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Saug- und Wischroboter

Tineco Floor One Stretch S6 im Test: Der Wischsauger, der unters Bett kriecht

netzfazit.de Redaktion/ / 8 Min. Lesezeit / 12 Quellen
Tineco Floor One Stretch S6 Titelbild Symbolbild
Symbolbild KI generiert

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Wer unter dem Bett oder dem hängenden Badschrank wischen will, muss normalerweise auf die Knie. Der Tineco Floor One Stretch S6 lässt sich dagegen komplett flach auf den Boden legen und passt dann unter Möbel mit nur rund 13 Zentimetern Bodenfreiheit. Das ist sein großes Verkaufsargument, und die Tests geben ihm dabei recht. Bei Akku, Kanten und Haaren sind sie sich dagegen alles andere als einig. Wir haben zwölf Tests aus Deutschland, Großbritannien, den USA, Kanada, Australien und Italien ausgewertet, drei davon zum jüngeren und günstigeren Schwestermodell Floor One i6 Stretch.

Kurz gesagt

Der Stretch S6 wischt nach Meinung fast aller Tester sehr gründlich und kommt dank 180-Grad-Gelenk dorthin, wo andere Wischsauger scheitern. Die Selbstreinigung ist schnell, aber laut. Schwächen gibt es bei der Akkulaufzeit im Max-Modus, bei langen Haaren und bei sperrigen Krümeln. Zum aktuellen Preis von deutlich unter 200 Euro ist er ein starkes Angebot. Der i6 Stretch spart einige Komfortfunktionen ein und ist kaum günstiger.

Das Prinzip: Saugen und Wischen in einem Zug, auch im Liegen

Wie alle Nass-Trockensauger saugt der Stretch S6 Krümel und Flüssigkeiten auf, während eine rotierende Walze den Boden mit Frischwasser wischt. Das Schmutzwasser landet in einem eigenen Tank. Die Besonderheit ist das Gelenk: Der Griff lässt sich bis in die Waagerechte absenken, ohne dass Wasser in den Motor läuft. Connect erklärt, warum das funktioniert. Der Frischwassertank sitzt direkt über der Walze statt im Gehäuse.

In der flachen Position misst das Gerät laut connect, Basic Tutorials und The AU Review knapp 13 Zentimeter, Homes & Gardens nennt 5,1 Zoll. Damit kommt man unter Betten, Sofas und Badmöbel. Connect stellte dabei keinen Leistungsverlust fest. Netzwelt widerspricht hier leicht und beobachtete, dass die Saugleistung in geneigter Position nachlässt. Smart Home Fox weist auf eine praktische Grenze hin: Unter tiefen Möbeln kann man nicht hin und her schwenken, sondern muss das Gerät immer wieder herausziehen.

Ein Detail, das Netzwelt zunächst erschreckt hat: Beim Umstellen in die Flachposition knackt es laut. Die Tester hielten das erst für einen Defekt, es gehört aber zur Mechanik.

Tineco Floor One Stretch S6 Artikelbild
Symbolbild KI generiert

Reinigung: Fast alle loben, aber nicht alles geht in einem Zug

Bei der eigentlichen Wischleistung sind die Urteile durchweg gut bis sehr gut. Connect ließ Ahornsirup, nasses Kaffeemehl und Mungobohnen nach ein bis zwei Durchgängen verschwinden. Smart Home Fox bekam eingetrocknetes Ketchup, Ei und Müsli nach zweimaligem Hin- und Herwischen weg und spricht von einem der besten Ergebnisse, die sie bei Akkuwischsaugern gesehen haben. Basic Tutorials vergibt 92 Punkte für die Reinigung und sieht den S6 nur knapp hinter Tinecos teurerem S7 Pro und dem Dreame H13 Pro. Netzwelt sagt, ein Durchgang reiche meist für fast jeden Schmutz.

Die Einschränkungen betreffen vor allem feste und große Verschmutzungen. Homes & Gardens beobachtete, dass Cornflakes eher herumgeschoben werden und ein aufgeschlagenes Ei mit Schale mehrere Durchgänge brauchte. Just A Dad Approved, der das Gerät drei Monate im Alltag genutzt hat, schreibt, für große Malheure sei der S6 keine Ein-Zug-Maschine. Bei einem besonders großen Fleck im Liegen verstopfte sogar das Sieb im Tank und es lief Wasser aus. Netzwelt bemängelt, dass beim Aufsaugen von Flüssigkeiten feuchte Spuren und gelegentlich Schlieren zurückbleiben.

Bei den Kanten widersprechen sich die Tests. Netzwelt maß an der Vorderkante rund zwei Zentimeter Abstand zur Fußleiste, Ecken blieben Handarbeit. Just A Dad Approved lobt dagegen eine Reinigung nah an der Leiste auf beiden Seiten, Basic Tutorials die nahezu randlose Bürste. Unsere Einordnung: An den Seiten kommt der S6 gut an die Leiste, nach vorne bleibt ein kleiner Rand.

Auch bei Haaren gehen die Meinungen auseinander. The AU Review lobt die Aufnahme von Tierhaaren, Just A Dad Approved vergibt für lange Haare 8,4 von 10 Punkten. Smart Home Fox stellte dagegen fest, dass sich einige Haare in der Walze verfangen und nicht vollständig entfernt werden. Netzwelt betont, dass der S6 ein reines Hartbodengerät ist. Wer viel Teppich hat, sollte die Finger davon lassen.

Selbstreinigung: Schnell, aber laut

Nach dem Wischen kommt der S6 in seine Station, die die Walze mit 70 Grad heißem Wasser spült und anschließend mit 70 Grad heißer Luft trocknet. Connect, Netzwelt und Smart Home Fox messen dafür rund sieben Minuten, The AU Review etwa zehn. Connect ordnet das ein: Andere Geräte brauchen 30 Minuten bis zwei Stunden. Smart Home Fox fand die Walze danach leicht feucht, mit der mitgelieferten Ersatzwalze war das Problem nach fünf Minuten gelöst.

Der Preis für das Tempo ist Lärm. Smart Home Fox maß während der Selbstreinigung 71 Dezibel, connect spricht von gehörigem Lärm, The AU Review von einem recht lauten Vorgang. Den Schmutzwassertank muss man nach jedem Einsatz von Hand leeren, The AU Review und Netzwelt raten dringend dazu, um Gerüche zu vermeiden. Just A Dad Approved fand den Deckel des Schmutzwassertanks schwergängig. Und Homes & Gardens kritisiert das Befüllen: Weil der Frischwassertank in der Bodeneinheit sitzt, braucht man ein separates Gefäß.

Akku: Zwischen 23 und 50 Minuten

Tineco verspricht bis zu 40 Minuten, und das bestätigt connect im Automatikmodus mit knapp 40 Minuten. Im Max-Modus sieht es anders aus: Smart Home Fox maß knapp 23 Minuten, smarthomeassistent.de 22 Minuten und 50 Sekunden. The AU Review kam dagegen auf rund 50 Minuten, ohne den Modus genau zu nennen. TechGadgetsCanada nennt 35 Minuten als Herstellerangabe. Für eine normale Wohnung reicht das, für ein großes Haus mit viel Hartboden muss man zwischendurch laden.

Und das Laden dauert. Netzwelt und TechGadgetsCanada nennen vier bis fünf Stunden. Just A Dad Approved weist außerdem darauf hin, dass die Selbstreinigung spürbar Akku kostet. Kommt das Gerät mit sehr wenig Ladung in die Station, wartet es erst, bis wieder genug Strom da ist.

Kleinere Kritikpunkte

Mehrere Tests vermissen eine LED-Beleuchtung an der Bodendüse, die gerade unter Möbeln helfen würde, darunter connect, Basic Tutorials und Smart Home Fox. Basic Tutorials und smarthomeassistent.de bemängeln fehlende angetriebene Räder, die das Schieben erleichtern. Das Display finden Basic Tutorials und Smart Home Fox schlicht, die App bezeichnen Basic Tutorials und The AU Review als wenig nützlich. Netzwelt merkt an, dass die gebückte Haltung beim Flachwischen für ältere Menschen oder Rückengeplagte schwierig sein kann.

Das Schwestermodell: Tineco Floor One i6 Stretch

Der i6 Stretch ist neuer, nutzt dasselbe Grundkonzept und hat auf dem Papier ähnliche Werte: 20 kPa Saugkraft, bis zu 40 Minuten Laufzeit, 180-Grad-Flachlage und rund 13 Zentimeter Bauhöhe. Zum i6 Stretch gibt es bislang nur zwei Tests, dazu einen dritten zur Plus-Variante. Deshalb bekommt er hier ein eigenes Kapitel statt eines eigenen Artikels.

Der wichtigste Unterschied liegt in der Ausstattung. TuttoTech nennt die fehlenden Komfortfunktionen: kein iLoop-Sensor, der den Verschmutzungsgrad anzeigt, keine LED-Beleuchtung, kein WLAN und keine App. Lavelab vermisst ein Display und eine Akkuanzeige in Prozent. Die Station trocknet die Walze mit 85 Grad heißer Luft.

Bei der Reinigung schneidet der i6 ordentlich ab. Lavelab vergibt 8 von 10 Punkten und bekam Ketchup, Milch, Müsli, Tierhaare und Eier in ein bis drei Zügen weg. Eingetrockneter Kaffee und Limonade brauchten allerdings mehr als zehn Durchgänge. Das Anti-Verhedderungs-System hielt die Haare zuverlässig aus der Walze. TuttoTech gibt 7,5 von 10 Punkten und misst an der Kante einen Abstand von nur einem halben Zentimeter, beim Rückwärtsziehen schiebe der i6 aber größere Krümel vor sich her. Technik zu Hause hat die Plus-Variante getestet und vergibt die Note 1, auf Holzböden bleibe allerdings ein leichter Feuchtigkeitsfilm.

Einen deutlichen Widerspruch gibt es bei der Trocknung. Bei Lavelab hat die automatische Walzentrocknung im Test nicht funktioniert, die Walze blieb feucht. Technik zu Hause hatte damit keine Probleme, nennt aber Voraussetzungen: Der Akku muss über 25 Prozent geladen sein und der Schmutzwassertank leer. Lavelab maß 36 Minuten Laufzeit im Eco- und 26 Minuten im Max-Modus, also leicht mehr als beim S6, sowie 67 bis 74 Dezibel.

Unser Fazit zum i6: Bei der Reinigungsleistung liegt er nah am S6, bei der Ausstattung ein Stück darunter. Da beide aktuell fast gleich viel kosten (Stand 29. Oktober 2026 bei Amazon: S6 179 Euro, i6 169 Euro), spricht wenig für den i6. Wer gezielt Haare am Boden hat, könnte vom Anti-Verhedderungs-Design profitieren.

7,8 von 10
Gesamtnote

Tineco Floor One Stretch S6

Wischt gründlich auch dort, wo man sonst auf die Knie muss, nur leise ist anders.

Reinigungsleistung 8,0 / 10
Flachdesign & Reichweite unter Möbeln 9,0 / 10
Akku & Ladezeit 6,0 / 10
Selbstreinigung 8,0 / 10
Handhabung & Wartung 7,0 / 10
Preis-Leistung 9,0 / 10

Die Gesamtnote basiert auf unserer redaktionellen Auswertung von 12 unabhängigen Testberichten und eigener Recherche. Rechnerischer Durchschnitt der Kriterien: 7,8 – die Gesamtnote ist redaktionell gewichtet.

Einordnung

Wischt gründlich auch dort, wo man sonst auf die Knie muss, nur leise ist anders.

Der Tineco Floor One Stretch S6 ist ein sehr guter Wischsauger mit einem echten Alleinstellungsmerkmal. Wer viele niedrige Möbel hat, unter denen sich Staub sammelt, bekommt hier ein Gerät, das diese Stellen ohne Verrenkung erreicht und danach in wenigen Minuten wieder sauber ist. Dafür nimmt man eine laute Station, einen im Max-Modus schnell leeren Akku und kleine Schwächen bei Haaren und groben Krümeln in Kauf.

Der Preis macht den S6 besonders interessant. Netzwelt und Smart Home Fox nennen noch eine UVP von 599 Euro, im Handel ist er inzwischen für einen Bruchteil davon zu haben. Smart Home Fox gab zu bedenken, dass es ohne Flachdesign vergleichbare Reinigungsleistung für deutlich weniger Geld gebe. Bei den aktuellen Preisen gilt dieses Argument kaum noch.

Wie seht ihr das?

Wischt ihr unter euren Möbeln regelmäßig, oder ist das eher ein Bereich, den man verdrängt? Und wie wichtig ist euch eine schnelle Selbstreinigung im Vergleich zu einer leisen? Schreibt es uns in die Kommentare.

Ausgewertete Quellen 12

netzfazit.de Redaktion

Das Redaktionsteam von netzfazit.de wertet für jeden Beitrag mehrere unabhängige Testberichte aus, prüft Widersprüche zwischen den Quellen und schreibt daraus eine eigenständige Einordnung.

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