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Balkonkraftwerk & Solar

Anker Solix Solarbank E1600 und E1600 Pro im Test: Zwei Generationen, ein Problem

Thomas Ramisch/ / 6 Min. Lesezeit / 17 Quellen
titelbild zum beitrag der anker solix solarbank
Symbolbild KI generiert

Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Kaufst du darüber ein, kostet dich das keinen Cent extra – hilft uns aber enorm, weiterhin unabhängige Tests wie diesen zu recherchieren. Danke dafür!

Fünf Zusatzakkus lassen sich unter die Anker Solix Solarbank 2 E1600 Pro stapeln, macht rechnerisch 9,6 kWh Speicher für ein Balkonkraftwerk. Klingt nach der Krönung der Energiewende auf dem heimischen Balkon. Nur: Ein Test-Nutzer, der das System seit Monaten betreibt, rechnet in seinem Erfahrungsbericht vor, dass diese Maximalausbaustufe in Deutschland kaum jemand sinnvoll voll laden kann, weil die PV-Leistung eines normalen Balkonkraftwerks dafür schlicht nicht reicht. Genau dieser Widerspruch zwischen Marketing-Versprechen und Alltagsrealität zieht sich durch beide Generationen der Anker Solix Solarbank, die Basisversion E1600 und die leistungsstärkere E1600 Pro. Wir haben 16 unabhängige Tests und Erfahrungsberichte ausgewertet, um herauszufinden, welches der beiden Modelle sich für wen lohnt.

Kurzfassung für Eilige

Die Anker Solix Solarbank E1600 speichert überschüssigen Strom aus einem bestehenden Balkonkraftwerk und gibt ihn abends oder nachts wieder ans Hausnetz ab, ganz ohne Elektriker oder Dach-Installation. Die Basisversion ist günstig und solide, aber mit nur einem MPPT-Tracker und externem Wechselrichter technisch limitiert. Die E1600 Pro kostet mehr, bringt aber vier MPPT-Tracker, einen integrierten Wechselrichter und die Option auf ein Smart Meter für eine bedarfsgerechte Einspeisung mit. Wer nur ein einfaches Balkonkraftwerk nachrüsten will, kommt mit der Basisversion aus. Wer öfter Schatten auf einzelnen Modulen hat oder später erweitern will, sollte gleich zur Pro-Version greifen.

Symbolbild KI generiert

Installation: Der einzige Teil, der wirklich in fünf Minuten geht

Beim Aufbau sind sich fast alle Tester einig, hier hält Anker sein Versprechen. Die Solarbank wird zwischen die PV-Module und den Wechselrichter geklemmt, per MC4-Stecker, ganz ohne Werkzeug. Ein Tester von nextpit beschreibt das Setup als „unfassbar einfach“, sowohl bei der Hardware als auch bei der Software. Die Verpackung wirkt bei beiden Varianten hochwertig, das Gehäuse ist laut mehreren Quellen übereinstimmend nach IP65 zertifiziert und damit spritzwassergeschützt für den Außeneinsatz geeignet. Anker gibt zudem eine Kompatibilität mit rund 99 Prozent aller handelsüblichen Balkonkraftwerke an, unabhängig vom Wechselrichter-Hersteller. Getestet wurde das unter anderem erfolgreich mit Geräten von Hoymiles, APsystems und TSUN.

Der große Unterschied: ein MPPT gegen vier

Technisch trennen sich die beiden Modelle deutlich. Die Basisversion E1600 hat nur einen MPPT-Tracker (Maximum Power Point Tracking) und eine maximale Eingangsleistung von 800 Watt, der Wechselrichter sitzt extern im Balkonkraftwerk. Sind zwei Module unterschiedlich stark verschattet, zieht das laut mehreren Testberichten den Ertrag beider Module gleichzeitig nach unten, weil nur ein gemeinsamer Regelkreis existiert. Die E1600 Pro löst das mit vier eigenen MPPT-Trackern und einer Eingangsleistung von bis zu 2.400 Watt, dazu kommt ein integrierter Wechselrichter, sodass kein separates Gerät mehr nötig ist. Notebookcheck bestätigt im direkten Vergleich: Jedes Modul lässt sich bei der Pro-Version einzeln optimieren, was sich bei Teilverschattung unmittelbar in mehr Ertrag niederschlägt. Beide Modelle nutzen einen LiFePO4-Akku (LFP) mit 1,6 kWh Bruttokapazität, Anker gibt 6.000 Ladezyklen und zehn Jahre Garantie an. Die Pro-Version lässt sich zusätzlich mit bis zu fünf Zusatzakkus auf rechnerisch 9,6 kWh erweitern, wobei ein Erfahrungsbericht auf elefacts.de zurecht anmerkt, dass diese Maximalausbaustufe an den meisten Tagen in Deutschland gar nicht voll aufgeladen werden kann, weil die PV-Leistung eines typischen Balkonkraftwerks dafür nicht ausreicht.

Die App-Frage: Wie viel Strom darf wirklich fließen?

Hier widersprechen sich die ausgewerteten Quellen tatsächlich. Ein Test auf smartzone.de beschreibt, dass sich die Einspeiseleistung im sogenannten Energieplan von 100 bis 800 Watt in 10-Watt-Schritten frei regeln lässt. Ein Erfahrungsbericht auf wattlife.de kommt dagegen zu dem Schluss, dass sich im Energieplan keine Werte unter 150 Watt einstellen lassen, solange kein zusätzlicher 0-Watt-Ausgangsschalter verbaut ist, ohne den speist die Solarbank dauerhaft mindestens 150 Watt ins Hausnetz ein, selbst wenn im Plan 0 Watt eingestellt sind. Dieser Widerspruch lässt sich am ehesten mit unterschiedlichen Firmware- und Hardware-Ständen erklären, neuere Auslieferungen der Basisversion haben den 0-Watt-Schalter mittlerweile bereits fest eingebaut. Wer eine gebrauchte oder ältere E1600 kauft, sollte das vor dem Kauf gezielt prüfen. Ein weiterer Kritikpunkt, den mehrere Tests unabhängig voneinander nennen: In der App lässt sich nur ein einziger Zeitplan hinterlegen, unterschiedliche Einspeisezeiten für Werktage und Wochenende sind nicht vorgesehen, und die Startzeit eines Zeitfensters muss laut einem Praxistest zwingend vor der Endzeit liegen. Ein Zeitfenster von 23 bis 6 Uhr über Mitternacht hinweg lässt sich damit schlicht nicht abbilden.

Effizienz im Alltag: Ehrlich, aber mit Reibungsverlusten

Sinkt die Leistung der Solarmodule gegen Abend, etwa auf 40 Watt, speist die Solarbank laut wattlife.de tatsächlich nur diese 40 Watt ins Hausnetz ein, auch wenn im Energieplan mehr eingestellt ist. Erst wenn die Solarmodule gar keinen Strom mehr liefern, greift die Bank auf den gespeicherten Akku zurück und liefert die eingestellte Leistung konstant. Ist der Akku dagegen bereits voll, schaltet ein interner Bypass durch und leitet den gesamten produzierten Solarstrom direkt weiter, unabhängig von der Einspeisebegrenzung. In einem Beitrag im Photovoltaikforum kritisiert ein Nutzer der E1600 Pro zudem, dass die interne 16-Volt-Architektur des Akkus zu Umwandlungsverlusten von über 15 Prozent führen könne, besonders bei geringem PV-Ertrag. Das steht im Kontrast zu den Effizienzangaben aus Ankers eigenem Marketing und wurde in unseren ausgewerteten Herstellerquellen nicht bestätigt, sollte aber als Praxiserfahrung nicht unter den Tisch fallen.

Smart Meter und die Grenzen der Offenheit

Die E1600 Pro lässt sich optional mit einem separat erhältlichen Anker-Smart-Meter koppeln, das ein Elektriker in die Unterverteilung einbaut. Damit erkennt das System den tatsächlichen Strombedarf im Haus und passt die Einspeisung laut heise-Test innerhalb weniger Sekunden bedarfsgerecht an, statt starr nach Zeitplan zu arbeiten. Der Haken dabei, den heise als größten Kritikpunkt an der Pro-Version benennt: Das System bleibt geschlossen. Anders als die Konkurrenzprodukte von Zendure oder EcoFlow lässt sich die Solarbank nicht mit Shelly-Messgeräten oder Smart-Home-Zentralen wie Home Assistant koppeln, wer bereits ein bestehendes Smart-Home-Ökosystem betreibt, muss beim Anker-System eine separate Insel-Lösung akzeptieren.

Preis und Wirtschaftlichkeit

Die Basisversion E1600 ist mittlerweile deutlich unter ihrem ursprünglichen Einführungspreis zu haben, aktuelle Preisvergleiche zeigen Angebote ab rund 300 Euro (Stand: August 2026, Preise schwanken je nach Aktion stark). Die E1600 Pro bewegt sich aktuell bei rund 390 bis 400 Euro für das Basismodell ohne Zusatzakkus. Anker selbst wirbt mit einer Amortisation innerhalb weniger Jahre und Einsparungen von über 2.000 Euro über 15 Jahre, konkrete Werte hängen aber stark vom eigenen Verbrauchsprofil und der Ausrichtung des Balkonkraftwerks ab, solche Herstellerrechnungen sollte man mit Vorsicht genießen. Wer sich für die Basisversion entscheidet, sollte zudem wissen, dass mit der Solarbank 3 Pro inzwischen ein Nachfolger mit fast 70 Prozent mehr Kapazität und KI-gestützter Steuerung existiert, preislich allerdings in einer anderen Liga spielt.

7,7 von 10
Gesamtnote

Anker Solix Solarbank E1600 und E1600 Pro

Guter Speicher fürs Balkonkraftwerk, den die eigene App unnötig ausbremst.

Installation & Kompatibilität 9,0 / 10
Kapazität & Erweiterbarkeit 7,0 / 10
App & Bedienung 6,0 / 10
Effizienz im Alltag 7,0 / 10
Verarbeitung & Wetterschutz 9,0 / 10
Preis-Leistung 8,0 / 10

Die Gesamtnote basiert auf unserer redaktionellen Auswertung von 16 unabhängigen Testberichten und eigener Recherche. Rechnerischer Durchschnitt der Kriterien: 7,7 – die Gesamtnote ist redaktionell gewichtet.

Unser Fazit

Die Anker Solix Solarbank bleibt einer der einfachsten Wege, aus einem bestehenden Balkonkraftwerk mehr Eigenverbrauch herauszuholen, und das ohne Elektriker und ohne Wartezeit. Die Basisversion E1600 ist für unverschattete Standorte mit einem einfachen Zwei-Modul-Setup weiterhin eine solide, günstige Wahl. Sobald aber Teilverschattung, Erweiterungswünsche oder eine dynamische Einspeisung ins Spiel kommen, führt kaum ein Weg an der E1600 Pro vorbei, deren vier MPPT-Tracker und das optionale Smart Meter den Aufpreis in den meisten Fällen rechtfertigen. Bitter bleibt bei beiden Varianten die App: Ein einziger Zeitplan ohne Wochentag-Differenzierung fühlt sich 2026 nicht mehr zeitgemäß an, und dass Anker sein System komplett von Shelly und Home Assistant abschottet, wird all jenen sauer aufstoßen, die bereits ein offenes Smart-Home-System betreiben.

Wie seht ihr das?

Nutzt ihr bereits eine Anker Solix Solarbank, und wenn ja, welche Version? Und wie wichtig ist euch die Möglichkeit, den Speicher in ein bestehendes Smart-Home-System einzubinden, oder reicht euch die Anker-App völlig aus? Schreibt es uns in die Kommentare.

Ausgewertete Quellen 17

Thomas Ramisch

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