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E-Scooter

Xiaomi Electric Scooter 4 Pro im Test: Lohnt sich der Aufpreis?

netzfazit.de Redaktion/ / 4 Min. Lesezeit / 10 Quellen
Xiaomi Electric Scooter 4 Pro Titelbild
Symbolbild KI generiert

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700 Watt Spitzenleistung, 55 Kilometer Reichweite, Doppelscheibenbremse – auf dem Papier wirkt der Xiaomi Electric Scooter 4 Pro wie ein großer Sprung gegenüber dem Vorgänger Pro 2. In der Praxis kommen mehrere Tester bei der Reichweite kaum über das hinaus, was der günstigere Pro 2 schon konnte. Genau dieser Widerspruch zwischen Datenblatt und Alltag zieht sich durch die zehn Tests, die wir für diesen Artikel ausgewertet haben.

Xiaomi positioniert den 4 Pro klar als Topmodell der eigenen Scooter-Reihe – mit entsprechendem Preis von rund 700 bis 800 Euro zum Marktstart. Ob sich der Aufpreis gegenüber dem deutlich günstigeren Pro 2 wirklich lohnt, zeigt der Blick in die Details.

Kurzfassung für Eilige

Der 4 Pro überzeugt mit hochwertiger Verarbeitung, starker Zuladung von 120 Kilogramm und ordentlicher Reichweite von realistisch 45 bis 51 Kilometern. Die Motorleistung wurde für den deutschen Markt gedrosselt, die Ladezeit von 8 bis 9 Stunden ist vergleichsweise lang, und mit 16,5 bis 17 Kilogramm Gewicht ist er kein Leichtgewicht.

Xiaomi Electric Scooter 4 Pro Artikelbild
Symbolbild KI generiert

Verarbeitung und Design

Der Aufbau ist in wenigen Handgriffen erledigt: Lenker aufstecken, vier Schrauben festziehen, Werkzeug liegt bei. Inside Digital lobt die hochwertige Verarbeitung aus überwiegend dunkelgrauem Aluminium mit roten Farbakzenten, kritisiert aber das glänzende Kunststoffdisplay, das schnell verkratzt – dafür ist es auch bei Sonnenlicht gut ablesbar. Scootervergleich.net bemängelt das Gewicht von 16,5 Kilogramm als „gerade noch grenzwertig“ für den täglichen Transport in Bus oder Bahn.

Optisch bleibt sich Xiaomi treu: Anthrazit mit roten Akzenten, am hinteren Schutzblech eine Fläche für das Versicherungskennzeichen. Mit 1,20 Metern Länge ist der 4 Pro spürbar größer geworden als sein Vorgänger, was laut Winfuture vor allem großgewachsenen Fahrern und Nutzern mit großen Füßen zugutekommt – das Trittbrett bietet mehr Fläche und rutschfestes Material.

Fahrverhalten, Bremsen und Motor

Der eigentlich verbaute 700-Watt-Motor wird für den deutschen Markt auf 350 Watt Nenndauerleistung und 20 km/h Höchstgeschwindigkeit gedrosselt – eine Folge der StVZO-Vorgaben, nicht der Technik selbst. e-roller.com merkt an, dass sich die reduzierte Leistung an Steigungen bemerkbar macht: In der Ebene spielt sie keine Rolle, am Testberg wirkt der Motor „schleppend“ im Vergleich zu stärkeren Konkurrenzmodellen. Xataka bestätigt das aus spanischer Perspektive, wo der Scooter mit ungedrosselten 25 km/h getestet wurde: An der steilsten Stelle der Teststrecke fiel die Geschwindigkeit im Sportmodus auf 13 km/h.

Bei den Bremsen hat Xiaomi nachgelegt. Winfuture beschreibt eine neue Doppelscheibenbremse am Hinterrad, die den Scooter im Test nach rund drei Metern zum Stehen bringt – ein guter Wert für die Klasse. Clubic weist allerdings darauf hin, dass der 4 Pro über keine Federung verfügt, was auf schlechtem Untergrund spürbar wird. Inside Digital bestätigt: Auf Asphalt und festem Belag fährt sich der Scooter ausgezeichnet, Kopfsteinpflaster ist dagegen nichts für ihn.

Akku und Reichweite

Die 55 Kilometer aus dem Datenblatt beziehen sich auf Idealbedingungen. Scootervergleich.net hat in mehreren Testfahrten zwischen 48 und 51,5 Kilometer im sparsameren Modus gemessen, im maximalen Sportmodus mit voller Geschwindigkeit sank der Wert auf rund 45 Kilometer. Damit liegt der 4 Pro klar über den 45 Kilometern des Vorgängers Pro 2, auch wenn der Sprung im Alltag kleiner ausfällt als die Datenblatt-Differenz vermuten lässt.

Kritischer wird die Ladezeit gesehen: 8 bis 9 Stunden für eine volle Ladung nennen mehrere Quellen übereinstimmend als spürbar länger als bei der Konkurrenz. Der verbaute 446-Wh-Akku (12.400 mAh) ist nicht wechselbar. Positiv fällt in mehreren Nutzerbewertungen bei PcComponentes auf, dass der Scooter auch mit rund 90 Kilogramm Fahrergewicht an Steigungen ohne spürbaren Leistungsabfall fährt – ein Vorteil der auf 120 Kilogramm ausgelegten Zuladungsgrenze.

Ausstattung und Alltagstauglichkeit

Selbstreparierende Reifen gehören ebenso zur Ausstattung wie ein beleuchtetes LCD-Display mit Geschwindigkeits- und Akkuanzeige. Meisterscooter.de hebt das kompakte Packmaß von 46 mal 16 Zentimetern im gefalteten Zustand positiv hervor – trotz der insgesamt gewachsenen Abmessungen im ausgeklappten Zustand. Ein praktisches Detail für den Alltag: der Walk-Modus mit 5 km/h Maximalgeschwindigkeit, der sich laut Inside Digital gut zum Schieben von Lasten eignet, etwa beim Transport schwerer Pakete neben dem Scooter her.

Zur Straßenzulassung in Deutschland: Der 4 Pro verfügt über eine Allgemeine Betriebserlaubnis des Kraftfahrt-Bundesamts, muss dafür aber auf die hierzulande erlaubten 20 km/h gedrosselt werden und seitliche Reflektoren tragen. Wer das internationale Modell ohne deutsche Zulassung importiert, fährt damit nicht legal auf öffentlichen Straßen.

7,0 von 10
Gesamtnote

Xiaomi Electric Scooter 4 Pro

Solides Topmodell mit starken Bremsen, aber ohne Federung und mit langer Ladezeit.

Verarbeitung 8,0 / 10
Reichweite & Akku 7,0 / 10
Bremsen & Sicherheit 8,0 / 10
Fahrkomfort 6,0 / 10
Alltagstauglichkeit 7,0 / 10
Preis-Leistung 6,0 / 10

Die Gesamtnote basiert auf unserer redaktionellen Auswertung von 10 unabhängigen Testberichten und eigener Recherche. Rechnerischer Durchschnitt der Kriterien: 7,0 – die Gesamtnote ist redaktionell gewichtet.

Unser Fazit

Der Xiaomi Electric Scooter 4 Pro ist ein solider, aber kein revolutionärer Nachfolger. Verarbeitung, Bremsleistung und Zuladung überzeugen in den ausgewerteten Tests durchweg, die Reichweite liegt real spürbar über dem Pro 2 – allerdings nicht in dem Maß, das die Datenblatt-Differenz von 45 zu 55 Kilometern suggeriert. Wer bereits einen Pro 2 besitzt, muss den Umstieg nicht überstürzen. Für Neukäufer, die Wert auf hohe Zuladung und robuste Bremsen legen, ist der 4 Pro dennoch eine gute Wahl – vorausgesetzt, man akzeptiert das hohe Gewicht und die lange Ladezeit.

Wie seht ihr das?

Würdet ihr für die zusätzliche Reichweite und die stärkeren Bremsen den Aufpreis zum Pro 2 zahlen? Und wie wichtig ist euch eine Federung, die der 4 Pro ja komplett vermissen lässt?

Ausgewertete Quellen 10

netzfazit.de Redaktion

Das Redaktionsteam von netzfazit.de wertet für jeden Beitrag mehrere unabhängige Testberichte aus, prüft Widersprüche zwischen den Quellen und schreibt daraus eine eigenständige Einordnung.

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