Zum Inhalt springen
Streaming-Boxen & -Sticks

Google TV Streamer im Test: Chromecast ist tot, es lebe der Nachfolger – zum doppelten Preis

netzfazit.de Redaktion/ / 5 Min. Lesezeit / 13 Quellen
Google TV Streamer Titelbild
Symbolbild KI generiert

Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Kaufst du darüber ein, kostet dich das keinen Cent extra – hilft uns aber enorm, weiterhin unabhängige Tests wie diesen zu recherchieren. Danke dafür!

Als Google im Herbst 2024 die Chromecast-Marke offiziell beerdigte, verschwand mit ihr auch der günstigste Zugang zu Google TV. Der Nachfolger, der Google TV Streamer, kostet in etwa das Doppelte des letzten Chromecast mit Google TV. Die spannende Frage, die sich durch fast jeden Test zieht: Rechtfertigt die neue Hardware diesen Sprung, oder zahlt man am Ende vor allem für ein neues Gehäuse?

Auf einen Blick

Der Google TV Streamer ist spürbar schneller als der alte Chromecast, bringt erstmals einen Ethernet-Anschluss mit und fungiert dank Matter und Thread als waschechte Smart-Home-Zentrale. Der Haken: Der Preis hat sich fast verdoppelt, ein HDMI-Kabel liegt nicht bei, und der Stick muss zwingend an die Steckdose – Strom über den USB-Port des Fernsehers reicht nicht mehr.

Warum Google die Chromecast-Marke geopfert hat

Digitec bringt es im Test auf den Punkt: Der Google TV Streamer ist schneller, vielseitiger und sichtbarer als sein Vorgänger und rechtfertigt den etwas höheren Preis. Statt eines unauffälligen Dongles, der hinter dem Fernseher verschwindet, setzt Google jetzt bewusst auf ein ovales Gehäuse in mattem Weiß beziehungsweise Beige, das gut sichtbar vor dem TV-Gerät stehen soll. Tech Advisor beschreibt das neue Design als deutliche Abkehr vom bisherigen Konzept – Google wollte offensichtlich nicht länger nur ein Stick-Hersteller sein, sondern eine vollwertige Set-Top-Box anbieten.

Hardware: Mehr Tempo, aber nicht ohne Kompromisse

Im Inneren arbeitet laut heise online ein flotter Mediatek-Chip zusammen mit 4 GB Arbeitsspeicher und 32 GB internem Speicher – nach Angaben von Google rund 22 Prozent schneller als der Prozessor im alten Chromecast mit Google TV, wie Tech Advisor berichtet. Im Praxistest von heise sprintet die Oberfläche spürbar butterweich durch die Menüs, Apps starten nahezu verzögerungsfrei, und die Ruckler, die dem Vorgänger noch anhingen, sind komplett verschwunden. Auch CNN Underscored bestätigt im eigenen Test kurze Ladezeiten für 4K-Inhalte, sowohl über WLAN als auch per Ethernet-Kabel – letzteres ist bei diesem Gerät erstmals überhaupt verfügbar und macht den Streamer laut CNN zu einer sinnvollen Wahl für alle mit überlasteten Heimnetzwerken.

Google TV Streamer Artikelbild
Symbolbild KI generiert

Ein Wermutstropfen bleibt beim WLAN-Standard: Der verbaute Mediatek-Chip funkt laut iptv-anbieter.info nur mit Wi-Fi 5 statt des inzwischen üblichen Wi-Fi 6, was das Gerät technisch nicht mehr ganz auf Höhe der Zeit hält. Auch das Netzteil sorgt für Diskussionen – anders als beim Chromecast reicht der USB-Port des Fernsehers zur Stromversorgung nicht mehr aus, der Streamer braucht laut TechRadar zwingend eine freie Steckdose.

Bild und Ton

4K-Auflösung mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde, dazu Dolby Vision, HDR10, HDR10+ und HLG-Unterstützung sowie Dolby Atmos für den Sound – auf dem Papier lässt der Google TV Streamer kaum Wünsche offen. In der Praxis fällt das Urteil differenzierter aus: What Hi-Fi? lobt ein natürliches, ausgewogenes Bild mit guter Detailzeichnung, kritisiert aber einen eher uninspirierten Klang und fehlende Bilddynamik im direkten Vergleich zu Konkurrenzgeräten. Digitec berichtet zudem von gelegentlichen Problemen beim Abspielen von Dolby-Vision-Inhalten aus dem eigenen Medienserver, während dieselben Dateien auf dem alten Chromecast problemlos liefen – ein Nischenproblem, das aber zeigt, dass auch die neue Hardware nicht komplett fehlerfrei arbeitet.

Die neue Fernbedienung und das Smart-Home-Talent

Google hat die Fernbedienung überarbeitet: Die Lautstärkewippe wanderte von der Seite auf die Vorderseite, dazu kommt ein frei belegbarer Schnellzugriffs-Knopf für einen bevorzugten Streaming-Dienst. Heise online lobt diese Änderung ausdrücklich als deutlich intuitiver als beim Vorgänger, bemängelt aber weiterhin die symmetrische Form, durch die sich die Fernbedienung im Dunkeln kaum ertasten lässt. Ein cleveres Detail, das mehrere Tests hervorheben: Verliert man die Fernbedienung, lässt sie sich per Knopf am Gerät oder per Sprachbefehl über ein Google-Gerät zum Piepsen bringen, wie CNN Underscored im Test beschreibt.

Richtig interessant wird der Streamer als Smart-Home-Zentrale. Dank eingebautem Matter-Hub und Thread-Border-Router lassen sich Smart-Home-Geräte direkt über ein Panel steuern, das sich von der rechten Bildschirmseite einblenden lässt – inklusive Live-Bild von angeschlossenen Kameras direkt auf dem Fernseher, wenn etwa jemand an der Haustür klingelt. Wer bereits Google-Home-Geräte im Haushalt hat, bekommt hier laut TheTestedHub einen waschechten Zusatznutzen, der über reines Streaming hinausgeht.

Was die internationale Presse sagt

Ein Sammelurteil mehrerer US-Redaktionen bei TechSpot zeigt ein geteiltes Bild: The Verge nennt den Google TV Streamer die beste Set-Top-Box, die Google je gebaut hat, und empfiehlt sie für unter 100 US-Dollar uneingeschränkt weiter. Tom’s Guide vergibt zwar eine Empfehlung, kritisiert aber ausdrücklich den gegenüber dem Vorgänger verdoppelten Preis und dass sich das Gerät wegen der neuen Bauform nicht mehr hinter dem Fernseher verstecken lässt. ExpertReviews sieht den Preis als größten Kritikpunkt, lobt aber Geschwindigkeit, Bedienoberfläche und die Smart-Home-Integration als klare Stärken.

Testnoten im deutschsprachigen Raum

heise online kürte den Google TV Streamer in einem Vergleichstest zum Testsieger unter den Android-basierten Streaming-Sticks, mahnt aber ebenfalls an, dass der anfängliche Preis von rund 110 Euro angesichts von Schwächen wie dem veralteten Wi-Fi-5-Standard und dem Steckdosenzwang gerade noch gerechtfertigt sei. Positiv fällt auf, dass der Preis inzwischen deutlich gesunken ist: Lag er laut heise Anfang 2025 noch bei über 110 Euro, kostet das Gerät aktuell häufig um die 80 Euro – ein Effekt, der das anfängliche Preisargument gegen den Streamer merklich abschwächt.

8,2 von 10
Gesamtnote

Google TV Streamer

Der beste Google-TV-Stick, den es je gab – nur eben nicht mehr der günstigste.

Bildqualität 8,0 / 10
Performance 9,0 / 10
Bedienung 8,0 / 10
Smart-Home-Integration 9,0 / 10
Preis-Leistung 7,0 / 10

Die Gesamtnote basiert auf unserer redaktionellen Auswertung von 13 unabhängigen Testberichten und eigener Recherche. Rechnerischer Durchschnitt der Kriterien: 8,2 – die Gesamtnote ist redaktionell gewichtet.

Unser Fazit

Der Google TV Streamer ist die konsequente Weiterentwicklung des Chromecast-Gedankens: schneller, vielseitiger und mit echtem Mehrwert für Smart-Home-Haushalte. Wer bereits mit Google Home lebt oder von einem in die Jahre gekommenen Chromecast umsteigt, bekommt hier ein spürbares Upgrade. Reine Streaming-Nutzer ohne Smart-Home-Ambitionen sollten dagegen genau rechnen: Der ursprüngliche Einführungspreis war für das gebotene Paket sportlich, inzwischen relativiert sich das Bild durch gesunkene Straßenpreise deutlich.

Diskutiert mit

Würdet ihr den höheren Preis gegenüber dem alten Chromecast für die Smart-Home-Integration in Kauf nehmen, oder reicht euch ein einfacher Streaming-Stick ohne Zusatzfunktionen? Und wie wichtig ist euch persönlich ein Ethernet-Anschluss am Streaming-Gerät?

Ausgewertete Quellen 13

netzfazit.de Redaktion

Das Redaktionsteam von netzfazit.de wertet für jeden Beitrag mehrere unabhängige Testberichte aus, prüft Widersprüche zwischen den Quellen und schreibt daraus eine eigenständige Einordnung.

Wie seht ihr das?

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

einmal die Woche

Neue Tests direkt ins Postfach

Jeden Freitag ein kurzer Überblick: welche Geräte wir ausgewertet haben, welche Note dabei herauskam und was die Testberichte sich widersprechen lassen.

„Wir nutzen deine E-Mail-Adresse ausschließlich für unseren Newsletter. Nach der Bestätigung per Double-Opt-in kannst du dich jederzeit über den Link in jeder E-Mail wieder abmelden – Details dazu in der Datenschutzerklärung."