Anker MagGo Powerbank (Qi2) im Test: Der Ständer ist das eigentliche Killerfeature
Ein iPhone von 50 auf 100 Prozent laden, kabellos, in rund zwei Stunden, das war früher mit Qi-Ladegeräten schlicht nicht drin. Der alte Qi-Standard begrenzte iPhones auf 7,5 Watt, MagSafe brauchte Apples eigene Technik für die vollen 15 Watt. Mit Qi2 ändert sich das: Der neue Wireless-Standard bringt MagSafe-Tempo für alle kompatiblen Ladegeräte, ganz ohne Apple-Exklusivität. Die Anker MagGo Powerbank war eine der ersten, die diesen Sprung mitgemacht hat, und mehrere Tests sind sich in einem Punkt auffallend einig: Nicht die neue Ladegeschwindigkeit ist das eigentlich überzeugende Feature, sondern der unscheinbare Klappständer auf der Rückseite, der aus einer reinen Powerbank nebenbei ein Schreibtisch-Dock macht.
Die Kurzfassung für Eilige: Die Anker MagGo Powerbank (10K) verbindet volles Qi2-Tempo für iPhones mit einem informativen Display, einem stabilen Klappständer und solider Verarbeitung, verlangt dafür aber auch einen spürbar höheren Preis als vergleichbare kabelgebundene Powerbanks. Wer viel am Schreibtisch oder unterwegs kabellos laden will und ein iPhone ab Serie 12 besitzt, bekommt eine der durchdachtesten Lösungen am Markt, wer Android nutzt oder Wert auf minimales Gewicht legt, sollte genauer hinschauen.
Verarbeitung: Soft-Touch-Oberfläche mit Klappständer aus Aluminium
Die MagGo Powerbank setzt auf eine angenehme Soft-Touch-Oberfläche mit leichtem Zweifarb-Effekt, die Vorderseite hellgrau, der Rest des Gehäuses weiß. Auf der Rückseite sitzt das eigentliche Herzstück: ein Klappständer aus Aluminium, der sich über eine kleine Feder und ein Scharnier aufstellen lässt und das angedockte iPhone im Hoch- oder Querformat in einem für den Schreibtisch angenehmen Winkel hält. ComputerBase und mehrere weitere Tests loben die Verarbeitungsqualität ausdrücklich, ein Test merkt allerdings an, dass der Mechanismus mit seiner kleinen Feder etwas filigran wirkt und beim Aufstellen etwas Vorsicht verlangt. TechRadar nennt die Kombination aus Gewicht und Dicke als größten Kritikpunkt: Wer eine möglichst leichte, schlanke Powerbank sucht, merkt schnell, dass hier viel Technik in ein kompaktes Gehäuse gepackt wurde, und das hat spürbares Gewicht.

Das Display: kleiner Bildschirm statt LED-Kette
Statt einer einfachen LED-Reihe zeigt ein kleines Display Ladestand in Prozent, verbleibende Zeit sowie Symbole für aktives Laden oder Entladen. Macwelt beschreibt das Display als „ausgezeichnet ablesbar“ und einen Pluspunkt, den man nach kurzem Einsatz nicht mehr missen möchte. TechRadar sieht das differenzierter: Die reine Ablesbarkeit sei kein Problem, die angezeigten Zeitschätzungen für Rest-Ladezeit hält der Test im direkten Vergleich mit der tatsächlichen Ladedauer aber für unzuverlässig, ein Detail, das in den eher kurz angetesteten Quellen wie Macwelt oder ComputerBase nicht auftaucht. Wer sich stark auf die Zeitanzeige verlässt, sollte diese Einschränkung im Hinterkopf behalten.
Qi2 in der Praxis: volle 15 Watt, aber nur fürs iPhone
Der eigentliche Clou der MagGo-Serie ist die Qi2-Zertifizierung. Für iPhone-Nutzer ändert sich dadurch faktisch nichts an der Ladegeschwindigkeit, die vollen 15 Watt entsprechen exakt dem, was MagSafe schon vorher bot, Qi2 macht diese Geschwindigkeit aber erstmals herstellerunabhängig verfügbar. ComputerBase testete die Powerbank über mehrere Wochen im Reise- und Alltagseinsatz mit einem iPhone 13 Pro und beschreibt sie als äußerst nützlichen Begleiter, gerade weil kein passendes Kabel mehr mitgeschleppt werden muss. TechRadar maß konkret: Ein iPhone 13 Pro kam von 50 auf 100 Prozent in rund zwei Stunden, eine vollständige Ladung von leer würde demnach etwa vier Stunden dauern und entleerte dabei die Powerbank auf 73 Prozent, was rechnerisch drei bis vier volle iPhone-Ladungen aus einer Akkuladung ergibt. Macworld bestätigt diese Größenordnung mit einem iPhone 15: eine volle Ladung von 0 auf 100 Prozent, danach noch einmal 0 auf 70 Prozent, insgesamt also etwa 1,7 volle Ladungen.
Wichtig für alle mit Android-Smartphone: Die Qi2-Wireless-Funktion ist ausschließlich für iPhones ab Serie 12 nutzbar, ein Kritikpunkt, den TechRadar explizit als Contra-Punkt aufführt. Über den USB-C-Port lässt sich zwar jedes Gerät kabelgebunden laden, die kabellose Magnethalterung bleibt aber Apple-Geräten vorbehalten, da sie auf MagSafe-kompatible Magnetausrichtung angewiesen ist.
Kabelgebunden und beim Aufladen selbst: konkrete Zahlen, leicht unterschiedliche Angaben
Bei den Wattangaben zeigt sich zwischen den Quellen eine Uneinigkeit, die sich bei genauerem Hinsehen aber auflösen lässt: Macwelt gibt für das Aufladen der Powerbank selbst über den USB-C-Port maximal 20 Watt an, während TechRadar und Digital Camera World von 27 Watt kabelgebundener Ladeleistung sprechen. Der Unterschied liegt vermutlich darin, dass die 20 Watt das Eingangslimit zum Wiederaufladen der Powerbank beschreiben, während die 27 Watt die Ausgangsleistung meinen, mit der ein angeschlossenes Gerät über das USB-C-Kabel versorgt wird. ComputerBase maß für den Ladevorgang der Powerbank selbst mit 18 Watt konkret 2 Stunden und 45 Minuten bis zur vollen Ladung, ein für die Kapazität plausibler Wert. Wer beim Kauf auf die exakten Wattzahlen achtet, sollte also klar zwischen Eingangs- und Ausgangsleistung unterscheiden, die Herstellerseite selbst nennt für den USB-C-Ausgang 5V/3A beziehungsweise 9V/3A.
Wärmeentwicklung und Alltagstauglichkeit
9to5Toys verglich die neue 15-Watt-Generation direkt mit einem älteren 7,5-Watt-Modell von Anker und stellt fest, dass die MagGo spürbar weniger warm wird als der Vorgänger, komplett verschwunden ist die Erwärmung beim kabellosen Laden aber nicht, ein Verhalten, das bei magnetischem Wireless-Charging mit höherer Leistung praktisch unvermeidbar ist und keinen Ausreißer darstellt. Trusted Reviews hebt zusätzlich die gute Effizienz beim kabelgebundenen Laden hervor, hier geht vergleichsweise wenig Energie als Wärme verloren. Für den Alltag am Schreibtisch, etwa im von Apple eingeführten StandBy-Modus, eignet sich der Ständer laut mehreren Tests gut, ein Testbericht merkt allerdings an, dass für den ganztägigen Dauereinsatz am Schreibtisch die kleinere 6.6K-Variante der Serie mit anderer Standlösung praktischer sein könnte.
Unser Fazit
Die Anker MagGo Powerbank (10K) ist keine Powerbank für alle, sondern ein sehr gezieltes Angebot für iPhone-Nutzer, die kabelloses Laden mit voller Geschwindigkeit und einen brauchbaren Schreibtisch-Ständer in einem Gerät wollen. Die Kombination aus Display, stabilem Aluminium-Klappständer und solider Verarbeitung überzeugt in praktisch allen ausgewerteten Tests, kleinere Kritikpunkte betreffen vor allem das Gewicht, die nicht ganz verlässliche Zeitanzeige und den im Vergleich zu einfachen kabelgebundenen Powerbanks spürbar höheren Preis. Wer kein iPhone besitzt oder ohnehin nur kabelgebunden lädt, zahlt für Funktionen, die er nie nutzt, dafür gibt es deutlich günstigere Alternativen ohne Qi2.
Wie seht ihr das?
Nutzt ihr kabelloses Laden im Alltag wirklich, oder greift ihr am Ende doch meistens zum Kabel? Und ist euch ein eingebauter Ständer wie bei der MagGo einen Aufpreis wert, oder würdet ihr lieber eine schlankere, günstigere Powerbank ohne diesen Schnickschnack kaufen? Schreibt es uns in die Kommentare.
