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Powerbanks & Ladezubehör

Anker Nano Powerbank im Test: Das schlaue Display, das die wichtigste Zahl verschweigt

Thomas Ramisch/ / 5 Min. Lesezeit / 13 Quellen
Anker Nano Powerbank Titelbild
Symbolbild KI generiert

Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Kaufst du darüber ein, kostet dich das keinen Cent extra – hilft uns aber enorm, weiterhin unabhängige Tests wie diesen zu recherchieren. Danke dafür!

Ein Farbdisplay, das Akkustand in Prozent und verbleibende Zeit anzeigt, klingt nach einer durchdachten Powerbank. Was es nicht anzeigt, fällt erst im Detail-Test auf: die aktuelle Lade- oder Entladeleistung in Watt. Dabei müsste die Powerbank diesen Wert ohnehin kennen, sonst könnte sie die Restzeit gar nicht berechnen. Ein zweiter Befund verstärkt den Eindruck einer Powerbank, die auf dem Papier mehr verspricht, als sie im Detail konstant einlöst: Bei einem Test blieb das Gerät bei bestimmten Netzteilen unter der beworbenen Ladeleistung hängen, bei einem anderen kam es unter Last zu Temperaturproblemen, die eine konstante 30-Watt-Leistung verhinderten. Beides sind keine Totalausfälle, aber beide zeigen, dass die glatte Werbezahl „30 Watt“ in der Praxis mit Vorsicht zu genießen ist.

Die Kurzfassung für Eilige: Die Anker Nano Powerbank (10.000 mAh, 30W) ist eine hochwertig verarbeitete, kompakte Powerbank mit cleverem integriertem USB-C-Kabel, das zugleich als Trageschlaufe dient. Die real nutzbare Kapazität ist bei einem Test beeindruckend nah an der Herstellerangabe, bei den Ladeleistungen zeigen sich aber kleinere Unregelmäßigkeiten, von Netzteil-Empfindlichkeit bis zu temperaturbedingten Schwankungen. Für iPhone-Nutzer, die auf ein separates Kabel verzichten wollen, bleibt sie trotzdem eine der durchdachtesten Optionen, für reine Preis-Leistungs-Jäger eher nicht.

Verarbeitung: kompakt, hochwertig, mit cleverem Kabeltrick

Mit Abmessungen von rund 104 mal 52 mal 25,5 Millimetern und einem Gewicht von etwa 213 Gramm bleibt die Nano Powerbank angenehm klein für ihre Kapazitätsklasse. Das Gehäuse besteht laut Anker zu 80 Prozent aus recyceltem Kunststoff, wirkt aber trotzdem hochwertig, die leicht glänzende Front und der geriffelte Rahmen sorgen für einen Premium-Eindruck, der sich an Ankers teurer Prime-Serie orientiert. Das auffälligste Merkmal ist das fest integrierte USB-C-Kabel, das sich clever als Trageschlaufe nutzen lässt, wenn es nicht gerade zum Laden gebraucht wird. Ein Test lobt das Kabel als angenehm lang und ausreichend wertig verarbeitet, ein anderer bemängelt im direkten Vergleich zu Ankers günstigeren Zolo-Powerbanks, dass das Kabel hier nur aus Gummi statt hochwertigem Stoffgeflecht besteht.

Symbolbild KI generiert

Das Display: informativ, aber mit einer auffälligen Lücke

Hinter der leicht spiegelnden Front verbirgt sich ein kleines Farb-Display, das erst beim Draufschauen sichtbar wird, ein Effekt, den mehrere Tests als schickes Detail hervorheben. Angezeigt werden der Akkustand in Prozent sowie eine Schätzung der verbleibenden Zeit bis zur vollen Ladung oder Entladung. Ein Test bemängelt hier eine vertane Chance: Die aktuelle Eingangs- oder Ausgangsleistung in Watt zeigt das Display nicht an, obwohl die Powerbank diesen Wert intern kennen muss, um überhaupt eine Restzeit berechnen zu können. Für alle, die genau wissen wollen, mit wie viel Leistung gerade geladen wird, bleibt das Display damit unvollständig, ein Kontrast zu den eher enthusiastischen englischsprachigen Tests, die das Display unabhängig davon als klaren Pluspunkt gegenüber einfachen LED-Anzeigen werten.

Ladeleistung: stark, aber launisch bei der Wahl des Netzteils

Auf dem Papier liefert die Nano Powerbank bis zu 30 Watt über das integrierte Kabel oder den zusätzlichen USB-C-Port, dazu einen USB-A-Port mit bis zu 22,5 Watt. In der Praxis bestätigen mehrere Tests konkrete, beeindruckende Werte: ein iPhone 15 lädt in 30 Minuten um 51 Prozent, ein iPad Pro 11 Zoll um 36 Prozent, ein MacBook Air M1 immerhin um 21 Prozent, Zahlen, die ein Test für eine derart kompakte Powerbank als beachtlich einordnet. Ein weiterer Test bestätigt mit einem iPhone 16 einen ähnlichen Ladefortschritt von gut 50 Prozent in einer halben Stunde.

Beim Wiederaufladen der Powerbank selbst zeigt sich allerdings eine Einschränkung, die ein Test explizit herausgearbeitet hat: Um die vollen 30 Watt zu erreichen, braucht es ein Netzteil, das 15 oder 20 Volt liefern kann. Mit einem eigentlich sehr potenten 125-Watt-Ladegerät von Motorola blieb die Powerbank im Test bei rund 15 Watt hängen, ein Wechsel zu einem Samsung-Netzteil löste das Problem. Wer also ein Netzteil eines anderen Herstellers nutzt, sollte nicht automatisch von der vollen Ladegeschwindigkeit ausgehen. Ein zweiter, unabhängiger Test fand ein verwandtes, aber anders gelagertes Problem: Unter anhaltender Last kam es zu Temperaturproblemen, wodurch die Powerbank die 30 Watt nicht konstant liefern konnte, ein Verhalten, das der Test auch schon beim Schwestermodell Anker 533 beobachtet hatte.

Reale Kapazität: nah an der Herstellerangabe

Bei der tatsächlich nutzbaren Kapazität liefert ein Test einen ungewöhnlich guten Wert: Eine volle Ladung von leer bis voll ergab 36,28 Wattstunden, umgerechnet 9.805 mAh, also fast 98 Prozent der beworbenen 10.000 mAh. Das ist für eine Powerbank ein Spitzenwert, üblich sind eher 80 bis 90 Prozent. Die Powerbank besteht dabei laut demselben Test technisch aus zwei einzelnen 5.000-mAh-Zellen. Das vollständige Wiederaufladen von leer auf voll dauerte in diesem Test 91 Minuten, wobei die Ladegeschwindigkeit bis etwa 80 Prozent konstant bei 30 Watt blieb und danach abflachte, ein für Lithium-Akkus typisches und schonendes Verhalten.

Preis-Leistung: eine deutsche Redaktion ist skeptisch

Während die meisten ausgewerteten Tests die Verarbeitung und Funktionalität loben, fällt ein deutscher Test beim Preis deutlich kritischer aus. Bei einem Preis von 40 bis 50 Euro sei das für eine 10.000-mAh-Powerbank eine Hausnummer, so der Test, zumal Anker mit der eigenen, günstigeren Zolo-Serie eine fast gleichwertige Powerbank zum halben Preis anbiete. Der Aufpreis gehe demnach vor allem auf das Konto von Design und Display, nicht auf messbar bessere Kernfunktionen. Ein Vergleichstest ordnet die Nano ähnlich ein: Sie sei eine gute Wahl für alle, die eine kompakte Powerbank mit Display suchen, wer aber vor allem auf den Preis schaut, findet mit Alternativen wie dem Iniu Mini Portable Charger eine günstigere Option mit vergleichbarer Ladeleistung.

7,8 von 10
Gesamtnote

Anker Nano Powerbank

Fast perfekte Kapazität, cleveres Kabel, aber eine Live-Wattanzeige hätte dem schicken Display gutgetan.

Verarbeitung 9,0 / 10
Ladeleistung 7,0 / 10
Akkukapazität (real) 9,0 / 10
Display & Bedienung 7,0 / 10
Praxistauglichkeit (Kabel) 9,0 / 10
Preis-Leistung 6,0 / 10

Die Gesamtnote basiert auf unserer redaktionellen Auswertung von 13 unabhängigen Testberichten und eigener Recherche. Rechnerischer Durchschnitt der Kriterien: 7,8 – die Gesamtnote ist redaktionell gewichtet.

Unser Fazit

Die Anker Nano Powerbank überzeugt dort, wo es auf durchdachte Details ankommt: das clevere integrierte Kabel, die für die Klasse hervorragende reale Kapazität und eine für iPhone-Nutzer sehr ordentliche Ladegeschwindigkeit. Die kleinen Unregelmäßigkeiten, von der Netzteil-Empfindlichkeit über gelegentliche Temperaturdrosselung bis zur fehlenden Live-Wattanzeige im sonst hübschen Display, relativieren den positiven Gesamteindruck, ohne ihn zu kippen. Wer bereit ist, für Design und Komfort einen spürbaren Aufpreis gegenüber einfacheren Powerbanks zu zahlen, bekommt hier ein rundes Gesamtpaket, wer in erster Linie auf den Preis schaut, sollte die günstigeren Alternativen im eigenen Sortiment oder bei der Konkurrenz zumindest in Betracht ziehen.

Wie seht ihr das?

Ist euch ein integriertes Kabel den Aufpreis wert, oder packt ihr ohnehin lieber ein eigenes Kabel ein? Und wie wichtig ist euch eine Live-Anzeige der aktuellen Ladeleistung in Watt, nice to have oder echtes Kaufkriterium? Schreibt es uns in die Kommentare.

Ausgewertete Quellen 13

Thomas Ramisch

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