Tefal Easy Fry & Grill XXL EY801D im Test: Für acht Personen, aber nicht für 1.200 Gramm Kartoffeln
Tefal bewirbt den Easy Fry & Grill XXL EY801D mit 6,5 Litern Fassungsvermögen für bis zu acht Personen. Business Insider hat genau das in der Praxis getestet und mit 1.200 Gramm selbstgemachten Kartoffelecken ausprobiert, mit einem klaren Ergebnis: Die Spalten wurden nicht gleichmäßig durchgegart, selbst nach drei statt der empfohlenen zwei Zwischen-Schüttelrunden. Auch testsieger.de kommt in seiner Zusammenfassung mehrerer Testquellen zu einem ähnlichen Befund: Schwächen zeigen sich demnach konkret bei der Zubereitung von Gemüse und großen Pommes-Portionen. Sieben ausgewertete Quellen zeigen: Die Doppelkammer-Technik mit dem herausnehmbaren „Flexcook“-Trenner funktioniert gut, bei wirklich großen Einzelportionen kommt das Gerät aber an Grenzen, die das Marketing nicht erwähnt.
Kurzfassung für Eilige
Der EY801D überzeugt mit seiner „Flexcook“-Trennwand, die aus dem großen 6,5-Liter-Garraum bei Bedarf zwei unabhängige Garzonen macht, kombiniert mit einer Grillfunktion, die laut mehreren Quellen erstaunlich wenig Rauch erzeugt. Bei kleineren bis mittleren Portionen und bei zwei parallel zubereiteten Gerichten funktioniert das Konzept überzeugend. Bei sehr großen Einzelportionen und bei Gemüse zeigen mehrere unabhängige Tests dagegen Schwächen bei der Gleichmäßigkeit.

Die Flexcook-Trennwand: das zentrale Verkaufsargument
Die herausnehmbare Trennwand ist das, was den EY801D von einfacheren XXL-Fritteusen unterscheidet. Business Insider testete die Funktion konkret mit tiefgekühlten Pommes auf der einen und einem veganen Steak aus dem Kühlschrank auf der anderen Seite, beide über den Sync-Modus gleichzeitig gestartet. Das Ergebnis fiel positiv aus: Weder waren die Pommes zu dunkel und hart, noch das Steak zu trocken. Auch die Grillfunktion wird von der Redaktion explizit gelobt, sie sorgt für Röstaromen bei Fleisch und überbackenem Gemüse, ganz ohne die Rauchentwicklung, die man von klassischem Grillen in der Wohnung kennt.
Kochergebnisse: gut bei normalen Portionen, schwächer bei großen Mengen
Hier liegt der eigentliche Aufhänger dieses Tests. Business Insider bemerkte bei selbstgemachten Kartoffelecken, dass die Spalten nicht gleichmäßig durchgegart waren, sobald größere Mengen im Korb lagen. Die Redaktion musste den Inhalt bei 1.200 Gramm Kartoffeln nicht wie in der Anleitung vorgesehen zweimal, sondern gleich dreimal umschichten, um ein akzeptables Ergebnis zu erzielen. testsieger.de bestätigt diesen Eindruck unabhängig in seiner eigenen Zusammenfassung mehrerer Testquellen und benennt Schwächen bei der Zubereitung von Gemüse und großen Pommes-Portionen explizit als wiederkehrenden Kritikpunkt. testbericht.de ergänzt das mit einem weiteren Detail: Die Temperaturverteilung im Garraum sei insgesamt zuverlässig, die Genauigkeit falle im direkten Vergleich zu anderen Geräten aber weniger präzise aus. Bei kleineren, gleichmäßig verteilten Portionen wie Hähnchen berichten dieselben Quellen dagegen von durchweg guten bis sehr guten Ergebnissen.
Die Sache mit dem ETM-Testsiegel
Tefal wirbt für die gesamte Easy-Fry-&-Grill-Reihe prominent mit dem Testsiegel „SEHR GUT“ des ETM Testmagazins aus der Ausgabe 03/2023. Bei genauerem Hinsehen bezieht sich dieses konkrete Testurteil allerdings auf das eng verwandte Schwestermodell EY8018, das dieselbe Flexcook-Technik nutzt, aber nicht zwingend baugleich mit dem hier getesteten EY801D ist. Das ETM Testmagazin vergab für die EY8018 95,3 Prozent und hob dabei besonders die eindrucksvolle User Experience sowie die Qualität der Speisen hervor. Ob sich diese Bestnote eins zu eins auf den EY801D übertragen lässt, bleibt angesichts der bei anderen Quellen dokumentierten Schwächen bei großen Portionen zumindest fraglich, ein Punkt, den die Werbematerialien nicht thematisieren.
Reinigung & Verarbeitung: kleine, aber wiederkehrende Kritikpunkte
Bei der Reinigung berichtet Business Insider von einem praktischen, aber nicht perfekten Erlebnis: Korb, Gitter und Trennwand sind spülmaschinenfest, nach dem Spülgang sammelte sich in der Redaktion jedoch Wasser im Griff des Korbs, das beim Abtrocknen heraustropfte, ein kleines Verarbeitungsdetail, das mehrfach auffiel. Auch ein starker Geruch beim allerersten Betrieb wird von der Redaktion dokumentiert, verflog nach eigener Aussage aber nach zehn Minuten Lüften und anschließendem Spülen der herausnehmbaren Teile vollständig. testsieger.de nennt die Reinigung insgesamt als einen der drei Hauptkritikpunkte am Gerät, neben Gemüse und großen Portionen.
Langzeitzuverlässigkeit: ein Warnsignal aus Australien
Bei den australischen Kundenrezensionen auf ProductReview.com.au findet sich ein Erfahrungsbericht, der über die üblichen kurzfristigen Ersteindrücke hinausgeht: Ein Nutzer berichtet, dass sein Gerät nach rund einem halben Jahr Nutzung nicht mehr neu startete, nachdem die Schublade während des Garvorgangs zum Wenden des Bratens entnommen worden war. Das Problem trat mehrfach auf, bis das Gerät schließlich komplett den Dienst verweigerte und im Rahmen der erweiterten Garantie ausgetauscht wurde. Ein einzelner Erfahrungsbericht ist kein belastbarer Beweis für ein systematisches Problem, aber ein Hinweis darauf, dass die Langzeitzuverlässigkeit bei intensiver Nutzung nicht von allen Testquellen abgedeckt wird, die sich überwiegend auf den Ersteindruck konzentrieren.
Unser Fazit
Der Tefal Easy Fry & Grill XXL EY801D ist bei seinem eigentlichen Alleinstellungsmerkmal, der flexiblen Trennwand für zwei gleichzeitig zubereitete Gerichte, nach übereinstimmender Einschätzung mehrerer Quellen überzeugend. Bei sehr großen Einzelportionen und bei Gemüse zeigen unabhängige Tests aber wiederkehrende Schwächen bei der Gleichmäßigkeit, ein Punkt, den weder das prominent beworbene ETM-Testsiegel noch die Herstellerangaben zur Acht-Personen-Kapazität thematisieren. Für Haushalte, die regelmäßig zwei unterschiedliche Gerichte parallel zubereiten wollen und keine riesigen Einzelportionen benötigen, bleibt das Gerät nach der Mehrheit der ausgewerteten Quellen eine gute Wahl.
Wie seht ihr das?
Habt ihr bei großen Portionen ähnliche Erfahrungen mit ungleichmäßiger Bräunung gemacht wie Business Insider? Und: Achtet ihr bei Testsiegeln wie dem von ETM darauf, ob es sich wirklich um das exakt gleiche Modell handelt, das ihr kaufen wollt? Schreibt es uns in die Kommentare.
