Amazon Fire TV Cube im Test: Lohnt sich der Aufpreis zum Fire TV Stick?
Ein Test bringt es auf den Punkt: Der Fire TV Cube liefert Bild und Ton, die kaum besser sind als bei seinem „halb so teuren Geschwister“ – gemeint ist der reguläre Fire TV Stick. Wer den Cube kauft, zahlt also nicht in erster Linie für schärfere Bilder, sondern für etwas ganz anderes: einen waschechten Echo-Lautsprecher, der zufällig auch noch streamt. Ob sich das lohnt, hängt stark vom eigenen Alexa-Alltag ab.
Auf einen Blick
Der Fire TV Cube ist der schnellste und funktionsreichste Fire-TV-Player, den Amazon je gebaut hat – mit HDMI-Eingang für externe Geräte, freihändiger Alexa-Steuerung und eingebautem Lautsprecher. Bild und Ton unterscheiden sich laut mehreren Tests aber kaum vom deutlich günstigeren Fire TV Stick 4K Max. Wer kein Alexa-Haushalt ist, zahlt hier vor allem für Funktionen, die er nie nutzt.
Zwei Geräte in einem Gehäuse
Amazon kombiniert beim Cube zwei Produktkategorien: Fire-TV-Streaming und Echo-Lautsprecher. PC-WELT beschreibt das Konzept treffend als Kombination aus Fire TV Stick und Echo Dot in einem Gehäuse, die dank verbesserter Hardware elegant und schnell arbeitet und sich dank Alexa komplett freihändig steuern lässt. Das bedeutet aber auch: Anders als ein Stick braucht der Cube einen sichtbaren Stellplatz vor dem Fernseher, versteckt sich also nicht unauffällig hinter dem Gerät. Optisch hat sich das gegenüber der zweiten Generation deutlich verändert – statt Klavierlack-Optik kommt die dritte Generation laut NETZWELT jetzt mit stoffbezogener Front, wie man sie von Amazons Echo-Lautsprechern kennt.

Hardware und Leistung
Im Inneren arbeitet ein Octa-Core-Prozessor mit vier Kernen à 2,2 GHz und vier weiteren à 2,0 GHz, dazu 2 GB Arbeitsspeicher und 16 GB interner Speicher, wie testberichte.de auflistet. Damit ist der Cube laut mehreren Quellen deutlich leistungsfähiger als der Fire TV Stick 4K Max. TheTestedHub misst in einem sechsmonatigen Dauertest durchschnittliche App-Startzeiten von 1,7 Sekunden und bezeichnet den Cube als die bislang schnellste Streaming-Box, die Amazon je verkauft hat.
Ein echtes Alleinstellungsmerkmal gegenüber Fire TV Stick, Apple TV und Google TV Streamer ist der HDMI-Eingang: Über ihn lässt sich zum Beispiel eine Kabel-Box, Spielkonsole oder Webcam direkt durch den Cube hindurchschleifen, sodass sich per Sprachbefehl zwischen allen angeschlossenen Quellen wechseln lässt. DIGITAL FERNSEHEN bestätigt, dass zusätzlich ein Ethernet-Anschluss direkt eingebaut ist – bei früheren Generationen war dafür noch ein separater Adapter nötig.
Bild, Ton und die große Preisfrage
Genau hier wird es spannend: What Hi-Fi? attestiert dem Fire TV Cube in seinem Labortest zwar ein ordentlich scharfes Bild und exzellente App-Kompatibilität, kritisiert aber blasse Farben, ein insgesamt uninspiriertes Bild und einen leblosen Klang – und stellt fest, dass Bild- und Tonqualität kaum besser ausfallen als beim etwa halb so teuren Fire TV Stick 4K Max. Wer also in erster Linie auf Bildqualität aus ist, bekommt beim Cube keinen erkennbaren Mehrwert gegenüber der günstigeren Stick-Variante.
Alexa, Fernbedienung und der eingebaute Lautsprecher
Das Kernargument für den Cube bleibt die Sprachsteuerung. Ein Far-Field-Mikrofon-Array registriert Befehle auch aus einiger Entfernung und ganz ohne Fernbedienung, wie Stiftung Warentest in seinem Test bestätigt. TheTestedHub berichtet, dass die freihändige Alexa-Erkennung im Test auch in einem großen Wohnzimmer zuverlässig funktionierte. Zusätzlich verfügt der Cube über eine eigene Lautsprechereinheit, die Audioausgabe unabhängig vom Fernseher ermöglicht – praktisch, wenn der Fernseher aus ist und man dennoch eine Frage an Alexa stellen möchte.
Kritikpunkte aus den Tests
Stiftung Warentest bewertet den Fire TV Cube (3. Gen.) in seiner Ausgabe 5/2025 mit „gut“ (1,6) und Platz 4 von 17 getesteten Streaming-Geräten. Gelobt werden starke Rechenleistung, umfassende Streaming-Funktionalität und breite Format-Unterstützung sowie Sprachsteuerung und HDMI-Eingang; bemängelt wird dagegen ein unübersichtlich gestalteter Startbildschirm sowie das Fehlen eines Klinken- oder Toslink-Audioausgangs. TheTestedHub formuliert es pointierter: Der Startbildschirm dränge Prime-Video-Inhalte und Werbeflächen auf, die sich nicht entfernen lassen – ein Kritikpunkt, der praktisch in jedem Fire-TV-Test auftaucht. PC-WELT bringt den größten Streitpunkt schließlich auf den Punkt: Der hohe Preis sei schwer zu verkraften, relativiere sich aber deutlich, wenn man ohnehin einen Echo Dot kaufen wollte.
Was die Fachpresse zusammenfasst
TV Guide beschreibt in seinem aktuellen Test den Cube inzwischen weniger als Streaming-Gerät und mehr als Kommandozentrale fürs gesamte Entertainment-System, dank KI-gestützter Fire-TV-Suche und Wi-Fi 6E. T3 sieht den Cube als leistungsstarken Media-Streamer mit freihändiger Alexa-Steuerung, stellt aber ebenfalls die berechtigte Frage, ob sich der Aufpreis gegenüber dem deutlich günstigeren Fire TV Stick 4K wirklich lohnt. Der Straßenpreis schwankt spürbar: Während die unverbindliche Preisempfehlung bei rund 160 Euro liegt, gab es den Cube laut einem Bericht von Kotaku Anfang 2026 zeitweise mit 21 Prozent Rabatt für umgerechnet rund 100 US-Dollar plus Eintauschbonus für ältere Geräte.
Unser Fazit
Der Fire TV Cube ist in erster Linie kein besserer Streamer, sondern ein besserer Alexa-Lautsprecher mit Streaming-Funktion obendrauf. Wer bereits im Amazon-Alexa-Ökosystem lebt, per Sprache zwischen Kabel-Box, Konsole und Streaming-Diensten wechseln will und den eingebauten Lautsprecher zu schätzen weiß, bekommt hier ein durchdachtes Gesamtpaket. Wer dagegen nur auf bessere Bildqualität aus ist, sollte laut mehreren unabhängigen Tests eher zum deutlich günstigeren Fire TV Stick 4K Max greifen – der liefert nahezu dieselbe Bild- und Tonqualität zum Bruchteil des Preises.
Was denkt ihr?
Würdet ihr den Aufpreis für freihändige Alexa-Steuerung und den HDMI-Eingang zahlen, oder reicht euch ein normaler Streaming-Stick völlig aus? Und wie wichtig ist euch ein eingebauter Lautsprecher, der auch bei ausgeschaltetem Fernseher funktioniert?
