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Saug- und Wischroboter

MOVA Z60 Ultra Roller Complete im Test: Bei diesem Punkt widersprechen sich die Tester

Thomas Ramisch/ / 6 Min. Lesezeit / 14 Quellen
familie am tisch bem essen Symbolbild
Symbolbild KI generiert

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Ausgerechnet bei der Akkulaufzeit gehen die Meinungen zum neuen MOVA-Flaggschiff auseinander: Die einen loben eine Ausdauer, mit der selbst Wohnungen jenseits der 100 Quadratmeter kein Problem sind, die anderen bemängeln einen auffällig hohen Verbrauch. Wir haben 14 unabhängige Testberichte ausgewertet, um herauszufinden, was an dem 28.000-Pascal-Saug- und Wischroboter mit Rollwalze wirklich dran ist.

Kurzfassung für Eilige: Der Z60 Ultra Roller Complete saugt und wischt auf Hartboden nahezu auf Referenzniveau, die Navigation arbeitet zuverlässig, und die Wartungsstation nimmt dem Nutzer fast alles ab. Wer eine kompromisslose Reinigung will und mit dem Premium-Preis leben kann, bekommt hier eines der derzeit stärksten Geräte am Markt – Abstriche gibt es bei Akku-Effizienz und App-Bedienung.

Design und Verarbeitung: gutes Handwerk mit kleinen Macken

Optisch setzt MOVA auf ein rundes, aufgeräumtes Gehäuse mit einer Basisstation, die gegenüber dem eckigeren Schwestermodell von Dreame kompakter und moderner wirkt, inklusive glänzender Front und einem beleuchteten Ring am einfahrbaren Lasersensor-Turm. Mit ausgefahrenem Turm misst der Roboter knapp 12 Zentimeter Höhe und ist damit spürbar dicker als flache Konkurrenzmodelle, was unter niedrigen Möbeln zum Problem werden kann. Der erste Eindruck beim Auspacken ist bei fast allen Testern positiv: keine scharfen Kanten, sauber verarbeitete Oberflächen, ein Gesamtsystem statt Einzelteile. Kritischer wird es im Detail: Ein Nutzer bemängelt in seinem Langzeittest einen Deckel, der eher aufliegt als richtig einrastet, ein anderer beschreibt gelegentliches Klappern der vorderen und hinteren Laufrollen. Auch die Bürstenabdeckung schleift bei manchen Exemplaren hörbar über den Boden. Kein Totalausfall, aber eben auch nicht ganz die Premium-Präzision, die der Preis erwarten lässt.

Saug- und Wischleistung: stark, mit Ausreißern bei den Messwerten

Bei der reinen Reinigungsleistung sind sich die meisten Tests einig: Auf Hartboden liefert der Z60 nahezu makellose Ergebnisse, auch grober Schmutz und Tierhaare werden zuverlässig aufgenommen. Ein Test beziffert die aufgenommene Staubmenge auf rund 98,8 Prozent, ein anderer kommt bei maximaler Saugstufe auf etwa 80 Prozent – ein Unterschied, der sich am ehesten mit unterschiedlichen Testaufbauten und Bodenbelägen erklären lässt, nicht mit einem grundsätzlichen Leistungsproblem. Auf Hochflorteppichen und bei stark eingetrockneten Verschmutzungen zeigen mehrere Tester dagegen übereinstimmend Schwächen. Die 28.000 Pascal Saugkraft liegen zwar unter den 30.000 Pascal des Dreame-Schwestermodells, in der Praxis fällt dieser Unterschied laut mehreren Quellen aber kaum auf. Für die Kombination aus Saugen und Wischen in einem Durchgang setzt MOVA auf einen doppelten Hauptbürstenkopf, der Haare und Fäden schon vor dem Einzug voneinander trennen soll, statt sie erst im Nachhinein aus einer einzelnen Bürste zu ziehen. Genau dieses Detail nennt ein englischsprachiger Test als Grund dafür, warum der Z60 im direkten Vergleich mit dem Dreame Aqua10 seltener mit verhedderten Haaren am Einzug zu kämpfen hatte, selbst nach mehreren automatischen Absaugvorgängen. Für Haushalte mit langhaarigen Menschen oder Tieren im Haus ist das ein Punkt, der im Alltag stärker ins Gewicht fällt als ein paar Prozentpunkte mehr oder weniger bei der reinen Saugkraft.

Die Wischwalze: der eigentliche Clou des Geräts

Statt klassischer Wischpads setzt MOVA auf eine motorisierte Rollwalze, die während der Fahrt kontinuierlich mit frischem Wasser gespült wird, während das Schmutzwasser getrennt abgeführt wird – so soll der Roboter nie mit verschmutztem Wasser wischen. Zwölf Düsen übernehmen die laufende Reinigung der Walze, die Feuchtigkeitsabgabe lässt sich in 32 Stufen regulieren. Nach dem Einsatz spült die Station die Walze mit rund 80 Grad heißem Wasser durch, trocknet sie mit Warmluft und bietet zusätzlich eine per App aktivierbare UV-Desinfektion. Erkennt der Roboter einen Teppich, hebt er die Walze an und fährt zusätzlich ein Schutzschild aus, damit der Teppich trocken bleibt. In der Praxis überzeugt das Konzept: mehrere Tester beschreiben ein nahezu streifenfreies Wischergebnis bis dicht an die Kante. Ein Nutzer weist allerdings darauf hin, dass am äußersten Rand rund ein Zentimeter ungewischt bleibt, was im Alltag kaum auffällt. Vereinzelt berichten Nutzer in Foren zudem von zu viel Wasserabgabe auf empfindlichem Echtholzparkett – ein Punkt, den Besitzer solcher Böden im Blick behalten sollten.

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Navigation und Hinderniserkennung: selten überfordert

Für die Orientierung kombiniert der Z60 einen einfahrbaren Lidar-Turm mit einer RGB-Kamera, 3D-Structured-Light und einem LED-Licht für dunkle Bereiche. Ein US-amerikanischer Test mit standardisiertem Hindernisparcours bescheinigt dem Gerät 21 von 24 möglichen Punkten und liegt damit deutlich über dem Durchschnitt vergleichbarer Geräte. Kabel, Tisch- und Stuhlbeine sowie kleinere Gegenstände werden zuverlässig erkannt und umfahren, Türschwellen bis 80 Millimeter Höhe überwindet der Roboter dank ausfahrbarer Stützbeine. Einzig bei liegen gelassenen Socken kapituliert das System laut einem Testbericht regelmäßig. Auch bei der Raumerkennung gibt es kaum Beanstandungen, lediglich die automatische Aufteilung des Flurs musste in einem Test manuell nachjustiert werden. Bemerkenswert ist außerdem, wie der Roboter mit engen Möbelzwischenräumen umgeht: Fährt er unter niedrige Sofas oder Betten, senkt sich der Lidar-Turm automatisch ab, damit auch dort noch gewischt werden kann, statt den Bereich einfach auszusparen. In Kombination mit der binokularen KI-Bilderkennung, die laut Hersteller mehr als 200 Objekttypen unterscheiden kann, meiden mehrere Tester zufolge auch typische Problemfälle wie Kabelsalat, Kinderspielzeug oder Haustierzubehör das Schicksal, aufgesaugt oder eingewickelt zu werden. In einem mehrwöchigen Alltagstest mit Haustieren im Haushalt blieb der Roboter demnach durchgehend ohne Fehlfahrt oder Blockade.

Akkulaufzeit, App und Preis: hier scheiden sich die Geister

Bei der Ausdauer widersprechen sich die Quellen am deutlichsten. Ein Test lobt eine Akkulaufzeit, mit der selbst mehrstöckige Wohnungen über 100 Quadratmeter kein Problem darstellen, ein anderer nennt genau diesen Punkt als einzige spürbare Schwäche und verweist auf einen im Vergleich hohen Stromverbrauch, den auch Nutzer in Foren immer wieder ansprechen. Ein technisches Datenblatt beziffert die reine Akkulaufzeit auf rund 2,5 Stunden. Am plausibelsten lässt sich das so einordnen: Für normale bis große Wohnungen reicht der Akku im Alltag aus, wer aber regelmäßig sehr große oder mehrstöckige Flächen am Stück reinigen lässt, sollte die Ladepausen einplanen. Bei der App-Bedienung fällt das Bild ähnlich gemischt aus: Die Funktionstiefe wird durchweg gelobt, mehrere Tester empfinden die Menüführung bei den Reinigungseinstellungen aber als unnötig kompliziert, während ein anderer Test die MOVA-App im direkten Vergleich sogar übersichtlicher findet als die sehr ähnliche App von Schwestermarke Dreame. Preislich positioniert sich der Z60 Ultra Roller Complete im Premiumsegment, liegt aber nach mehreren Quellen rund 100 Euro unter vergleichbaren Flaggschiffen von Roborock oder Dreame – inklusive eines umfangreichen Zubehörpakets aus Ersatzwalzen, Filtern, Staubbeuteln und Reinigungsmitteln, das für rund ein Jahr Betrieb ausgelegt ist.

7,8 von 10
Gesamtnote

MOVA Z60 Ultra Roller Complete

Fast baugleich mit dem Dreame-Flaggschiff – und trotzdem eine klare eigene Kaufempfehlung.

Saugleistung 9,0 / 10
Wischleistung 9,0 / 10
Navigation & Hinderniserkennung 8,0 / 10
Akku & Ausdauer 6,0 / 10
App & Bedienung 7,0 / 10
Verarbeitung & Lieferumfang 8,0 / 10

Die Gesamtnote basiert auf unserer redaktionellen Auswertung von 14 unabhängigen Testberichten und eigener Recherche. Rechnerischer Durchschnitt der Kriterien: 7,8 – die Gesamtnote ist redaktionell gewichtet.

Unser Fazit

Der MOVA Z60 Ultra Roller Complete ist technisch nah an der Spitze des aktuellen Marktes und in vielen Punkten kaum von seinem etwas teureren Dreame-Pendant zu unterscheiden – wer daran stört, dass ein Gerät wenig Eigenständigkeit zeigt, wird das als Kritikpunkt werten. Wer dagegen einfach den besten Kompromiss aus Saugleistung, Wischqualität und Wartungsaufwand für sein Geld sucht, bekommt hier ein rundum überzeugendes Paket mit überschaubaren Schwachstellen bei Akku-Effizienz und App-Übersicht. Für Haushalte mit sehr hohen Schwellen oder dickem Hochflorteppich lohnt sich vorher ein Blick auf die Teppich-Testergebnisse, alle anderen dürften mit dem Z60 zufrieden sein.

Wie seht ihr das? Habt ihr Erfahrungen mit Wischwalzen-Robotern gegenüber klassischen Wischpads gemacht – lohnt sich der Umstieg? Und wie wichtig ist euch beim Kauf, dass ein Gerät technisch eigenständig ist statt eng mit einem Schwestermodell verwandt?

Ausgewertete Quellen 14

Thomas Ramisch

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