Philips Airfryer Combi XXL HD9880/90 im Test: „Sehr gut“ bei CHIP, nur „gut“ bei Stiftung Warentest
CHIP.de kürt den Philips HD9880/90 in seinem aktuellen Vergleich zum besten Airfryer überhaupt, Note „sehr gut“ mit 1,3. Stiftung Warentest kommt beim gleichen Gerät zu einem spürbar nüchterneren Urteil: nur „gut“ mit 2,4, und damit schlechter als mehrere Konkurrenten, die keine ein Drittel des Preises kosten, etwa der Cosori CP158-AF oder der Ninja AF180DE, beide mit der Note 2,3. Bei einem mittleren Onlinepreis von 328 Euro gehört der HD9880/90 damit zu den teuersten Geräten im gesamten Warentest-Testfeld, ohne die Bestnote zu erreichen. Acht ausgewertete Quellen zeigen: Das Gerät ist technisch beeindruckend ausgestattet, aber ob sich der hohe Preis wirklich in messbar besseren Ergebnissen niederschlägt, sehen unabhängige Institute unterschiedlich.
Kurzfassung für Eilige
Der HD9880/90 punktet mit seinem großen 8,3-Liter-Garraum, dem eingebauten Lebensmitteltthermometer und der App-Anbindung über HomeID beziehungsweise NutriU. Bei der eigentlichen Garqualität loben ihn die meisten Quellen, allerdings uneinheitlich stark, und der hohe Preis relativiert das Gesamturteil in mehreren Tests spürbar.

Ausstattung: das Lebensmittelthermometer als Alleinstellungsmerkmal
Das mitgelieferte Lebensmittelthermometer ist das, was den HD9880/90 von praktisch jedem Konkurrenten in dieser Preisklasse unterscheidet. Es lässt sich direkt in Fleisch oder Braten stecken und zeigt die Kerntemperatur live auf dem Display beziehungsweise in der App an, ein Feature, das MediaMarkt in seiner Testübersicht als „Clou“ des Geräts bezeichnet und das besonders bei Steaks oder größeren Braten für punktgenaue Ergebnisse sorgt. The AU Review aus Australien beschreibt das Gerät als eines der wenigen XXL-Airfryer, die trotz großer Kapazität kein sperriges, unförmiges Gehäuse haben, ein Pluspunkt, den die Redaktion explizit gegenüber Konkurrenzmodellen mit zwei Garräumen hervorhebt.
Der einzelne Garraum: Vor- oder Nachteil?
Anders als viele aktuelle XXL-Modelle setzt Philips beim HD9880/90 auf einen einzigen großen Garraum statt zweier getrennter Kammern. The AU Review bewertet das als bewusste Designentscheidung, die dank der Rapid-CombiAir-Luftführung keine Nachteile gegenüber Doppelkammer-Geräten mit sich bringe, kritisiert aber im selben Atemzug, dass sich zwei Gerichte dadurch nicht getrennt voneinander zubereiten lassen, was für manche Nutzer ein Ausschlusskriterium sein könnte. testbericht.de fasst mehrere Testberichte zusammen und kommt zu einer ähnlichen Einschätzung: Das einzelne Frittierfach könne als begrenzend empfunden werden, werde aber durch die Benutzerfreundlichkeit und die gleichbleibende Qualität der Ergebnisse wieder ausgeglichen.
Kochergebnisse: solide, aber nicht makellos
testbericht.de attestiert dem Gerät nach Auswertung mehrerer Quellen eine hervorragende Leistung bei Pommes frites und eine präzise Zubereitung von Gemüse. appgefahren.de, das den Airfryer über mehrere Monate im eigenen Haushalt getestet hat, bestätigt das im Alltag, empfiehlt aber gleichzeitig kritisch zu prüfen, ob wirklich das Topmodell mit Thermometer nötig ist oder ob das günstigere Schwestermodell HD9875/90 ohne Thermometer und großes Display für die meisten Haushalte die praktischere Wahl wäre, immerhin ein Preisunterschied von über 100 Euro. Bei den australischen Kundenrezensionen auf ProductReview.com.au zeigt sich ein deutlich gemischteres Bild: Neben Lob für ruhigeren Betrieb und einfachere Reinigung im Vergleich zum Vorgängermodell finden sich auch Beschwerden über ein Gerät, das direkt nach dem Auspacken einen lauten, defekten Lüfter hatte, sowie ein weiterer Nutzer, der berichtet, dass einfache Pommes doppelt so lange brauchten wie bei seinem alten Philips-Modell.
Die Sache mit den Testnoten
Hier liegt der eigentliche Kern dieses Artikels. CHIP.de bewertet den HD9880/90 in seinem Vergleich mit der Bestnote „sehr gut“ (1,3) und positioniert ihn als besten Airfryer überhaupt. Stiftung Warentest kommt bei ihrer Untersuchung von 20 Heißluftfritteusen zu einem merklich zurückhaltenderen Ergebnis: „gut“ mit der Note 2,4. Damit landet der Philips nicht nur unterhalb der Bestnote 2,3, die im selben Test mehrere deutlich günstigere Geräte erreichten, sondern auch spürbar hinter der eigenen Erwartungshaltung, die der hohe Preis weckt. Auch das Vergleichsportal testberichte.de, das mehrere Testquellen zusammenführt, kommt in seiner eigenen Übersicht nur auf „gut“ (1,6) und reiht den HD9880/90 damit hinter zahlreiche günstigere Philips-Modelle wie die Airfryer 2000 und 3000 Series ein, die dort durchgehend mit „sehr gut“ abschneiden. Ein Preis-Leistungs-Bonus lässt sich aus diesen Ergebnissen jedenfalls nicht ableiten, im Gegenteil.
Bedienung & App
Bei der Bedienung selbst gibt es kaum Kritik: appgefahren.de beschreibt die Menüführung als intuitiv, auch ohne die App nutzen zu müssen. Die HomeID- beziehungsweise NutriU-App bietet laut Philips‘ eigenen Angaben umfangreiche Rezeptvorschläge, die sich mit der Nutzung individuell anpassen. Kritischer äußert sich testberichte.de in seiner zusammenfassenden Bewertung zur mitgelieferten Dokumentation, die in mehreren ausgewerteten Erfahrungsberichten als unübersichtlich beschrieben wird, ein Detail, das angesichts der Vielzahl an Funktionen und Programmen durchaus ins Gewicht fällt.
Unser Fazit
Der Philips Airfryer Combi XXL HD9880/90 ist technisch zweifellos eines der ausgereiftesten Geräte am Markt, das Lebensmittelthermometer bleibt ein echtes Alleinstellungsmerkmal, das kein direkter Konkurrent in dieser Form bietet. Ob der happige Preis von rund 300 bis 330 Euro gerechtfertigt ist, beantworten die ausgewerteten Quellen aber unterschiedlich: Während CHIP.de es zum besten Airfryer überhaupt kürt, sieht Stiftung Warentest das Gerät nur im Mittelfeld, spürbar hinter mehreren Modellen, die einen Bruchteil kosten. Wer das Thermometer und die App-Integration wirklich regelmäßig nutzen will, bekommt hier ein starkes Gerät. Allen anderen würden wir vor dem Kauf empfehlen, sich das günstigere Schwestermodell HD9875/90 genauer anzuschauen.
Wie seht ihr das?
Nutzt ihr das Lebensmittelthermometer regelmäßig, oder wäre euch ein günstigeres Modell ohne dieses Extra lieber gewesen? Und generell: Vertraut ihr bei widersprüchlichen Testnoten eher der Stiftung Warentest oder Fachmagazinen wie CHIP? Wir sind gespannt auf eure Meinung in den Kommentaren.
