicht herunterfallen. Bei der Gehäusetemperatur überzeugt das Gerät dagegen, maximal 55 Grad oben und höchstens 30 Grad vorne wurden gemessen, die Griffe bleiben durchgehend angenehm kühl.
Die Dual-Basket-Technik: zwei Körbe, ein durchdachtes Konzept
Zwei unabhängig steuerbare Garkörbe, ein großer mit sechs Litern und ein kleinerer mit drei Litern, lassen sich laut Expert Reviews UK sowohl separat als auch gleichzeitig nutzen, inklusive einer Sync-Funktion, die beide Körbe zeitgleich fertigstellt. Ideal Home bestätigt das im eigenen Test, äußert sich insgesamt aber deutlich zurückhaltender als andere Quellen und beschreibt das Gerät als eines, das solide seinen Zweck erfüllt, ohne wirklich zu begeistern. Konkret bemängelt die Redaktion das eher industrielle Design, den durch den Wassertank zusätzlich vergrößerten Platzbedarf und eine aus ihrer Sicht wenig hilfreiche gedruckte Anleitung, die stattdessen nur über einen QR-Code zu einer Website mit dem vollständigen Handbuch verweist.
Die Dampffunktion: das eigentliche Highlight
Hier sind sich die meisten Quellen einig, dass Philips mit der Dampffunktion tatsächlich etwas Neues bietet. TechRadar testete das Gerät über mehrere Wochen intensiv und beschreibt insbesondere die Kombination aus Dampf und Heißluft als überzeugend für Fleisch und Kuchen, die dadurch spürbar saftiger bleiben, während sich Gemüse, Fisch und Teigtaschen durch die reine Dampffunktion besonders schonend zubereiten lassen. Das ETM Testmagazin zeigt sich von der Dampffunktion regelrecht überrascht, da kaum ein anderes bisher getestetes Gerät über diese Möglichkeit verfügt, und vergibt am Ende die volle Punktzahl in praktisch allen Testkategorien.
Die Sache mit der Selbstreinigung
Hier liegt der eigentliche Aufhänger dieses Tests. Philips bewirbt die automatische Dampfreinigungsfunktion als Möglichkeit, Fettablagerungen im großen Korb und rund um das Heizelement mühelos zu entfernen. TechRadar hat diese Funktion im eigenen Haushalt mehrfach genutzt und kommt zu einem differenzierten Urteil: Die Funktion löst zwar tatsächlich Fett und Verschmutzungen, wer das Gerät danach wirklich sauber haben möchte, muss trotzdem selbst nachwischen, die Redaktion listet das explizit als Kritikpunkt in ihrer Pro-und-Contra-Übersicht. Ideal Home erwähnt die Dampfreinigung dagegen unter den positiven Eigenschaften des Geräts, ohne die praktische Einschränkung näher zu thematisieren, ein Unterschied, der vermutlich daran liegt, wie intensiv beide Redaktionen die Funktion tatsächlich im Alltag genutzt haben.
Die Sache mit den Testnoten
Auch bei der Gesamtbewertung zeigt sich ein deutlicher Unterschied zwischen den Quellen. Das ETM Testmagazin erkennt nach eigenen Angaben keine echten Schwächen und vergibt 95,9 Prozent, Note „sehr gut“. Computer Bild kommt beim selben Gerät nach eigenem Test nur auf „gut“ mit der Note 1,8, wie eine Otto-Produktseite mit Zitat aus dem Originaltest bestätigt. Auch die aggregierten Bewertungen der Vergleichsportale gehen auseinander: testberichte.de listet für die baugleiche NA552-Variante die Note „sehr gut“ (1,3), während testbericht.de auf Basis mehrerer zusammengeführter Quellen bei „sehr gut“ (91 von 100 Punkten) landet. Insgesamt tendiert die Mehrheit der ausgewerteten Quellen zu einem sehr positiven Urteil, Computer Bild bildet mit seiner zurückhaltenderen Note eine klare Ausnahme.
Unser Fazit
Der Philips Dual Basket NA555/00 bietet mit der Kombination aus zwei unabhängigen Garkörben und einer echten Dampffunktion etwas, das kaum ein direkter Konkurrent in dieser Form anbietet, und die meisten ausgewerteten Quellen honorieren das mit überdurchschnittlich guten Noten. Kleinere Komfortversprechen wie die beworbene Selbstreinigung halten dem intensiven Praxistest von TechRadar aber nicht ganz stand, und auch der etwas wacklige Wassertank, den heise online bestenlisten dokumentiert, zeigt, dass auch ein Premium-Gerät dieser Preisklasse nicht frei von kleinen Schwachstellen ist. Wer die Dampffunktion wirklich regelmäßig nutzen will, bekommt hier trotzdem eines der interessantesten Geräte am Markt.
Wie seht ihr das?
Nutzt ihr die Dampffunktion regelmäßig, oder ist sie bei euch eher ein selten genutztes Extra? Und: Musstet ihr nach der Dampfreinigung auch selbst nachwischen, oder war euer Eindruck positiver als bei TechRadar? Schreibt es uns in die Kommentare.
