Zum Inhalt springen
E-Scooter

Segway-Ninebot MAX G2 D im Test: Lohnt sich der Kauf?

netzfazit.de Redaktion/ / 5 Min. Lesezeit / 10 Quellen
Segway-Ninebot MAX G2 D Titelbild
Symbolbild KI generiert

Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Kaufst du darüber ein, kostet dich das keinen Cent extra – hilft uns aber enorm, weiterhin unabhängige Tests wie diesen zu recherchieren. Danke dafür!

Segway-Ninebot wirbt mit einer Reichweite von 70 Kilometern. Stiftung Warentest kürte den MAX G2 D trotzdem im August 2025 zum Testsieger, während mehrere unabhängige Tester im Alltag nur auf 32 bis 46 Kilometer kommen. Dieser Widerspruch zwischen Werksangabe und gemessenem Praxiswert zieht sich durch fast jeden Test – und er zeigt gut, worauf es bei diesem Modell wirklich ankommt.

Segway-Ninebot MAX G2 D Artikelbild
Symbolbild KI generiert

Wir haben zehn Tests und Erfahrungsberichte ausgewertet, von Stiftung Warentest über heise online bis zu Foren-Reichweitentests aus der Praxis. Das Ergebnis: Der MAX G2 D ist einer der komfortabelsten E-Scooter seiner Preisklasse, mit ein paar Einschränkungen bei App und Zwangsregistrierung.

Kurzfassung für Eilige

Der MAX G2 D überzeugt in nahezu allen Tests durch Fahrkomfort, Verarbeitung und Bremsleistung. Die Reichweite liegt real bei 32 bis 46 Kilometern statt der beworbenen 70. Kritikpunkte sind die verpflichtende App-Registrierung und das mit 24,3 Kilogramm hohe Gewicht.

Verarbeitung und erster Eindruck

Der Aufbau ist in wenigen Minuten erledigt: auspacken, Lenker aufstecken, sechs Schrauben fixieren, fertig. Heise online beschreibt das Trittbrett als länger und breiter als bei vielen Wettbewerbern, gummiert und griffig auch bei Nässe. Das hintere Schutzblech sitzt laut Testern fest genug, um auch mal einen Tritt wegzustecken, ohne zu wackeln.

Optisch hält sich der G2 D zurück: mattes Schwarz, unterbrochen von gelb-orangenen Akzenten an Lenker und Trittbrett. Testberichte.de lobt die Materialauswahl als hochwertig für die Preisklasse – Metall statt Kunststoff an den tragenden Teilen, saubere Spaltmaße am Klappmechanismus. Mit 24,3 Kilogramm gehört der Scooter allerdings zu den schwereren Modellen im Test, was ihn für die letzte Meile in Bus oder Bahn weniger praktikabel macht als leichtere Alternativen.

Fahrverhalten: die eigentliche Stärke

Hier sind sich die Tester ungewöhnlich einig. Der G2 D kombiniert eine hydraulische Federung vorne mit einer Doppelfederung hinten – ein Aufwand, den viele Konkurrenten in dieser Preisklasse nicht betreiben. Ein Tester aus Bremerhaven beschreibt es so: Straßenflicken, denen man mit einem ungefederten Scooter noch bewusst ausweicht, überfährt der G2 D praktisch ohne Komfortverlust.

Der bürstenlose Motor mit bis zu 900 Watt Spitzenleistung sorgt für zügiges Anfahren, auch an Steigungen bis 22 Prozent. Getestet wurde außerdem eine zuschaltbare Traktionskontrolle, die bei Nässe und Laub für spürbar mehr Grip sorgt, laut Testern auf trockener Straße aber kaum nötig ist. Bei den Bremsen setzt Segway auf eine einhebelige Lösung, die vordere Trommelbremse und hintere Rekuperationsbremse gleichzeitig anspricht. Heise online bewertet die Dosierbarkeit als gut, bemängelt aber, dass der zweite Bremshebel für die rein elektrische Bremse – anders als beim Vorgänger G30D II – entfallen ist.

Akku und Reichweite: Werbeversprechen versus Praxis

Die 70 Kilometer Reichweite gelten laut Hersteller nur im langsamsten Eco-Modus, bei Idealbedingungen und geringem Fahrergewicht. In der Praxis sehen die Werte anders aus. heise online kalkuliert bei 85 Kilogramm Fahrergewicht und zügiger Stadtfahrt mit viel Stopp-and-go realistische 40 Kilometer. Nutzer im eScooter-Forum bestätigen das: Bei rund 87 Kilogramm Fahrergewicht, leichtem Wind und gemischtem Untergrund wurden 32 Kilometer bis zur 20-Prozent-Marke gemessen, ein anderer Nutzer kam bei 78 Kilogramm auf 46 Kilometer im sparsamen Modus.

Wind, Kälte und unbefestigte Wege drücken die Reichweite laut mehreren Tests zusätzlich – bei starkem Gegenwind sind bis zu 40 Prozent weniger möglich, auf Schotter rund 30 Prozent. Der Akku mit 551 Wattstunden (15.300 mAh) ist nicht wechselbar und braucht laut Datenblatt etwa sechs Stunden für eine volle Ladung. Wer täglich lange Strecken fährt, sollte die Herstellerangabe also eher als Bestfall unter Laborbedingungen einordnen, nicht als Alltagswert.

Sicherheit und Ausstattung

Der G2 D gehört zu den wenigen E-Scootern seiner Preisklasse mit eingebauten Blinkern – vorne und hinten in die Griffenden integriert. heise online merkt an, dass sich der Blinker nicht automatisch abschaltet, was Fahrer im Blick behalten müssen, um andere Verkehrsteilnehmer nicht zu verwirren. Dazu kommen eine gut hörbare elektrische Hupe, ein Display mit Geschwindigkeits- und Akkuanzeige sowie selbstdichtende, schlauchlose 10-Zoll-Reifen, die laut Hersteller Löcher bis 4 Millimeter eigenständig abdichten.

Die zulässige Zuladung liegt bei 120 Kilogramm – ein Pluspunkt gegenüber dem Vorgänger, der bei 100 Kilogramm endete. Für die Ortung im Falle eines Diebstahls ist der Scooter zusätzlich mit Apple Find My kompatibel.

App und Bedienung: der größte Kritikpunkt

Während Fahrverhalten und Ausstattung fast durchweg gut wegkommen, häuft sich bei der App-Anbindung die Kritik. Mehrere Forennutzer berichten von einer verpflichtenden Erstregistrierung über die Segway-Ninebot-App, die bei Gebrauchtkauf oder Vorbesitzer-Bindung zu Problemen führen kann. Auch Verbindungsprobleme und eine als unübersichtlich empfundene Alternativ-App werden in Nutzerforen wiederholt angesprochen. Positiv: Wer die App einmal eingerichtet hat, kann Fahrmodi, Traktionskontrolle und Boost-Funktion darüber bequem verwalten – laut einem Update-Hinweis kamen 2024 per Firmware zusätzlich ein Boost-Modus, ein Fußgänger-Modus und eine Parkfunktion am Hang hinzu.

8,2 von 10
Gesamtnote

Segway-Ninebot MAX G2 D

Premium-Federung und Testsieger-Titel, aber App und Zwangsregistrierung bremsen die Bestnote.

Fahrkomfort & Federung 9,0 / 10
Reichweite & Akku 8,0 / 10
Verarbeitung 9,0 / 10
Sicherheit & Ausstattung 9,0 / 10
App & Bedienung 6,0 / 10
Preis-Leistung 8,0 / 10

Die Gesamtnote basiert auf unserer redaktionellen Auswertung von 10 unabhängigen Testberichten und eigener Recherche. Rechnerischer Durchschnitt der Kriterien: 8,2 – die Gesamtnote ist redaktionell gewichtet.

Unser Fazit

Der Segway-Ninebot MAX G2 D ist unter den getesteten Quellen ein klarer Fall von „teuer, aber es stimmt was für das Geld“. Federung, Bremsen und Verarbeitung liegen spürbar über dem, was man in der Preisklasse um 600 Euro sonst bekommt, und die Auszeichnung von Stiftung Warentest untermauert das. Die Reichweitenangabe sollte man dagegen mit gesundem Menschenverstand relativieren: 40 Kilometer im Alltag sind ein sehr guter, aber eben kein 70-Kilometer-Wert. Wer einen komfortablen, sicheren Pendler-Scooter sucht und das hohe Gewicht sowie die App-Registrierung in Kauf nimmt, macht mit dem G2 D wenig falsch.

Wie seht ihr das?

Seid ihr selbst schon den MAX G2 D gefahren – deckt sich euer Reichweiten-Alltag mit den Forenwerten aus diesem Test? Und wie wichtig ist euch die Federung im Vergleich zu einem geringeren Gewicht?

Ausgewertete Quellen 10

netzfazit.de Redaktion

Das Redaktionsteam von netzfazit.de wertet für jeden Beitrag mehrere unabhängige Testberichte aus, prüft Widersprüche zwischen den Quellen und schreibt daraus eine eigenständige Einordnung.

Wie seht ihr das?

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

einmal die Woche

Neue Tests direkt ins Postfach

Jeden Freitag ein kurzer Überblick: welche Geräte wir ausgewertet haben, welche Note dabei herauskam und was die Testberichte sich widersprechen lassen.

„Wir nutzen deine E-Mail-Adresse ausschließlich für unseren Newsletter. Nach der Bestätigung per Double-Opt-in kannst du dich jederzeit über den Link in jeder E-Mail wieder abmelden – Details dazu in der Datenschutzerklärung."